Produkt: Sticks 07-08/2019
Sticks 07-08/2019
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CLASSIC DRUMMERS

Gene Krupa Drum Workshop

Nachdem wir uns in der ersten Folgen dieser Workshop-Reihe zu Gene Krupa mit seiner Biographie und seinen Verdiensten um das moderne Schlagzeugspielen und das Instrument Drumset, wie wir es heute kennen, beschäftigt haben, wollen wir nun zum praktischen Teil übergehen. Ich habe als erste Stilanalysen zu seinem Drumming für diese Workshop-Folge fünf Solobeispiele von Gene Krupa vorbereitet.

Gene-Krupa-am Schlagzeug
Eugene Bertram Krupa * 15.01.1909, Chicago, Illinois † 16.10.1973, Yonkers, New York

Die vier Takte aus Beispiel 1 sind dem Song „After You’ve Gone“ aus dem Jahr 1930 entnommen. Gene Krupa war damals gerade mal erst 21 Jahre alt. Dieser viertaktige, sehr effektvolle Break war damals eine kleine Sensation. Die Akzente auf der Snaredrum sind im Übrigen als Rimshots zu spielen und die Rauten auf der obersten Notenlinie symbolisieren eine Cowbell. Achtet bitte auf das Tempo, das hier in Halben Noten angegeben ist. Es ist also ziemlich flott, was sich bei den kommenden Illustrationen auch nicht ändern wird, eher im Gegenteil, es wird noch um einiges schneller. 😉

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Beispiel 2 zeigt das erste 32-taktige Drumsolo in der Geschichte des Jazz, bzw. des Drummings überhaupt. Gene Krupa verewigte sich damit 1935 in dem Song „Who“ mit dem Benny Goodman Trio und zeigt in diesem schnellen Tune seine hervorragende Besentechnik. Ab Takt 25 des Solos wischt Gene Krupa auch über die Snaredrum. Die Zählzeiten „2“ und „4“ werden dann mit der linken Hand geschlagen und mit der rechten Hand wird gewischt. Wie immer beim Notieren gibt es hier die Schwierigkeit, die vielen unterschiedlichen Akzentnuancen aufzuschreiben. Ein Problem, dass auch bei den kommenden Veranschaulichungen leider nicht zu umgehen ist. Und Achtung: Der Snareteppich ist hier entspannt bzw. abgeschaltet.bsp-2bsp-2-2

Beispiel 3 ist eine zweitaktige Solosequenz gegen Ende des Songs „I Hope Gabriel Likes My Music“ von 1936. Die Akzente sind wieder als Rimshots zu spielen; allerdings ist bei Gene Krupa ein Rimshot eben nicht nur ein Rimshot. Sie haben bei ihm so viele unterschiedliche Sounds, je nachdem wo und wie er sie auf der Snaredrum platziert. Man achte in diesem Beispiel auch besonders auf die Paradiddle-Figur, ein weiteres Merkmal für Gene Krupas Stil.bsp-3

In Beispiel 4 ist eine weitere Solopassage von Gene Krupa notiert. Diese acht Takte habe ich dem Song „Walk Jennie Walk“ entnommen, ebenfalls aus dem Jahre 1936, aufgenommen mit dem Benny Goodman Orchestra. Innerhalb dieser acht Takte gelingt Gene Krupa eine tolle Steigerung – und das alles ohne viel Schickschnack.bsp-4

Weiter geht es in Beispiel 5 mit einem anderen 32-taktigen Solo von 1936 aus dem Song „China Boy“, aufgenommen mit dem Benny Goodman Trio (Gene Krupa, Benny Goodman und Teddy Wilson). Gene Krupa beginnt hier sein Solo mehr als eine Art Begleit-Pattern für eine Strophe oder einen Chorus, gefolgt von einer kleinen, aber feinen Verschiebung. Diese Dreier-Verschiebung ist zwar heute nichts besonderes mehr (und auch damals gab es schon Drummer, die diese regelmäßig einsetzten), aber das Ganze über acht Takte lang zu machen, das war zu dieser Zeit wirklich schon ein Novum.

 

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Im nächsten Teil werde ich euch mehr von Gene Krupas innovativen Ideen präsentieren, mit denen er Drum-Geschichte geschrieben hat.

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