Kolumne

Drums and Business: Tipps zum Datenschutz & DSGVO

Patrick Metzger(Bild: Christian Weber)

Willkommen zu meiner Kolumne über unser tägliches Business – und dieses Mal zu einer vielleicht auch etwas besonderen Folge. Die DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung) hat seit ihrem Inkrafttreten am 25. Mai 2018 so einige Wellen geschlagen. Diese haben sich mittlerweile wieder gelegt, dennoch habe ich von euch einige Mails bekommen mit der Frage, ob ich dazu nicht einmal etwas schreiben könnte.


Inhalt dieser Kolumne:

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Diesem Wunsch komme ich gerne nach, möchte aber dazu sagen, dass ich kein Datenschutzbeauftragter bin und – wenn es ins Detail geht – auch hier wieder den Rat von Fachleuten hinzuziehe. Dies wäre dann auch schon gleich der erste Tipp, den ich jedem nur empfehlen kann, der Detailfragen oder besondere Anliegen hinsichtlich der DGSVO und der Umsetzung der Datenschutzrichtlinien hat. In dieser Kolumne gibt es ein paar persönliche Anmerkungen zu diesem Thema, zu dem, was ich selbst getan oder veranlasst habe, und das Ganze natürlich speziell in Bezug auf unser Musiker-Business.

Allgemeines

Zu Beginn einige allgemeine Infos. Die neue DSGVO (EU Datenschutz Grundverordnung) ist bereits am 25. Mai 2016 in Kraft getreten, nur ist erst ab dem 25. Mai 2018 die 24-monatige Frist abgelaufen, bis dahin sollten alle relevanten Änderungen umgesetzt werden. Zuvor, und dies schon seit Januar 1978 und danach in mehreren Revisonen, gab es in Deutschland das BDSG (Bundesdatenschutz Gesetz), was jedoch lange nicht solch eine Medienpräsenz hatte, in dem allerdings das meiste schon entsprechend geregelt war.

Hintergrund der DSGVO ist eine einheitliche, in der EU fest geregelte Datenschutzverordnung, nach der Unternehmen/Unternehmer private Daten ihrer Kunden auf lange Sicht weder speichern noch an dritte weiterleiten dürfen. Dies trifft jedoch somit nicht nur die großen Konzerne wie Amazon, Google, Facebook etc., sondern auch die mittelständischen und kleinen Firmen, Handwerker, Ärzte, Behörden und auch uns Selbstständige Musiker.

Wir alle haben Daten von unseren Kunden (Auftraggeber, Veranstalter), von Schülern (Privat oder Musikschule) und von Kollegen, die wir anrufen oder ggf. an andere weitervermitteln. So wundert es nicht, dass die DSGVO auch in unserer Branche für Aufsehen gesorgt hat. In den folgenden Punkten kann ich zwar nicht ins Detail gehen, aber ich möchte ein paar Dinge aufzählen, welche ich selbst gemacht habe, um rechtlich auf der sicheren Seite zu sein.

Website

Auf eurer Website sollte ein Link mit der aktuellen Datenschutzverordnung eingepflegt sein. Hierzu gibt es perfekte Vorlagen im Netz, welche frei genutzt werden dürfen, oder ihr gebt es eurem Webmaster in Auftrag, denn auch er muss sich schließlich an diese neuen Richtlinien halten.

Weiterhin solltet ihr eingepflegte Videos, wenn diese nicht von euch selbst sind, andere Personen darauf zu sehen sind etc., vorsichtshalber von der Website entfernen. In meinem Fall habe ich nun einen Link direkt auf meinen YouTtube-Kanal erstellt. Im besten Fall hat euch eurer Web-Anbieter sowieso bereits einen neuen Vertrag zugestellt, den ihr unterschreiben müsst, da er ja wiederum Daten von euch hat. Dies gilt im Übrigen auch für die, die einen Amazon-Shop betreiben.

Facebook

Viele von uns nutzen zur Promotion ein eigenes Facebook-Profil. Hier gilt es jedoch zu unterscheiden, ob dies ein privates Profil ist oder für jeden öffentlich sichtbar. Viele haben zum Beispiel ihr Profil auf „privat“ umgestellt. Dies wäre eine Möglichkeit. Viele nutzen auch für sich oder ihre Band ein so genanntes „Artist Profil“ und haben dies umgehend „offline“ geschaltet. Mittlerweile hat sich auch hier die „Panikwelle“ etwas gelegt, und viele sind wieder online, da wir dieses Portal alle als Werbung für unsere Tätigkeiten, Veranstaltungen oder unsere Bands nutzen. Allerdings muss man auch feststellen, dass bis heute von Seiten von Facebook immer noch Klärungs- und Nachholbedarf besteht.

