Produkt: Sticks 05-06/2019
Sticks 05-06/2019
Interviews: BEN GORDON – Breakdowns & Double-Kicks des Parkway Drivers +++ MIGUEL LAMAS – Acoustic Electronic Jazz Fusion +++ Test: MAPEX BLACK PANTHER Design Lab Versatus Drums
Workshop

Groove des Monats: Justin Derrico – Boldly Going Nowhere (Drums by Mark Schulman)

Mark Schulman(Bild: Lisa Skarell-Schulman)

Mark Schulman ist in der Tat ein Schlagzeuger, der nicht nur Schlagzeug spielt, sondern die gesamte Energie eines Grooves regelrecht lebt: „I don’t PLAY the drums … I AM the drums!“, dieses Statement sagt viel über jenen Schlagzeuger, der zu den weltweit erfolgreichsten Powerhouse-Typen Zählt, hoch oben auf den Drumrisern der Arena-Bühnen mit seinen Gretsch Drums.

Als kleiner Junge infizierte ihn die Beatlemania, und Ringos Auftritt bei der „Ed Sullivan Show“ beeindruckte ihn zutiefst. „Als ich die kreischenden Girls sah, war mir klar: DAS will ich!” Seit Dekaden spielt Mark Schulman mittlerweile in der Liga der First-Call-Drummer für Weltstars des Pop- und Rock-Business. Er spielte mit Cher, Foreigner, Stevie Nicks, Billy Idol, trat mit den Simple Minds auf dem Glastonbury-Festival vor 200.000 Zuschauern auf und ist natürlich auch der Drummer der alle Rekorde brechenden „Beautiful Trauma“ World Tour von Pink, deren Livedrummer er mittlerweile auch schon seit etlichen Jahren ist.

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Mark Schulman weiß, wie man Stadien rockt und welche spielerische Intensität erforderlich ist, um die Wirkung des Drum-Grooves vor zigtausend Fans zu entfachen. Er selber sagt, dass er sicherlich ein paar Chops draufhabe, aber im Prinzip ein eher simpel spielender Drummer sei. Warum die ganzen Big Stars ihn bezahlen, liege daran, dass er den Groove mit absoluter Energetik spielt. Und diese ist es, die Spannung, Adrenalin und den Headbanging-Faktor erzeugt: „Es ist nicht WAS du spielst, sondern WIE du es spielst!”

Diese Haltung wird geradezu überdeutlich bei einem Groovetrack, den Mark Schulman beim Video-Live-Recording des Songs „Boldly Going Nowhere“ trommelte. Dieser fulminante 7/4-Power-Groove ist ein bemerkenswertes Schulman-Statement als lebendige Ergänzung zum dazugehörigen Interview. „Boldly Going Nowhere“ stammt aus der Feder des Pink-Gitarristen Justin Derrico, der u. a. auch schon für Beyoncé und Tina Turner spielte. Co-Writer des Songs ist der Bassist und Produzent Corey Britz. Der Hardrock-Song ist das Titelstück des gleichnamigen Albums, das Justin Derrico 2010 veröffentlichte. Und Mark Schulman hat sich im Rahmen einer Drum Clinic diesen Song kurzerhand mal ausgeliehen.

Hierzu gibt es ein aufschlussreiches Video, das den live im Studio gespielten Drumpart zeigt und gleichsam Mark Schulmans Power-Attitude transportiert. In einigen Sequenzen sind ebenso einige aufschlussreiche Bilder des von Mark Schulman verwendeten Stickings zu sehen.

Mark Schulman Noten

Statement Mark Schulman

Sticks: Wie kam es dazu, dass du die Drums zu diesem Song gespielt hast?

Mark Schulman: Justin Derricos Bassist und Producer Corey Britz programmierte ursprünglich diesen verrückten Drumtrack, und Schlagzeuger Jeff Bowders spielte dann die Originalaufnahme ein. Ich fragte Justin, ob er mir den Song ohne Drumtrack zur Verfügung stellen könnte, denn ich wollte die Drums-Off-Version gerne als Livetrack bei meinen Drum Clinics verwenden.

Sticks: In der Mitte des Songs, während des Gitarrensolos, wechselt das Metrum von 4/4 zu 7/4. Nicht leicht den 7er als Power-Rockgroove zu verinnerlichen, oder?

Mark Schulman: Im Prinzip fühlt sich der 7er für mich ganz natürlich an. Das liegt auch an der echt kreativen Version der programmierten Vorlage. Hut ab, Corey! Was ich in diesem Song trommle, basiert in weiten Teilen auf der Vorlage von Jeff Bowders. Insofern habe ich diesen Groove nicht selber entwickelt, allerdings einige energetische Extras hinzugefügt.

Sticks: Letztendlich hört sich der Track gar nicht nach einem Odd-Meter-Groove an. Das ist sehr clever gemacht.

Mark Schulman: Das ist die Kunst, ungerade Taktarten musikalisch zu machen. Im Prinzip gibt es zwei Ansätze im Umgang mit Odd-Meter-Taktarten. Erstens: Man kann Odd-Groupings als solche ganz klar herausstellen und den Odd-Effekt à la Zappa absichtlich inszenieren. Oder zweitens: Man macht das Gegenteil und versucht Odd-Groupings spielerisch zu glätten und ihnen die Illusion zu verpassen, als seien es gerade Taktarten.

Sticks: Worin liegt die Herausforderung den Siebener wirklich zu rocken?

Mark Schulman: Der 7/4 an sich ist für mich keine Herausforderung. Diesen Track zu spielen ist pure Freude, weil die Nummer total groovt und die einzelnen Parts funky sind. Die einzige Herausforderung bestand für mich darin, den Song und die Arrangements zu lernen. Ich habe ihn zwischendurch während der Pink-Tour in Australien geübt – allerdings vorwiegend durch ständiges Hören und Reproduzieren im Kopf. Richtig gespielt und am Drumkit geübt habe ich den Track zum ersten Mal im Recording Studio, kurz bevor ich den Song dann beim australischen „Ultimate Drummers Weekend“ live auf die Bühne brachte. Viel Spaß mit diesem boldly 7/4 Groove Track!

Hier geht’s zum Mark-Schulman-Interview!


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