Workout für Schlagzeuger

Fit For Drums: Der Zusammenhang von Bewegung und Stockhaltung

Willkommen zu einer weiteren Workshop-Folge von „Fit for Drums“ und somit zum dritten Teil des Themas „Bewegung und Sound“. Nachdem wir in der letzten Workshop-Folge die Kriterien eines guten Körpergefühls und das Wahrnehmen von Bewegungen als Grundlage für einen guten Sound erarbeitet haben, geht es dieses Mal darum, dies in der Praxis umzusetzen.

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In diesem Zusammenhang ist die Stockhaltung von großer Bedeutung. Der Stock stellt die Verbindung zwischen der Bewegung und dem Schlagzeug dar. Die Art und Weise, wie ihr die Sticks haltet, hat neben der Bewegung einen entscheidenden Anteil, wie euer Spiel klingt.

Haltet zunächst mit einer Hand einen Stock vor dem Körper. Packt einen anderen Stock jetzt sehr fest mit der ganzen anderen Hand umschlungen und schlagt auf den vor dem Körper gehaltenen Stock. Beobachtet die Bewegung und hört genau auf den Klang, der dabei entsteht. Wiederholt dann diese Übung, haltet dabei den Stock jedoch locker. Und wie klingt es jetzt? Durch den fest gepackten Stock wird auch die Bewegung angespannter. Der Sound ist sehr trocken. Bei einem locker gehaltenen Stock dagegen ist bereits die Schlagbewegung wesentlich flüssiger. Der Klang des Stocks ist sehr offen. Ähnlich verhält es sich, wenn ihr mit zu fest gepackten Sticks auf den Trommeln spielt. Der Klang ist dumpf, der Sound wirkt gepresst. Bei einer lockeren Stockhaltung und entspannten Bewegungen ist die Auftreffzeit auf dem Fell sehr kurz.

Der Stock wird durch den Rebound vom Fell wegbewegt, so dass das Fell („ungebremst“) schwingen und den vollen, offenen Sound entfalten kann. Diese lockere Stockhaltung, gepaart mit einer lockeren Bewegung, soll im nächsten Schritt beim Spielen (zunächst) auf der Hi-Hat umgesetzt werden. Spielt die folgenden Hi-Hat-Patterns mit Moving Accents* (Übungen 1 – 4) jeweils über einen Zeitraum von drei Minuten. Zunächst spielt ihr die Übungen mit der rechten Hand. Beginnt langsam und spielt mit sauberen Bewegungsabläufen. Nutzt für die Akzente die Up- und Down-Bewegungen. Steigert das Tempo allmählich, sobald die Bewegungen wirklich „rund“ ablaufen. Beobachtet dabei eure Stockhaltung und kontrolliert, ob ihr die Stöcke mit einer ausreichenden Lockerheit in den Händen haltet. Achtet zudem auf eure Bewegungsabläufe, damit ihr auch hier nicht verkrampft. Anschließend spielt ihr die Übungen 1 – 4 mit der linken Hand.

Ergänzt jetzt die Hi-Hat-Patterns, indem ihr die Bassdrum auf den Zählzeiten „1“ und „3“ und die Snaredrum auf „2“ und „4“ spielt (Übungen 5 – 8). So ergeben sich einfache Grooves, bei denen ihr die lockere Spielweise praxisnah trainieren könnt. Bei einer guten Bewegung und einer lockeren Stockhaltung werdet ihr auch den gewünschten Sound erreichen, und euer Spiel wird ganz anders grooven. Achtet bewusst auf den Sound, und vergleicht, wie er sich mit zunehmender Lockerheit verändert. Zusätzlich könnt ihr durch diese Bewegungskriterien die Belastungen, die beim Spielen entstehen, deutlich reduzieren.

Die Kräfte der Schläge werden bei zu fest gehaltenen Sticks über diese direkt in die Hände, Gelenke und Unterarme übertragen. Dadurch steigt das Risiko für Gelenkschmerzen oder auch Sehnenscheidenentzündungen. Locker gehaltene Sticks federn diese Kräfte durch den Rebound dagegen ab, so dass sich die Belastungen nicht auf den Körper übertragen. Die positiven Auswirkungen für euer Spiel und im Hinblick auf entstehende Belastungen sind sehr groß. Es lohnt sich also, wenn ihr euch intensiv mit eurer Stockhaltung und der Bewegung auseinandersetzt. Bis zum nächsten Mal, groovige Grüße, euer Flo

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