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Workshop

drummer @ work: Vinnie Colaiuta

Vinnie Colaiuta(Bild: David Phillips)

Über diesen Drummer muss man sicherlich nicht mehr viele Worte verlieren: Vinnie Colaiuta ist einer der genialsten und einflussreichsten Drummer unserer Zeit, der zudem in einem musikalisch extrem breit gefächerten Umfeld an Styles zuhause ist.

Die Liste der Bands und Musiker, mit denen er zusammengearbeitet hat, ist schier unglaublich: Frank Zappa, Sting, Herbie Hancock, Click Corea, Jeff Beck, Joni Mitchell, Chaka Khan, Robben Ford, Gino Vanelli, Lee Ritenour, George Benson, Alan Holdsworth, John McLaughlin, Bill Evans, Marcus Miller, Duran Duran, Simple Minds, Joe Cocker, Nick Kershaw, Eros Ramazotti, Céline Dion, Christina Aguilera, Megadeth … und das sind nur einige aus der endlosen Credit-Liste der renommiertesten Rock-, Pop- und Jazz-Künstler unserer Zeit.

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Für diese Folge der Workshop-Reihe „drummer@ work“ habe ich mir ein fantastisches Fill-Pattern ausgesucht, das Vinnie Colaiuta im Song „Gift With A Purchase“ des Brian Eisenberg Jazz Orchestra spielt. Zu finden ist das Ganze auf YouTube.

Notenbeispiel

Das notierte Pattern läuft über zwei 4/4- Takte, anschließend geht es mit einem recht unspektakulären „Geradeaus“-Beat im Bigband-Sound weiter. Wenn man sich das Notenbild ansieht, mag man schnell denken: „O je, kompliziert, 3er-, 4er- und 5er-Gruppen über durchlaufende Sechzehntel- Triolen phrasiert!“ Wenn man sich diese Figur jedoch anhört, so erklingt ein richtig cooles Fill-Pattern, das recht kompakt rüberkommt. Dies ist bedingt durch die durchlaufenden Sechzehntel-Triolen, wobei die polyrhythmischen Überlagerungen der 3er-, 4er- und 5er-Gruppen und die hervorragende dynamische Umsetzung von akzentuierten und leisen Schlägen jede Menge rhythmische Spannung erzeugt. Und das ohne dabei auch nur ansatzweise irgendwie „frickelig“ zu klingen. Kein Wunder, schließlich sitzt Drum-Legende Vinnie Colaiuta am Set.

Vinnie Colaiuta Noten

Das Pattern läuft über die Takte 1 und 2 des Notenbeispiels. Die Figur besteht aus einer 5er-, zwei 3er- sowie einer 4er-Gruppe, insgesamt also eine Gruppe von 15 Anschlägen. Diese werden nun über Sechzehntel-Triolen rhythmisiert und zweimal hintereinander gespielt, das Ganze läuft also über insgesamt fünf Viertelnoten.

Das exakte Sticking, die Dynamik sowie die Orchestrierung habe ich euch im Notenbeispiel genauestens notiert. Ab der Zählzeit „2“ im zweiten 4/4-Takt kommen zwei eher konventionelle 6er-Gruppen-Patterns zum Einsatz, bevor die Figur auf der Zählzeit „4“ mit einem gleichzeitigen bzw. leicht flam-mäßigen Abschlag auf der Snaredrum und dem Floor-Tom endet.

Viel Spaß mit diesem fabelhaften, äußerst kreativen Fill-Pattern von Vinnie Colaiuta, mit dem ihr euer Repertoire musikalisch nachhaltig erweitern könnt, wenn ihr die verschiedenen Elemente in euer Schlagzeugspiel integriert.

Tipp: Die hier verwendeten Stickings der 3er- und 4er-Gruppen gehören sicherlich zum Standard-Repertoire der meisten Drummer, die 5er-Gruppe eher weniger. Ihr solltet daher erst einmal die einzelnen Gruppen ausprobieren und die Figuren erst dann, wenn das Ganze „läuft“ zum kompletten Pattern zusammenfügen. Der Weg zum korrekten Rhythmisieren über Sechzehntel ist dann nicht mehr allzu weit, wobei das Spielen zum Click sicherlich anfangs unabdingbar ist, bevor sich das Ganze dem inneren Ohr und Feeling eingeprägt hat.


Diethard Stein hat als vielbeschäftigter Musiker mit zahlreichen nationalen und internationalen Top-Musikern gespielt. Er arbeitet als Schlagzeug-Dozent an der Musik & Kunstschule Velbert. Seine Lehrbücher unter dem Titel „Modern Drumming“ sind europaweit als Standardlehrwerke für den Schlagzeugunterricht etabliert. Band 1 der Reihe ist sowohl in deutscher wie in englischer Sprache erhältlich und eines der meistverkauften Schlagzeuglehrbücher weltweit. Diethard Stein ist seit der ersten Ausgabe von 1988 STICKS-Autor.

mail@diethard-stein.de


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Kommentare zu diesem Artikel

  1. Sehr geil: ” Click Corea” !!!
    Schöner drum-relevanter freudscher Verschreiber…!

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  2. Die amerikanischen Drummer sind meist keine Puristen. Von der Ausbildung her bekommen sie alles mit was “Styles” angeht. Viele (alle Guten) nutzen auch dies. So auch Vinnie!
    Ich bevorzuge (derzeit!!) seine Zusammenarbeit mit Jeff Beck und mit der Bassistin Tal Wilkenfeld. Die Hinterlassenschaft in Form von Videos ist grandios. — Vinnie ist immer hörens und sehenswert.

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