Schüler/Musikschule

Holt euch auf jeden Fall die Zustimmung eurer Schüler, dass ihr ihre Daten wie E-Mail-Adresse, Anschrift, Telefonnummer, Bankverbindung etc. für eure beruflichen Zwecke nutzen dürft, jedoch nicht veröffentlicht oder an andere weiterleitet. Beispiel: Beim Erstellen von Rechnungen seid ihr gegenüber dem Finanzamt 10 Jahre in der Nachweispflicht und müsst so lange die entsprechenden Daten zur Verfügung haben. Mein persönlicher Tipp: Ich habe durch einen Blindverteiler und per E-Mail meine Schüler darüber informiert und um eine Zustimmung gemäß DSGVO gebeten. Viele öffentliche und private Musikschulen haben dies in Form von Rundschreiben und E-Mails ebenso gemacht.

Abmahnungen

Es gibt spezielle Abmahn-Anwälte, die wohl auch Stichproben machen und bei vorgeblichen oder tatsächlichen Verstößen gegen die DSGVO Abmahnungen erteilen. Hier sind in Hinblick auf Konzerne und Großunternehmen sehr hohe und für uns Musiker wohl utopische Summen als Strafe angesetzt. Wer insgesamt sicher gehen möchte, dass alles korrekt gehandhabt wird, der kann bei der Datenschutzbehörde (je Bundesland) schriftlich anfragen und sich nach dem aktuellen Sachverhalt erkunden (https://www.bfdi.bund.de/DE/Infothek/Anschriften_Links/anschriften_links-node.html). Es sei jedoch erwähnt, dass diese eine Bearbeitungszeit von min. 6 – 8 Wochen haben und seit der Neuverordnung alle schlichtweg überfordert sind. In meinem Fall ist bis heute eine Anfrage vom Juni 2018 immer noch nicht beantwortet. Also nochmals mein Tipp: Redet mit eurem Webmaster und vielleicht auch mit eurem Anwalt und/oder Steuerberater. Diese betrifft das Thema DSGVO ebenso, sogar in ganz anderen Ausmaßen. Und vielleicht kennt ihr sogar jemanden, der Datenschutzbeauftragter ist.

Persönliches Statement

Sollen wir einem Kunden, dem wir unsere Visitenkarte geben, weil er ein Engagement für unsere Band oder Interesse an Unterricht hat, auch gleichzeitig eine Erklärung bzgl. der Daten nach DSGVO unterschreiben lassen? Sollen wir nun alle unsere Facebook-Profile abschalten? Facebook ist immer noch Kommunikations-Medium und Kontaktbörse Nr. 1, gerade für uns Musiker. Facebook hat bis heute immer noch Handlungsbedarf. Hier wurde und wird vieles heißer gekocht als gegessen, und ich persönlich finde viele Aktionen etwas übertrieben.

Sicherlich ist es wichtig, dass große Konzerne hier für ihre Datenschiebereien mal eine Grenze gezeigt bekommen, jedoch treffen solche Gesetzte auch immer die kleinen Selbstständigen. Diese gesamte Neuverordnung der DSGVO hat in den letzten Monaten einen enormen Mehraufwand an Papier und Zeit in Anspruch genommen, der uns nur von unserem eigentlichen Job wieder einmal abgelenkt hat, so wie es leider in vielen Angelegenheiten von Behörden der Fall ist. Falls ihr es noch nicht getan habt, prüft bitte, in wie weit euch die Regelungen der DSGVO betreffen und lasst euch dabei von eurem Webmaster und evtl. eurem Anwalt beraten.

Ich hoffe, dass euch auch diese Ausgabe der Kolumne etwas geholfen hat und freue mich wie immer auf eure Fragen und Rückmeldungen. Bis zum nächsten Mal, dann geht’s wieder zurück zu unserem eigentlichen „Business“ und dem Thema „Versicherungen“. Alles Gute, euer Patrick.


Patrick MetzgerPatrick Metzger ist Live- und Studio-Drummer, Schlagzeuglehrer, Dozent, Buchautor und Networker für Percussion Creativ e. V. Seit 2013 ist er Tour-Drummer für Schlagersängerin Beatrice Egli. Seine stilistische Vielfalt stellt er außerdem mit vielen musikalischen Projekten und Bands unter Beweis. Patrick ist seit 2014 ständiger redaktioneller Mitarbeiter und Workshop- Autor für STICKS.

mail@drumsolo.de


(aus STICKS 09-10/2018)

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