Produkt: Sticks 05-06/2019
Sticks 05-06/2019
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Drums & Fitness

Fit For Drums: Cooling Down (2)

Florian Fochs(Bild: Corina Schwaab-Wiesel)

Willkommen zu einer weiteren Folge des „Fit for Drums“- Workshops zum Thema „Cooling Down“! In der ersten Folge zu diesem Thema in STICKS 11/12:2018 haben wir verschiedene Übungen kennengelernt, die wir zum „Cooling Down“ unmittelbar nach einem Gig durchführen können, um am Tag nach einem anstrengenden Gig fitter zu sein.

Doch trotz aller Maßnahmen merkt man oft noch die Anstrengungen und Belastungen des Vortages. Man spürt noch alle Muskeln und Knochen. Viele Bewegungen fallen einem teilweise schwerer. Was kann man denn nun am „Tag danach“ machen, um den körperlichen Zustand zu verbessern?

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Aktive Erholung ist eine Möglichkeit genau hier anzupacken. Allgemein verstehen wir unter dem Begriff der Erholung jegliche Maßnahmen, die zur Regeneration des Körpers durchgeführt werden. Die meisten kennen sogenannte passive Regenerationsmethoden wie ausreichend Schlaf, eine ausgewogene Ernährung und therapeutische Maßnahmen wie Massagen oder Saunagänge.

Aktive Erholungsmethoden sind dagegen gezielte Bewegungsformen, die die Durchblutung verbessern und dabei den Stoffwechsel aktivieren, um den Abbau und Abtransport von Stoffwechselprodukten zu beschleunigen, die bei der Belastung entstanden sind. Dies funktioniert am besten über Bewegungsformen, die den gesamten Körper betreffen. Ich zeige euch nun einige Beispiele, wie ihr sowohl spielerisch als auch sportlich euren Körper aktiv regenerieren könnt.

Spielerische Übungen

Verschiedene Hand/Fuß-Kombinationen eignen sich sehr gut, um eine solche aktive Regeneration spielerisch durchzuführen. Zwischen Bassdrum und Hi-Hat spielt ihr eine 3er-Verschiebung. Parallel dazu werden mit den Händen Sechzehntel-Noten gespielt – zunächst mit Single Strokes (Beispiel 1). Dabei könnt ihr den Handsatz variieren, indem ihr in den weiteren Durchgängen die Sechzehntel mit Double Strokes, Inverted Double Strokes oder mit dem Paradiddle spielt (siehe Beispiele 2 – 4).

Als Alternative könnt ihr die Sechzehntel- Noten mit Akzenten versehen, wobei jeweils eine Sechzehntel-Note pro Viertelnoten- Zählzeit betont gespielt wird. Diese akzentuierten Sechzehntel könnt ihr dann jeweils noch innerhalb der Viertelnoten-Zählzeit verschieben (Moving Accents: siehe Beispiele 5 – 8). Wenn ihr wollt, könnt ihr jetzt die Stickings mit den Akzenten kombinieren. Hieraus ergeben sich vielfältige Möglichkeiten zum Bewegungsund Koordinationslernen, mit denen ihr neben der Regeneration gleichzeitig eure Technik und eure Unabhängigkeit verbessern könnt.

Die spielerischen Übungen zur aktiven Erholung solltet ihr nicht in einem hohen Tempo spielen. Bewegungen in geringen Intensitäten unterstützen die Regeneration des Körpers am besten. Wählt deshalb ein Tempo zwischen 60 und 85 bpm und spielt die Übungen 1 – 8 jeweils 6 – 8 Minuten lang. Auch im Hinblick auf die Dynamik könnt ihr die Regeneration spielerisch unterstützen. Lautes, kraftvolles Spielen mit einem hohen Bewegungsumfang benötigt nicht nur mehr Energie, sondern bringt auch höhere Belastungen für den Körper mit sich. Leiseres, gefühlvolleres Spielen ist dementsprechend für die Erholung zielgerichteter.

Cooling Down Notenbeispiele

Ausgleichssport

Neben spielerischen Übungen eignen sich verschiedene sportliche Aktivitäten zur Unterstützung der Regeneration. Hier spricht man von sogenannten Ausgleichssportarten. Lockeres Laufen, Radfahren und besonders Schwimmen sind Sportarten, die ihr am Tag nach einem anstrengenden Gig durchführen könnt. Gerade Schwimmen ist schonend für die Gelenke und stabilisiert zusätzlich die Körperhaltung. Die Dauer einer solchen Einheit sollte etwa 30 – 45 Minuten betragen. Hierbei müsst ihr allerdings darauf achten, dass ihr die Bewegungsintensitäten nicht zu hoch wählt. Als Anhaltspunkt dient die Herzfrequenz. Wenn diese bei etwa 50 – 60% der maximalen Herzfrequenz liegt, bewegt ihr euch im optimalen Rahmen.

Zusätzlich zu den spielerischen Übungen und dem Ausgleichssport eignet sich auch nach den Einheiten erneut ein ausgiebiges Lockern und Dehnen der Muskulatur. Übungen hierzu haben wir ja in der ersten Workshop- Folge zu diesem Thema in STICKS 11/12:2018 intensiv besprochen. Allgemein verbessern solche moderaten Belastungen die Regeneration, indem die Durchblutung und damit der Stoffwechsel in der Muskulatur verbessert werden.

Drummer, die hauptsächlich an Wochenenden auftreten, können in den folgenden Tagen, wenn sich der Körper wieder erholt hat, die Intensität der Übungseinheiten wieder steigern. Dann geht man optimal erholt und vorbereitet in den nächsten Gig. Etwas anderes ist es, wenn man längere Tourneen spielt und somit nur an den Off- Days Gelegenheit zur Regeneration hat. Doch auch dazu gibt es Übungen und Möglichkeiten, die wir in der nächsten Folge von „Fit for Drums“ zum Thema „Cooling Down“ vorstellen.

Wenn ihr Fragen oder Themenwünsche zu „Fit for Drums“ habt, dann schickt mir bitte eine E-Mail (info@florianfochs.de).

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(aus STICKS 01/02:2019)

Produkt: Sticks 07-08/2019
Sticks 07-08/2019
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