Produkt: Sticks 11-12/2019
Sticks 11-12/2019
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Problemlösungen

Fit For Drums: Cooling Down

Florian Fochs

Willkommen zu einer neuen Workshop-Folge von „Fit for Drums“ mit einem neuen Themenbereich. Nachdem wir uns in den vorausgegangenen Workshop-Folgen mit den Themen „Bewegungsrichtung und Bewegungen lernen“ beschäftigt haben, geht es nun um einen neuen Begriff: das „Abwärmen“!

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Wer von euch hat es nicht auch schon einmal erlebt: Der Morgen danach – nach einer langen Spielzeit (Drummer z. B. von Cover- und Partybands kennen die intensiven Gigs mit einer Dauer von vier bis fünf Stunden), nach dem Abbau und dem Schleppen des Drumsets, nach der Heimfahrt und einer nicht allzu langen Nacht spürt man jeden Knochen und Muskel im Körper. Man fühlt sich wie von einer Dampfwalze überrollt. Gibt es denn nichts, was man gegen diesen Zustand tun kann? Doch klar – „Cooling Down“ oder auf Deutsch „Abwärmen“ lautet hier die Zauberformel.

Aber was heißt das genau? Unter dem Begriff „Aufwärmen“ (oder „Warmup“) können sich die meisten etwas vorstellen. Doch was ist mit „Abwärmen“ gemeint? Hierzu gebe ich euch einen Vergleich. Nach einem Fußball-Bundesligaspiel kommen die Spieler wenige Minuten nach dem Schlusspfiff noch einmal aus der Kabine und laufen ganz locker noch einige Runden über den Platz. Hierbei handelt es sich um das so genannte „Auslaufen“. Ziel ist eine aktive Regeneration des Körpers, vor allem der Muskeln, Sehnen und Bänder. Der Stoffwechsel soll sich dabei wieder normalisieren.

Stoffwechselprodukte wie z. B. Laktat, die während der Belastung entstanden sind, werden durch das „Abwärmen“ schneller wieder abgebaut. Das gleiche Phänomen trifft auf uns Schlagzeuger zu. Bei der körperlichen Beanspruchung und Belastung während des Spielens benötigt der Körper sehr viel Energie. Beim Verbrennen der Energieträger (Kohlenhydrate, Fette, Eiweiße) werden Abfallprodukte gebildet. Diese und die leeren Energiespeicher sorgen unter anderem für den eingangs beschriebenen körperlichen Zustand. Das zeigt also, dass wir unseren Körper auf verschiedene Weisen regenerieren müssen.

Ernährung, Schlaf und Cooling Down

Die Regeneration beginnt bereits vor und während des Gigs. Die Aufnahme von ausreichend Flüssigkeit hilft dem Körper, Stoffwechselprodukte abzutransportieren. Ebenso ist eine ausgewogene Ernährung hilfreich, die Belastungen des Spielens bewältigen zu können, da der Körper hierbei alle benötigten Energien bekommt. Nicht zu vergessen ist im Anschluss ausreichend Schlaf zur Erholung. Doch das ist natürlich noch lange nicht alles. Auch wir Schlagzeuger können über verschiedene Bewegungs- und Übungsformen die aktive Regeneration unseres Körpers unterstützen. Auslaufen wie die Fußballer ist sicherlich bei den Gegebenheiten bei einem Gig etwas schwieriger umzusetzen (auch wenn es uns sicher gut tun würde). Wer möchte schon durch die Massen in einem Festzelt joggen? Ganz einfach umzusetzen sind dagegen verschiedene Dehn- und Stretching-Übungen. Diese könnt ihr problemlos im Backstage-Bereich durchführen.

Dehn- und Stretching-Übungen

Beginnt dabei mit den Händen und Unterarmen. Legt die Finger der rechten Hand auf die linke Hand. Die Finger zeigen dabei nach innen. Nun streckt ihr den Arm, drückt mit den Fingern nach unten (siehe Foto 1) und haltet die Position für 8 bis10 Sekunden. Wechselt anschließend die Hände und führt die Übung drei Mal pro Arm durch. Variiert diese Übung, indem ihr den Unterarm dreht, so dass die Finger zum Bauch zeigen (siehe Foto 2) und führt die Übung analog zur ersten Übung durch.

