Lars Ulrich Drum Workshop

Drum Chords zu Garage Inc. von Metallica

Einen Einschnitt in ihre über 30 Jahre andauernden Geschichte markiert die Metallica-Scheibe „Garage Inc.“. Zum ersten Mal waren auf einem Metallica-Album ausschließlich Fremdkompositionen zu finden.

Zur Vorgeschichte der Produktion erzählt Drummer Lars Ulrich: „Auf der Sommer-Tour kam uns der Gedanke spät nachts in Hotelzimmern, als wir uns gegenseitig unsere Lieblingssongs vorspielten … und ich denke, dass sich die Menschen kaum ändern, wenn sie nicht einen Schritt zurückgehen, um zu verstehen, wo die Dinge ihren Ursprung haben. ‚Garage Inc.‘ soll den Zuhörern ein besseres Verständnis unserer Einflüsse geben.

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Sowohl davon, was uns damals inspiriert hat, als auch heute noch.“ So wurde nach gerade einmal drei Tagen Probenarbeit das komplette Album innerhalb eines Monats aufgenommen, produziert und abgemischt. Unter den elf Tracks, die Metallica für die erste CD von „Garage Inc.“ neu einspielte (auf einer zweiten CD sind sämtliche Cover-Songs der Band von 1987 bis 1995 vertreten) finden sich Stücke wie „Sabbra Cadabra“ von Black Sabbath, „Whiskey In The Jar“ von Thin Lizzy, „The More I See“ von Discharge und „Turn The Page“ von Bob Seger.

Für diesen Workshop habe ich den Song „It´s Electric“ ausgewählt, der von dem 1980 aufgenommenen Debut-Album „Lightning to the Nations“ der englischen Metal-Band Diamond Head stammt. Lars Ulrich über deren Einfluss: „Diamond Head … haben 50 Prozent Anteil an dem, was später zu Metallica wurde. Wir lernten alles über Riffs und Struktur, über Mut zum Risiko und über künstlerische Freiheit von ihnen.“ Und Gitarrist James Hetfield meint: „Das ist unser Ursprung, die Quelle, die uns antörnt.“

 


 

Notenbeispiel 1 zeigt das Intro des Songs. In Takt 1 ist der Eingangs-Fill-In mit der „vorgezogenen 1“ (auf der Zählzeit 4+) des nachfolgend gespielten zweitaktigen Basis-Grooves notiert. Der Rhythmus bekommt durch diese kleine Variation eine Art „Kick nach vorne“.

Die Takte 3 und 4 dieses Notenbeispiels zeigen dann den kompletten — mit der „normalen 1“ — im Intro gespielten Rhythmus. Die Hi-Hat wird dabei „halb-offen“ gespielt. Achtet auf die markanten und das Feeling des Grooves bestimmenden Bassdrum-Patterns. Im ersten Takt des zweitaktigen Rhythmus wird der Groove durch das Spielen der 1, 1+ sowie 3, 3+ zementiert; das Spielen der „offs“ ab der Zählzeit 4+, im zweiten Takt die 1+, 2+ sowie 3+ lösen diese Statik auf und schieben den Rhythmus nach vorne bzw. sorgen für Bewegung. So bekommt der Rhythmus vom Feeling her beides: einen Part zum „Luftholen“ bzw. Entspannen und einen weiteren Part der Bewegung bzw. Aktion.

Achtet auch auf das während dieses Songteils gespielte markante Gitarrenriff in Verbindung zu den Bassdrum-Patterns. Die Drums klingen knackig präsent und sind transparent im Vergleich z.B. zur Gitarre abgemischt.

 

Grooves zu Garage Inc

Notenbeispiel 2 beginnt mit dem viertaktigen Zwischenteil vor dem A-Teil (Strophe) des Songs, bei dem der Gesang einsetzt.

Auffällig ist die bestimmende Akzentuierung auf den Zählzeiten 1, 2+ sowie 4 im ersten Takt, die, anders instrumentiert, in Takt 2 auf der Snaredrum fortgeführt wird. Den Basis-Groove während dieses Song-Teils findet ihr dann in Takt sechs dieses Notenbeispiels notiert: eine Art „verkürzte“ Form des Intro-Grooves. Zementierung auf den Zählzeiten 3 und 3+, Bewegung durch die Zählzeiten 1+ sowie 4+.

Markant ist, dass der Rhythmus keine durch einen Bassdrum-Schlag markierte 1 hat. Er wirkt dadurch insgesamt ständig in Bewegung, beruhigt wiederum durch die bestimmend gespielten Hi-Hat-Viertel und den Snaredrum-Backbeats (Zählzeiten 2 und 4).

Notenbeispiel 3 zeigt den B-Teil des Songs, der in Takt 2 dieses Beispiels beginnt. Der sich wiederholende, zweitaktige Basis-Groove dieses Teils ist in den Takten vier und fünf notiert. Auffällig sind die Snaredrum/Crash-Cymbal-Akzentuierungen auf den Zählzeiten 1 und 2 im ersten Takt.

Der auf der Hi-Hat gespielte Viertelnotenpuls ist sehr dominat; z. T. werden auch durchlaufende Achtelnoten gespielt, die jedoch schwer auszumachen sind. Das gleiche gilt auch für die in den Beispielen 1 und 2 gezeigten Patterns. Notenbeispiel 4 zeigt eine Fill-In-Variation (s. Takt 4 im Notenbeispiel 2).

Notenbeispiel 5 zeigt die letzten beiden Takte des Gitarrensolos mit anschließendem Break. Nach dem Stop auf der Zählzeit 4 in Takt 4 erfolgt der darauffolgende Einsatz zum C-Teil (Notenbeispiel 6) nicht genau „in time“. Auch dieser Groove ist zweitaktig, interessant sind in diesem Rhythmus die nunmehr deutlich auszumachenden auf der Hi-Hat gespielten Achtelnoten sowie die Snaredrum-Akzente auf den Zählzeiten 3+ sowie 4+ in Takt 2.

Mit Beginn des Gesangs wird dieser Groove viertaktig, d.h., dass Takt 1 dreimal hintereinander gespielt wird bevor in Takt vier der in diesem Notenbeispiel in Takt 2 notierte Rhythmus mit den Snaredrumakzenten auf der 3+ sowie 4+ folgt.

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