Kolumne Drums & Business

Drums & Business: Versicherungen (2)

Patrick Metzger(Bild: Christian Weber)

Willkommen liebe Freunde und Kollegen zu einer neuen Ausgabe meiner „Drums & Business“-Kolumne in STICKS und zum zweiten Teil über das Thema Versicherungen. In der letzten Kolumne habe ich euch speziell über die Vor- und Nachteile der KSK (Künstlersozialkasse) informiert, aus meiner Sicht und aus der Position eines freiberuflichen Musikers.

Inhalt dieser Kolumne:

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Wie bereits beim letzten Mal erwähnt, ist das Thema „Versicherungen“ gerade für uns Freiberufler sehr wichtig, weshalb ich dazu auch etwas ausführlicher schreiben wollte und das Ganze also in zwei Folgen aufgeteilt habe. Kommen wir in dieser Kolumne nun auf weitere Versicherungen sowie mögliche Zusatzversicherungen zu sprechen.

Krankenzusatzversicherung

Beginnen möchte ich nochmals mit der Zusatzversicherung, die ihr als KSK-Versicherter zusätzlich bei eurer Krankenkasse abschließen könnt. Diese kann in einem längeren Krankheitsfall wirklich sinnvoll sein, da sie eine Krankengeldzahlung bereits ab dem 15. Krankheitstag ermöglicht und nicht wie üblich erst ab Tag 42. Wichtig ist hier die Krankmeldung beim Arzt. Weiterhin kann eine solche Zusatzversicherung auch noch andere Vorteile haben. Diese greift beispielsweise bei einer Reha oder Kur. Dies kommt jedoch auf das jeweilige Angebot der Krankenkasse an. Tipp: Informiert euch unbedingt mal bei eurer Kasse über diese Art der Zusatzversicherung und lasst euch einen Kostenvoranschlag machen. Manche Kassen haben hier einen Festpreis, manche berechnen dies nach den jeweiligen Einkünften.

Unfallversicherung

Was ist, wenn ich durch einen Unfall meinen Job nicht mehr ausüben kann? Wie hoch ist die Summe, die ich dann von der Versicherung bekomme und wann wird dieser Betrag überhaupt gezahlt? Monatlich? Einmalig? Ich rate dringend, hierzu ein paar Angebote von diversen Versicherungen zu vergleichen und zudem mit einem Fachmann zu sprechen. Wichtig wäre zum Beispiel auch zu klären, welche Leistungen in welchem Fall bzw. Art Unfall – Fremdeinwirkung oder Eigenverschulden? – gezahlt werden. Als Beispiel: Stößt mich jemand die Treppe herunter oder falle ich selbst und bin danach so schwer verletzt dass ich meinen Job nicht mehr machen kann? Weiterhin gibt es einige Unterschiede im Verletzungsgrad (%) und welche Körperteile betroffen sind. Also: unbedingt individuell und detailliert abklären!

Privatrente/Altersvorsorge

Auch wenn wir als KSK-Versicherter hier unseren gesetzlichen Beitrag an die deutschen Rentenversicherungen abführen, so wissen wir, dass dies im Alter nicht mehr ausreichen wird. Eine private Altersvorsorge oder Privatrente ist heute ein absolutes Muss! Selbst Arbeitnehmer in ihren geregelten Dayjobs haben mittlerweile solche Versicherungen. Es gibt viele unterschiedliche Möglichkeiten und Modelle von verschiedenen Versicherungsgesellschaften. Ich kenne auch Kombinationen einer Lebensversicherung und einer Altersvorsorge. Ich rate hier jedem, sich gründlich zu informieren und Angebote zu vergleichen. Beachten solltet ihr folgendes: Ab welchem Lebensalter kann eine solche Rente ausgezahlt werden? Ist es eine einmalige oder monatliche Rente? Wie hoch ist mein Beitrag, den ich in meiner aktiven Zeit zahlen muss. Dieser Beitrag steigt – wie übrigens fast alle Rentenbeiträge – jährlich prozentual an, was man ebenfalls berücksichtigen sollte.

Instrumentenversicherung

Diese Versicherung ist zwar nicht ganz so lebensnotwendig im Vergleich zu den anderen, aber wir alle wissen, wie wichtig und wertvoll unser Equipment ist. Wie sieht es also bei Diebstahl, Vandalismus, Brand, Wasserschäden (z. B. im Auto, im Proberaum oder am Auftrittsort) aus? Mir wurde vor Jahren beim Beladen meines PKW nach einem Gig ein Mikrofonkoffer geklaut und ich musste schnellstmöglich neue Mikros kaufen. Innerhalb von 3 Tagen hatte ich bereits das Geld der Versicherung bekommen. Checkt hier mal die Angebote auf dem Markt. Die paar Euro im Jahr sollte man wirklich investieren. Übrigens: Es gibt Hausratversicherungen, bei denen sind Musikinstrumente NICHT im Detail versichert. Darauf solltet ihr unbedingt achten, z. B. auch, wenn ihr eine eigene Musikschule in einem separaten Gebäude habt.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Vorsicht bei dieser Art von Versicherung! Hier gibt es unzählige Möglichkeiten und Angebote, aber wie wird bei unserem Job eine „Berufsunfähigkeit“ genau definiert? Und für welchen Beruf genau? Da die meisten von uns verschiedene Berufsfelder haben, ist dies ganz schwer festzulegen, und aus eigenen Gesprächen mit Versicherungen weiß ich, dass diese Angebote nicht nur teuer sind, sondern auch nur für bestimmte Bereiche zutreffen. Dann heißt es vielleicht. „Sie können keine Auftritte mehr spielen, aber sie sind ja auch Lehrer, also unterrichten sie doch!“ Oder: „Musik machen können sie zwar nicht mehr, aber sie haben ja früher mal einen anderen Beruf gelernt!“ Glaubt mir, Versicherungen kommen hier auf die tollsten Ideen, um dann nicht zahlen zu müssen. Hier ist also äußerste Vorsicht geboten, und ich bin kein Fan von solchen Angeboten. Mein Tipp: Lieber eine gute Unfallversicherung und ausreichende Altersvorsorge, wenn ich im hohen Alter nicht mehr spielen kann.

Zum Schluss möchte ich noch erwähnen, dass alles was ich hier schreibe meine persönlichen Erfahrungen, Ansichten und Tipps sind. Das war es meinerseits zum Thema Versicherungen. In der nächsten Kolumne reden wir über das liebe Geld bzw. die Finanzen. Wer jetzt schon weitere Infos erhalten möchte, kann natürlich auch meine Broschüre über meinen Onlineshop bestellen. Und wie immer gehe ich auch gerne auf eure Fragen und Wünsche ein. Einfach hierzu eine E-Mail an mail@drumsolo.de senden. Bis zum nächsten Mal, alles Gute, euer Patrick.

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(aus STICKS 01/02:2019)

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