Foto 1: Unterarme I (Bild: Florian Fochs)
Foto 2: Unterarme II (Bild: Florian Fochs)

Schüttelt nach jedem Durchgang die Arme aus, um die Muskulatur zu lockern!

Haltet nun eure Arme vor dem Körper in Brusthöhe und greift mit dem Fingern beider Hände ineinander. Zieht die Arme nun auseinander (siehe Foto 3). Dabei dehnt und lockert ihr neben der Arm- auch die Brustmuskulatur. Greift nun mit beiden Armen hinter den Körper – der rechte Arm von oben und der linke von unten. Versucht, dass ihr dabei mit den Fingern beider Hände ineinander greift (siehe Foto 4). Haltet diese Position 10 bis 12 Sekunden, bevor ihr die Arme wechselt. Wiederholt diese Übung zwei bis drei Mal pro Seite. Hierbei wird die Rückenmuskulatur gedehnt, die durch das lange Sitzen beansprucht war.

Foto 3: Auseinanderziehen der Arme (Bild: Florian Fochs)
Foto 4: Rückenmuskulatur (Bild: Florian Fochs)

Die Oberschenkelmuskulatur ist beim Spielen ebenfalls stark beansprucht. Durch das Spielen im Sitzen sind die Muskeln der Oberschenkel-Rückseite permanent in einem verkürzten Zustand. Deshalb ist es wichtig, diese nach dem Spielen zu dehnen und zu lockern. Stellt euch dazu vor einen etwa hüfthohen Gegenstand. Cases eignen sich beispielsweise sehr gut dafür. Legt einen Fuß mit einem gestreckten Bein auf das Case und versucht, eure Zehenspitzen zu erreichen (siehe Foto 5). Haltet die Position 10 bis 12 Sekunden, wechselt das Bein und wiederholt die Übung drei Mal pro Seite.

Foto 5: Oberschenkel Rückseite I (Bild: Florian Fochs)

Eine weitere Möglichkeit für das Dehnen der Oberschenkelrückseite bietet das Berühren der Zehenspitzen im Stehen (siehe Foto 6). Stellt euch dazu mit leicht gegrätschten Beinen (etwas mehr als hüftbreit) auf, beugt euch nach vorne und versucht, die Zehenspitzen zu berühren. Achtung: Dabei nicht wippen! Haltet die Position für 10 bis 12 Sekunden, löst die Spannung und schüttelt die Beine aus, um die Muskeln zu lockern. Wiederholt dies ebenfalls drei Mal.

Foto 6: Oberschenkel Rückseite II (Bild: Florian Fochs)

Wenn ihr euch nach dem Gig 5 bis 10 Minuten Zeit nehmt und euch entsprechend dehnt, unterstützt ihr euren Körper bei der Regeneration. Dann wird auch der Tag danach deutlich angenehmer. Doch auch an diesem könnt ihr noch einiges für die Regeneration tun. Wer an diesem Tag üben möchte, wird merken, dass gerade dieses sicherlich nicht immer leicht fällt. Doch auch hier gibt es gezielte Möglichkeiten, Üben und Regeneration zu kombinieren. Tipps und Tricks dazu gibt es in der nächsten Workshop-Folge von „Fit for Drums“! Wenn ihr Fragen zu „Fit for Drums“ oder auch spezielle Themenwünsche habt, schickt mir bitte eine E-Mail. Bis zum nächsten Mal, euer Flo.


Florian FochsFlorian Fochs ist Drummer und diplomierter Sportlehrer. Er entwickelte das Fitnessprogramm für Schlagzeuger „Fit for Drums“, mit dem er Drummer im Hinblick auf die Bedeutung der körperlichen Voraussetzungen beim Schlagzeugspielen schult und ihnen Tipps und Tricks gibt, wie man Beschwerden und Probleme reduzieren und diesen vorbeugen sowie die spielerischen Fähigkeiten verbessern kann.

info@florianfochs.de


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