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Workshop

Fit For Drums: Bewegungslernen (2)

Florian Fochs

Willkommen zu einer weiteren Workshop-Folge von „Fit for Drums“. In der ersten Folge zum Thema „Bewegungslernen“ haben wir uns mit dem Lernen von Bewegungsabläufen am Beispiel des Paradiddles auseinandergesetzt. In Folge 2 zum Thema geht es darum, einen Paradiddle-Groove über unterschiedliche Methoden neu zu lernen. Dafür brauchen wir neben den musikalischen Kenntnissen auch wieder bewegungsspezifische Fertigkeiten.

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Wir beginnen dazu mit einem kleinen Test: Versucht zunächst, den Groove aus Beispiel 1 komplett zu spielen. Da es sich hierbei um einen recht komplexen Groove handelt, wird es vielen wahrscheinlich nicht auf Anhieb gelingen, diesen fehlerfrei zu spielen. Es gibt jetzt zwei Methoden, mit denen ihr den neuen Groove und damit die neue Bewegung erlernen könnt.

Ganzheitliches Lernen neuer Bewegungen

Die erste Variante ist das Erlernen eines Bewe gungsablaufes in seiner Gesamtheit. Dafür wird zum Spielen häufig das Tempo heruntergesetzt. Generell ist es sinnvoll, neue Bewegungen zunächst langsam zu üben und sie richtig auszuführen. Ihr müsst jedoch bedenken, dass bei einer zu geringen Bewegungsgeschwindigkeit die Bewegung ihre Grundstruktur verliert und die einzelnen Teilbewegungen der Hände und Füße isoliert ablaufen. Es findet also kein optimal koordiniertes Zusammenwirken der unterschiedlichen Teilelemente statt. Damit wird die gesamte Bewegung unsauber, der Bewegungsfluss stockt, und das Spiel wird ebenso klingen. Ein gewisses Tempo bzw. eine bestimmte Bewegungsgeschwindigkeit sind also notwendig.

Als Alternative zu der Ganzheitsmethode gibt es die Teil-Lernmethode, deren Anwendung gerade bei einer hohen Komplexität und Schwierigkeit einer musikalischen Figur und damit auch einer Bewegung sinnvoll ist. Dabei werden der Groove und seine Bewegung in Einzelteile zerlegt und nach und nach aufgebaut.

Neuen Groove in Teilschritten lernen

Unser Beispiel-Groove dieses Workshops basiert auf einer Paradiddle-Figur, die ihr mit den Händen verteilt auf Hi-Hat und Snaredrum spielt, wobei die „2“ und die „4“ auf der Snaredrum betont werden. Dadurch müsst ihr die Schläge mit den Händen in einem unterschiedlichen Bewegungsumfang spielen, damit ihr die entsprechende Dynamik erreicht. Spielt deshalb zunächst den Part der Hände ohne den Einsatz der Bassdrum (Beispiel 2), damit ihr einen gleichmäßigen Bewegungsfluss trainieren und damit einen sauberen Klang erreichen könnt.  Spielt diese Variante mindestens drei Durchgänge zu je 5 Minuten. Nur durch eine solche Regelmäßigkeit schafft ihr es, den Bewegungsablauf zu automatisieren.

fit for drums noten

Vom Einfachen zum Komplexen

Schauen wir uns den kompletten Groove noch einmal an, fällt auf, dass die Bassdrum-Figur sehr komplex ist. Die Kombination der unterschiedlichen Teilbewegungen von Händen und Füßen ist also nicht ganz einfach. Deshalb macht es an dieser Stelle Sinn, die Bassdrum- Figur zu zerlegen. Dies entspricht dem Prinzip „vom Einfachen zum Komplexen“ aus der Sportmethodik. Um eine Gesamtbewegung – hier also unseren Groove – in ihrer bewegungstechnischen und musikalischen Gesamtheit und Komplexität zu beherrschen, ist es sinnvoll, diese in Teilschritte zu zerlegen und somit zu lernen. Beispiel 3 beginnt daher mit einer stark vereinfachten Bassdrum-Figur mit Schlägen auf die „1,“ die „3“ und die „3und.“ Damit habt ihr ein Grundmuster des Grooves. Diese Bassdrum-Schläge sowie die betonten Snaredrum- Schläge bieten euch einen Rahmen, sowohl für das musikalische Verständnis als auch für den Ablauf der Bewegung.

In Beispiel 4 wird diese Grundstruktur um einen weiteren Bassdrum-Schlag auf die „1e+te“ und in Beispiel 5 um einen Schlag auf die „2e+te“ erweitert. Jetzt kommt in Beispiel 6 noch der Schlag auf die „4und“ hinzu, bevor ihr den kompletten Groove (siehe Beispiel 1) erreicht habt.

Für das Üben sind allerdings beide Methoden wichtig – das ganzheitliche Lernen und das Lernen in Teilschritten. Je nach Komplexität und Schwierigkeit neuer musikalischer Figuren/Elemente und den dazugehörigen Bewegungen solltet ihr euch für eine der beiden Varianten entscheiden. Wenn ihr Fragen oder Themenwünsche habt, schickt mir bitte gerne eine E-Mail. Bis zum nächsten Mal wünsch ich euch viel Spaß beim Üben, euer Flo.


Florian FochsFlorian Fochs ist Drummer und diplomierter Sportlehrer. Er entwickelte das Fitnessprogramm für Schlagzeuger .„Fit for Drums.“ (Buch erhältlich im STICKS-Shop www.sticks.de/shop), mit dem er Drummer im Hinblick auf die Bedeutung der körperlichen Voraussetzungen beim Schlagzeugspielen schult und ihnen Tipps und Tricks gibt, wie man Beschwerden und Probleme reduzieren und diesen vorbeugen sowie die spielerischen Fähigkeiten verbessern kann.

info@florianfochs.de


(aus STICKS 09-10/2018)

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