Drum Essentials

Double Bass Drumming: Raymond Herrera

Raymond-Herrera

Diese Folge der Workshop-Serie befasst sich mit einer absoluten Legende des Metal – Raymond Herrera, ehemaliger Drummer der Band Fear Factory. Diese Anfang der Neunzigerjahre in L.A. gegründete Band hat definitiv eine ganze Generation Metal-Musiker beeinflusst.

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raymond-noten

Raymond Herrera war einer der ersten Schlagzeuger, der den sterilen, maschinellen „Computersound“ durch das Triggern von elektronisch generierten Drumsounds und Samples zum Stilmittel erklärt hat. Besonders seine ultraschnellen 3er-Kombinationen mit den Füßen prägen den Style und den Sound der Band. Aus diesem Grund gibt es in dieser Folge zwei Groove-Beispiele.

Das erste Groove-Beispiel ist aus dem Song „No One“ vom 2001 erschienenen Album „Digimortal“. Das Tempo beträgt Viertel = ca. 216 bpm, und der Groove startet bei 00:18. Die rechte Hand spielt durchgehende Viertelnoten auf dem Crash-Cymbal, während die linke Hand die Snaredrum jeweils auf Zählzeit „3“ im Halftime-Feeling spielt. Nun kommen die oben schon erwähnten Dreiergruppen ins Spiel, die ihr am besten RLR spielt. Die Bassdrum-Schläge zwischen diesen 3er-Gruppen werden ebenfalls mit dem rechten Fuß gespielt. Dieser hat hier also einiges zu tun, vor allem bei diesem sehr hohen Tempo. Besonders knifflig ist hier die Passage am Ende von Takt 1, wo ihr direkt zwei dieser 3er-Gruppen spielen müsst. Ich hoffe ihr habt einen flinken rechten Fuß!

Das zweite Groove-Beispiel ist aus dem Song „Shock“ vom 1998 erschienenen Album „Obsolete“. Dieser Song ist ein absoluter Klassiker von Fear Factory. Das Tempo liegt bei Viertel = ca. 180 bpm, und der Groove startet in diesem Song bei 00:32. Auch hier spielt die rechte Hand durchgehende Viertelnoten auf dem Crash-Cymbal und die linke Hand die Snaredrum auf der Zählzeit „3“. Das Feeling ist also recht ähnlich wie bei Beispiel 1, jedoch mit einem etwas humaneren Tempo.

In diesem Groove findet ihr ebenfalls Raymonds berühmte 3er-Gruppen der Bassdrums, allerdings sind sie hier etwas anders angeordnet. Auch hier ist die wirklich schwierige Stelle wieder das Ende von Takt 1. Die beiden 3er-Gruppen werden hier von einem weiteren Bassdrum-Anschlag getrennt. Im Notenbeispiel ist dieser mit dem linken Fuß notiert (RLR – L – RLR), probiert aber auch einmal aus, ob es sich für euch vom Fluss her nicht besser anfühlt, diesen Schlag auch mit rechts zu spielen.

In dem Fall wäre der Fußsatz dann also RLR – R – RLR. Wie ihr es von mir ja eigentlich schon gewohnt seid, spreche ich auch in diesem Fall eine deutliche Empfehlung aus, diese Grooves zunächst extrem langsam zu üben. Vor allem die Koordination zwischen der „Time“-gebenden rechten Hand und dem „Fuß-Inferno“ ist wirklich anspruchsvoll. Am besten seziert ihr diese Grooves in Teilstücke. Sinnvoller Weise beschäftigt ihr euch dann zunächst mit diesen 3er-Gruppen. Die ultraschnelle RLR-Kombination wird bestimmt einiges an Übezeit in Anspruch nehmen, bevor sie richtig rollt und nicht mehr eiert. Lasst euch nicht entmutigen! Wenn ihr euer Double-Bassdrum-Spiel mit neuen Finessen auffrischen wollt, dann arbeitet euch doch mal durch den Alben-Katalog von Fear Factory. Dort gibt es noch einiges mehr an wahnwitzigen Double-BassdrumPatterns zu entdecken. Ich wünsche euch wie immer viel Spaß mit den Grooves meines Workshops, euer Bodo.

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