Workshop: Tool-Song Schism

drummer @ work: Danny Carey

Danny Carey am Schlagzeug(Bild: Kathrin Kraft)

Die US-amerikanische Progressive- Metal- bzw. Alternative-Metal-Band Tool wurde 1990 von Sänger Maynard James Keenan, Gitarrist Adam Jones, Drummer Danny Carey und Bassist Paul D’Amour gegründet.

Bereits im darauf folgenden Jahr ging die Band zusammen mit Fishbone und Rage Against The Machine auf ihre erste große US-Tournee, noch bevor sie 1993 das erste Album „Undertow“ veröffentlichten. Nach den frühen Jahren der Band wurde 1995 Bassist Paul D’Amour durch Justin Chancellor ersetzt. 2001 wurde das Album „Lateralus“ veröffentlicht. Das komplexe Werk wurde ein unerwarteter kommerzieller Erfolg und stieg schon in der ersten Woche der Veröffentlichung auf Platz 1 in den Billboard- Top-200-Albumcharts.

Anzeige

Für den aus diesem Album als Single(!) ausgekoppelten Song „Schism“, den ich für diesen Workshop ausgesucht habe, bekam die Band 2002 verdientermaßen ihren zweiten Grammy für die „Best Metal Performance“. Einen dritten Grammy erhielten sie 2006.

Notation

Der Song „Schism“ hebt sich durch einen ungewöhnlichen Ablauf und Aufbau von gewohnten Chart-Song-Strukturen ab und basiert im typischen Tool-Style rhythmisch auf jeder Menge ungerader Taktarten wie 5/8, 7/8, 9/8 etc. Ausgesucht habe ich für diesen Workshop den von Drummer Danny Carey mit dem Einsatz der Drums ab 01:00 eingesetzten Schlagzeug-Groove, den er zu einem markanten E-Bass-Pattern spielt. Nach zweimaligem Durchlauf beginnt die gesungene Strophe dieses 12/8-Taktes. Den hier gespielten Drum-Beat habe ich auf zwei unterschiedliche Arten notiert.

Notenbeispiel Tool Schism

 

Notenbeispiel 1 zeigt hierbei die Anlehnung an die rhythmischen Schwerpunkte, mit denen das den Song dominierende E-Bass-Pattern gespielt wird. Demnach handelt es sich um einen 12/8-Takt, der wiederum in einen 5/8- sowie einen 7/8-Takt untergliedert wird. Der 5/8-Takt wird darüber hinaus rhythmisch in eine Gruppe von 2/8- und eine von 3/8-Noten unterteilt, der 7/8-Takt in zwei Gruppen von 2/8- (bzw. 4/8-) sowie eine Gruppe von 3/8-Noten.

Für das rhythmische Verständnis ist es wichtig, darauf zu achten, dass die 2/8-Noten- Gruppen dabei jeweils stets mit einem Bassdrum- Akzent beginnen, während beide 3/8- Noten-Gruppen mit Snaredrum-Akzent starten. Auf diese Weise entstehen die Backbeats, so dass im Gesamt-Sound durch die regelmäßige Abfolge von Bassdrum- und Snaredrum- Akzenten das Groove-Feeling erzeugt wird.

Für das optische Verständnis sorgen die über dem Notenbild gesetzten Klammern. Die Hi-Hat wird basismäßig in durchlaufenden Achtelnoten angeschlagen, Ausnahme ist die zweite 2/8-Noten-Gruppe des 7/8- Parts im ersten Takt des Notenbeispiels. Die Hi-Hat-Öffnungen in beiden Takten sorgen für soundmäßige Spannung und Finesse. Die in den 3/8-Noten-Gruppen jeweils auf der dritten Achtelnoten platzierten Sechzehntel- Triolen sind im Mix allerdings kaum auszumachen, da sie synchron zum E-Bass- Pattern gespielt und von diesem überdeckt werden.

Notenbeispiel 2: Der in Notenbeispiel 1 gezeigte Groove lässt sich auch als 6/4-Takt notieren und zählen. Diese Art entspricht sicherlich eher dem ruhigen Viertelpuls- Feeling des Beats und ist z. T. für den mit ungeraden Takten eher ungeübten Drummer eventuell rhythmisch einfacher umzusetzen. Probiert es einfach aus! Übe-Tipps wie oben.

Übe-Tipp: Um diesen Beat spielen zu können, sollte zuerst das Zählen des 5/8- bzw. 7/8-Taktes bzw. der 2er- und 3er-Achtelnoten-Gruppen trainiert werden. Sobald das funktioniert, könnt ihr den Basisbeat spielen und dabei weiterhin mitzählen. Ich würde dazu anfangs die Achtelnoten auf der Hi-Hat durchlaufend spielen, d. h. zunächst die Hi-Hat-Öffnungen sowie die Sechzehntel- Triolen ebenso weglassen wie die zusätzlichen Bassdrum-Akzente auf der jeweils dritten Achtelnote der beiden 3er-Gruppen pro Takt.


(aus STICKS 11:12/2018)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Sie auch interessieren: