Produkt: Sticks 05-06/2019
Sticks 05-06/2019
Interviews: BEN GORDON – Breakdowns & Double-Kicks des Parkway Drivers +++ MIGUEL LAMAS – Acoustic Electronic Jazz Fusion +++ Test: MAPEX BLACK PANTHER Design Lab Versatus Drums
Workshop

Groove des Monats: The Soul Searchers – Ashley’s Roachclip Break (Drums by Kenneth Scoggims)

Auch wenn das Vokabular des Schlagzeugspielens sich stets um neue Sounds, Spielarten und Styles erweitert, so ist das Fundament doch immer wieder in der Tiefe der Geschichte zu finden – manchmal auch recht weit zurückliegend in der Vergangenheit.

Anzeige

In diesem Fall im Jahr 1974, als die Band The Soul Searchers aus Washington D.C. das Album „Salt Of The Earth“ herausbrachte. Auf dieser Platte befindet sich der Titel „Ashley’s Roachclip”, eine instrumentale Old-Style-Funk-Nummer, die eine Besonderheit bei 3:30 Min. zu bieten hat. Dort nämlich ist eine achttaktige Schlagzeugfigur zu hören, die aus heutiger Sicht zu jenen legendären Drum-Breaks zählt, die unzählige Male gesampelt und durch die Verwendung im Kontext neuer Musikströmungen eine Art Reinkarnation erfuhr. Künstler wie Run-D.M.C., LL Cool J, Eric B & Rakim, J Dilla und Hunderte andere legten diesen funky Drum-Part unter ihre Tracks und bedienten sich damit einer Groove-Sequenz, die später als „Ashley’s Roachclip Break“ zu den ultimativen und most sampled drum breaks der Electronic-, Dance-, DJ-, MC- und HipHop-Kultur avancierte.

Bekanntestes Pop-Beispiel ist wohl der Remix des Susan Vega Klassikers „Tom‘s Diner“. Das britische Dance-Projekt DNA legte angeblich den Soul-II-Soul-Drumtrack von „Keep on Movin’“ unter den Song, doch auch diese Abstammung des Tracks ist unverkennbar: „Ashley’s Roachclip“ – damals 1974 im Original getrommelt von Schlagzeuger Kenneth Scoggins.

Über den Drummer ist so gut wie nichts bekannt, man weiß lediglich, dass er Anfang bis Mitte der 1970er-Jahre den Soul Searchers angehörte und mit dieser Formation seine funky Grooves auf den beiden Alben „We The People“ (1972) und „Salt Of The Earth“ (1974) verewigte.

Dabei galten die Soul Searchers auch als Band des legendären Gitarristen, Sängers und „Godfather of Go-Go“ Chuck Brown, wodurch sie ebenso als Chuck Brown & The Soul Searchers bekannt wurden.

Hört man sich die acht Takte einmal an, so ist dieser typisch muffige Drum-Sound unverkennbar, der im Prinzip schon aus sich selbst heraus wie ein Sample klingt. Die eher matten Sounds der damals favorisierten Aufnahmetechnik eigneten sich gut als Sample- Vorlage, weil die Anwendung von Filtern und Pitches besonders effektiv griffen.

Abgesehen vom Gesamtklang zeigt der originale Track den Geist des damaligen funky Drumming und damit das klare Bild eines typischen Styles, der geradezu eine inspirative Steilvorlage für die Entwicklung der späteren Groove-Kultur liefert.

Besonders aussagekräftig ist die „thematisch“ bzw. „motivisch“ geprägte Bassdrum-Figur, die in hohem Maße den Groove-Charakter bestimmt. Ebenso wichtig für den klaren Wiedererkennungswert sind die Open-Hat-Betonungen auf „3und“ und „4und“.

Mit „Ashley’s Roachclip“ hat man einen Klassiker zur Hand, dessen acht Takte sich wunderbar auch in echt am Schlagzeug live gespielt loopen lassen. Hinzu kommt das kleine Fill in Takt 4 sowie der Schluss-Break im achten Takt. Als Clicktrack oder perkussives Playalong eignet sich eine Sechzehntel-Tambourine-Figur. Diese ist auch auf der Originalaufnahme zu hören und suggeriert eine Sechzehntel-Hi-Hat, was dem Groove einen zusätzlichen Drive sowie auch das gewisse musikalische Flair der damaligen Zeit schenkt. Viel Spaß mit diesem legendären Groove!


// [11311]

Produkt: Sticks 09-10/2019
Sticks 09-10/2019
FREDERIC MICHEL – Modern Pop Drummer +++ YOUTUBE-STARS: Sina Drums; COOP3RDRUMM3R +++ Rockin‘ 1000 +++ Studium an der POPAKADEMIE +++ ZULTAN Heritage Cymbals +++ PEARL Masters Maple/Gum Drums +++ ROGERS Dyna-Sonic Wood Snaredrums

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte dich auch interessieren