Produkt: Black Dog – Led Zeppelin
Black Dog – Led Zeppelin
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Stil-Analyse

John Bonham – Good Times Bad Times

Mit dem Song „Good Times, Bad Times“ möchte ich John Bonhams Drumming auf dem Debut-Album „Led Zeppelin“ von 1969 vorstellen.

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Im Notenbeispiel 1 seht ihr das Intro dieses Songs, der im Tempo Viertel = 93 b.p.m. gespielt wird. John Bonham spielt in allen fünf Takten die ersten beiden 1/8-Noten mit Snaredrum und Floor-Tom. Während er in Takt 1 die Hi-Hat in 1/4-Noten tritt, wechselt er im zweiten Takt zu 1/8-Noten. Im dritten Takt ergänzt er noch die auf der Cowbell gespielte, leicht geshuffelte 1/16-Figur, so dass er immer etwas neues „bietet“. Überraschend, dass erst in Takt 5 sein mit Single-Strokes gespieltes, rollendes Fill-in in die Strophe führt. Die hell klingende Cowbell behält John in der Strophe bei, allerdings spielt er hier mehr 1/8- und nur einige 1/16-Noten, während er weiterhin durchgehend die Hi-Hat in 1/8-Noten tritt.

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Im Notenbeispiel 2 ist der zweitaktige Strophen-Groove notiert: Beachtet das funky Wechselspiel von Bassdrum und Snaredrum, das wie eine gute, runde Melodie klingt. Richtig „rocken“ tut es, weil John Bonham die Instrumente unheimlich konstant anschlägt. STIL -ANALYS E john bonham (3) robert hurasky Das heißt, er trifft sie bei mehreren Schlägen an der gleichen Stelle, und dies mit der gleichen Kraft und Lautstärke. Sein mit offen, aber kernig klingender Bassdrum, durchsetzungsstarker Snaredrum und nur drei Toms bestücktes Set hat er jazzig hoch gestimmt, weshalb er mit Gefühl und der richtig dosierten Anschlagsstärke genau diesen tollen Drumsound erreicht. Sehr präsent ist sein Spiel nicht zuletzt deshalb, weil Led Zeppelin eben eine „kleine“ Band war, die an Instrumenten (zumindest auf den ersten Alben) meistens nur Gitarre, Bass, Schlagzeug aufnahm, ohne viele Overdubs zu machen. Insofern musste sein Drumsound auch nicht mit Effekten aufgeblasen werden, sondern klingt im Grunde so, wie er es eingetrommelt hat, nämlich großartig, quasi „1 zu 1“ im Sound. Der Strophen-Groove sollte von euch besonders wegen der kniffligen Bassdrum (drei 1/16 nach der Zählzeit „3“) zunächst langsam geübt werden, ruhig in Zeitlupe und mit einfachen 1/8-Noten in der rechten Hand.

Im Notenbeispiel 3 (Takt 5 der Strophe) seht ihr, wie schon in der letzten Workshop-Folge bei „Black Dog“, die spektakuläre Bassdrum-Triolenfigur. Ab 2:14 Minuten setzt John Bonham diese Figur übrigens geradezu exzessiv ein! Der Song „Fool In The Rain“ (Tempo Viertel = 132 b.p.m.) wurde auf der 1979 erschienenen Produktion „In Through The Out Door“ veröffentlicht. Dies ist übrigens einer der Songs (neben „Home At Last“ von Steely Dan mit Drummer Bernard Purdie), die den legendären Jeff Porcaro zu seinem ebenso legendären „Rosanna“-Groove inspirierten.

Das Notenbeispiel 4 zeigt die ersten Takte, und die „Handschrift“ eines großen ShuffleMeisters, denn Johns Groove „rollt und rollt und rollt“. Seine Hände und Füße bewegen sich perfekt im Triolenraster, denn das ist die rhythmische Basis dieses Songs. Zunächst solltet ihr die Hi-Hat geschlossen spielen, und den Fokus auf die wesentlichen Noten legen: Die Bassdrum auf der „1“, sowie die Snaredrum auf der „3“. Wichtig ist die Dynamik in der Hi-Hat, die 1/4-Noten innerhalb des ShufflePatterns müssen leicht akzentuiert werden. Der Song ist auf dem Piano/Bass-Pattern aufgebaut, das aus gerade mal vier Akkorden besteht, aber von interessanter rhythmischer Struktur ist, wie in Notenbeispiel 5 zu sehen.

Was das besondere am Drumpart ist: Den zweiten Akkord (auf dem dritten Triolenschlag der „1“) betont John Bonham mit Bassdrum und kurz, aber heftig geöffneter Hi-Hat. Die Hi-Hat müsst ihr also auf der „2“ sofort wieder schließen, so dass sich für die Füße das in Notenbeispiel 6 notierte Pattern ergibt. Die Ghost Notes vor der einzelnen Bassdrum-Note hinzugenommen, spielen die Hände das in Notenbeispiel 7 gezeigte Pattern. Im Notenbeispiel 8 habe ich eines der wenigen Fill-ins sowie den zweiten „alternativ Groove“ notiert, den „Bonzo“ mit Einsatz der Akustik-Gitarre acht Takte lang einsetzt. Hier spielt John 1/4- Triolen auf der Cup des Ride-Cymbals; das Notenbeispiel 9 stellt eine im Song zu hörende Variante mit Ghost Notes dar.

 

 

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