Produkt: Sticks 07-08/2019
Sticks 07-08/2019
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Drum-Workshop Long Distance Calling

Groove des Monats: Janosch Rathmer – Out There

JANOSCH RATHMER(Bild: © Tom Schäfer)

Gleich der Opener des Albums „Boundless“ von Long Distance Calling ist vom starken Schlagzeug geprägt. „Out There“ überrascht mit einem pulsierenden Drum-Intro, das ein klares Statement des Schlagzeugers Janosch Rathmer setzt.

Bei LDC sind die Drums nicht nur rhythmisches Beiwerk, sondern wichtiger Baustein einer instrumentalen Rockmusik, die unter dem Feinschliff der Münsteraner Band mit ganzer Macht und Dringlichkeit unter die Haut fährt. Drummer Janosch Rathmer bietet hier ein konzeptionelles Groove-Design, das als regelrecht kompositorisches Element dem Song-Intro ein dominantes Charisma verleiht.

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Notation

„Out There“ ist alles andere als ein Standard-Groove, sondern ein kreativ gestaltetes Kick-Tom- Pattern, dessen volle Wucht dem Song die Richtung vorgibt. Der Hauptcharakter des Grooves (Intro) prägt sich dadurch, dass keine Hi-Hats oder andere Becken zum Einsatz kommen. So beruht das System auf einem von Tom-Sounds dominiertem Pattern, das sich zwischen Floor-Tom, Rack-Tom und Bassdrum abspielt. Die Snare auf „3“ ist nicht vordergründig backbeat-lastig akzentuiert, sondern klanglich in den Tom-Flow eingegliedert. Dabei effektiert die Snare auf „3“ trotz des schiebenden Groove-Charakters ein subtiles Halftime-Feel.

Eine elementare Figur ist die alternierende Abfolge von Floor-Tom und Bassdrum. Das fett klingende Floor-Tom sitzt konsequent auf dem Viertelpuls, während die Bassdrum auf den Offbeats gespielt wird. Aufgelockert wird das Ganze durch kleine Einwürfe auf dem Tom sowie durch dosierte Bassdrum- Variationen.

Janosch Rathmer Out There

Statements Janosch Rathmer

Janosch, wie ist dieser Groove entstanden?

Janosch Rathmer: Wir hatten die Idee eines kraftvollen und meditativen Drum-Grooves, der den Track einleitet. Dabei ist die Grundform sehr spontan bei einem Jam im Proberaum entstanden. Ich habe den Groove weiterentwickelt und letztlich erst im Studio final ausgearbeitet. Rein rhythmisch gesehen ist das kein kompliziertes Ding. Aber es groovt, pulsiert und passt zum Konzept des Songs.

Dabei ist die Idee des alternierenden Tom/Kick-Pattern ja nicht alltäglich.

Janosch Rathmer: Ursprünglich war es auch ein „Four on the floor“-Thema. Aber im Studio war ich damit nicht zufrieden. Also integrierte ich eine Floor-Tom-Figur, und dadurch entwickelte sich mehr Power. Zudem bekam der Groove eine Signifikanz, einen gewissen Hook, der im Ohr bleibt.

Was ist der Trick, diesen Groove konsequent und geradlinig zu spielen?

Janosch Rathmer: Das Floor-Tom/Kick-Pattern muss selbstverständlich, relaxed, mit der nötigen Power und Coolness kommen. Es darf nicht erzwungen klingen.

Das Schlagzeug gibt hier ein starkes Statement ab und hält das Zepter in der Hand.

Janosch Rathmer: Bei uns hat jedes Instrument einen starken Anteil am Gesamtsound – allein deshalb, weil wir keinen Gesang haben. Mir eröffnet das natürlich viele Möglichkeiten.

Wie wurde der kräftig-fette Drumsound bei den Aufnahmen gemacht?

Janosch Rathmer: Das ist zum einen der Schlagzeug-Raum in den Prinzipal Studios. Andererseits muss man ein passendes Set haben und die richtige Auswahl an Fellen. Und am Ende ist es auch entscheidend, die Drums mit Power zu spielen ohne zu übertreiben. Notiert ist der Ausschnitt des Intro- Grooves (Tempo: Viertel = 150 bpm) von Takt 5 bis Takt 12. Klasse getrommelt und zudem wunderbar geeignet als kreatives Loop-Pattern. Viel Spaß dabei!

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(aus STICKS 03-04/2019)

Produkt: Sticks 05-06/2019
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