Produkt: Sticks 07-08/2019
Sticks 07-08/2019
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Der Drum-Stil von Ian Paice

Ian Paice: Stil-Analyse des Deep Purple Drummers (1)

Die 1969 in Hertford, England gegründete Band Deep Purple hatte bereits einige Alben aufgenommen und bereits einige beachtliche Single- und Album-Hits, bevor mit dem Titel „Smoke On The Water“ – vom 1972 erschienenen Album „Machine Head“ – ein „unsterblicher“ Hit gelang.

Im Casino des Schweizer Orts Montreux sollte die Band die Aufnahme des Albums „Machine Head“ – als Nachfolger der LP „Fireball“ – starten, doch als die einen Tag zuvor angereiste Band am Abend das Casino besuchte, um Frank Zappa & The Mothers Of Invention spielen zu sehen, erlebten sie, wie dieses in Flammen aufging.

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Die Musiker Von Deep Purple schrieben einen Song über dieses Erlebnis, wobei sie ihm eigentlich keine große Bedeutung beimaßen. Und wie so oft in der Musikgeschichte wurde gerade dieser Titel ein Riesenerfolg. „Smoke On The Water“ (Tempo: Viertel = 114 b.p.m., teilweise um bis zu 5 Beats schwankend) bietet neben einem der ultimativen Rock-Gitarren-Riffs auch gute Beispiele für das hohe spieltechnische Niveau von Ian Paice.

Das Notenbeispiel 1 zeigt das Hi-Hat-Pattern nach dem legendären Gitarren-Riff. Faszinierend: Ian Paice spielt keine ganz straighten 1/16-Noten, sondern lässt seine linke Hand minimal „hinterherhinken“, so dass es leicht „geshuffelt“ erscheint.

Schlagzeugnoten zu Ian Paice

 

In Notenbeispiel 2 ist die nächste Stufe der schrittweisen „Beat-Zusammensetzung“ zu sehen; nach weiteren vier Takten mit dem Bass zusammen zeigt das Notenbeispiel 3 den vollständigen Rhythmus. Im Notenbeispiel 4 seht ihr das Fill-in vor der ersten Strophe. Hieran kann man auch Ians Vorliebe für 1/16-Triolen erkennen, die er auf „und“-Zählzeiten beginnt und so sehr rollende Fill-ins kreiert.

Die Bassdrum lässt er in 1/8- Noten durchlaufen, bevor zum Anfang der Strophe (wie es das Notenbeispiel 5 zeigt), abrupt eine schwer wirkende 1/4-Noten-Hi-Hat zum Einsatz kommt.

Ian Paice schafft es, seine Grooves unheimlich rund und rollend klingen zu lassen. Dies zum Beispiel durch kleine Einwürfe auf der Snaredrum. Bevor die Bassdrum auf einem Downbeat zum Einsatz kommt, ergänzt er das direkt davor gespielt Hi-Hat-1/8 durch zwei angehängte, sehr leise gespielte Snaredrum-Noten zu einer 1/16- Triole.

Dies seht ihr in den Takten 2 und 5 des Notenbeispiel 5. Im vierten Takt sind es vier auf der „4und“ gespielte 1/32-Noten, die die nachfolgende „1“ noch mehr betonen. In Takt 6 spielt Ian Paice vor der „1“ des 7. Taktes zwei kaum hörbare 1/32-Noten auf der Snaredrum.

Diese schlägt er mit der linken Hand, wie bei der Ausführung eines mit links gespielten „zweifachen Vorschlags“. Auch sie lockern den Groove auf, und geben der folgenden „1“ mehr Gewicht. Das Notenbeispiel 6 zeigt das tolle Fill-in vor dem ersten Refrain. Auch hier verwendet Ian Paice wieder Triolen. Die zweimal gespielte Figur „zwei 1/16 – eine 1/16-Triole“ versieht er hier noch mit Akzenten auf dem ersten und letzten Schlag der Figur, weshalb sie noch rasanter klingt.

Auf der Zählzeit „4“ setzt Ian Paice eine weitere Lieblingsfigur ein: Rhythmisch betrachtet eine von einer 1/8-Note gefolgte 1/16-Triole, verteilt er diese in der Folge „R-L-R-Fuß“ auf die Snaredrum, das erste Tom und das zweite Tom auf, wobei die Bassdrum die Figur beendet. In Notenbeispiel 7 ist das Fill-in vor dem zweiten Refrain notiert. Dies klingt äußerst markant und endet ebenfalls wieder mit einer triolischen Figur.

Das Gitarrensolo begleitet Ian mit einem sehr kreativen Beat, nämlich schlichten 1/16-Noten, die er mit betonten 1/4-Noten auf der Snaredrum spielt. Die hier ebenfalls notierte Bassdrum-Figur ist nur selten konkret im Mix herauszuhören. Das Notenbeispiel 9 zeigt das Fill-in vor dem letzten Refrain, das rhythmisch von sehr klarer Struktur ist. Interessant sind noch zwei Beats aus dem fast anderthalbminütigen Outro.

In Notenbeispiel 10 seht ihr den ersten Groove, dessen geöffnete Hi-Hat vor der „2“ und der „4“ stark akzentuiert ist. Das Notenbeispiel 11 zeigt abschließend einen treibenden Snaredrum-1/4-Beat, bei dem sowohl die 1/4-Noten auf der Snaredrum als auch die stets auf dem vierten 1/16 jeder 1/4- Zählzeit geöffnete Hi-Hat stark betont sind.

Hier geht es zum 2. Teil! 

Produkt: Hush – Deep Purple
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