Produkt: Sticks 05-06/2019
Sticks 05-06/2019
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Stil-Analyse

John Bonham: „Nobody’s Fault But Mine“

„Nobody’s Fault But Mine“ wurde erstmals 1976 auf dem Led Zeppelin-Album „Presence“ veröffentlicht und ist auch auf dem 4CD-BoxSet (Atlantic 7567-82144-2) zu hören, welches 1990 veröffentlicht wurde.

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Das Notenbeispiel 1 zeigt den Einstieg der Drums in den regulären Groove dieses Songs, der im Tempo Viertel = 93 b.p.m. gespielt wird. Auffällig ist, dass John Bonham hier jeden Taktanfang mit einem Akzent auf dem Crash-Cymbal betont. Das schwere Rhythmusfundament lebt maßgeblich von John Bonhams Bassdrum-Figur, die optimal mit Gitarre und Bass harmoniert und funky rockt und rollt. Das Notenbeispiel 2 markiert den Vocal-Einsatz, und hier findet sich nach zwei Takten ein eingeschobener 3/4-Takt. Hier betont „Bonzo“ mit den Kollegen neben der „1“ die Zählzeiten „3“ und „3-te“, zieht also die „1“ des folgenden 4/4-Taktes vor.

noten

Diese wird also nicht gespielt, wie die Haltebögen verdeutlichen sollen. STIL-ANALYSE john bonham (4) robert hurasky Bei 2:24 Minuten wird das Song-Intro (Gitarre und Vocals) wieder aufgenommen und jetzt zusammen mit den „Rhythmusknechten“ gespielt. Zunächst wird quasi „geantwortet“, und zwar mit drei 1/16-Noten am Ende des Takts (Notenbeispiel 3). Bei der Wiederholung des Teils spielen Bass und Drums bewusst gegen die Akzente des Gitarre/Vocal-Riffs (Notenbeispiel 4). John Bonham instrumentiert hier sehr interessant. Er könnte die Akzente auf „1und“, „2-te-und“, sowie der „3“ alle auf die gleiche Weise spielen, also etwa mit Bassdrum und geschlossener Hi-Hat.

Er bedient aber das übliche Sound-Schema, was ein Musikfan so kennt, nämlich die Folge Bassdrum/Snaredrum/Bassdrum im rhythmisch gleichen Abstand von jeweils drei 1/16-Noten. So klingt es besonders tricky, weil man eine erste Bassdrum-Note mit einem vom Bassisten gespielten Ton als eine „1“ identifiziert, wenn sie wie hier aus dem Nichts erscheint. Da der erste Akzent aber noch auf die drei 1/16 des vorherigen Taktes folgt, und dann auf der „1 und“ liegt, kann man als Hörer hier leicht die rhythmische „Peilung“ verlieren.

Doch in der folgenden Wiederholung hat man ein Einsehen, der gleiche Part wird von E-Bass und Drums nun synchron auf der Zählzeit „1“ begonnen und begleitet, wie im Notenbeispiel 5 zu sehen ist. Nach soviel trickreichem, bewusst arrangiertem Spiel scheint der Beginn des folgenden Mundharmonika-Solos auch für die workshop Musiker etwas entspannendes zu haben. Wie in Notenbeispiel 6 zu sehen, lässt zumindest John Bonham mit seinen powervollen Sechstolen auf der Snaredrum ordentlich Dampf ab.

Beachtet, wie gleichmäßig kräftig und prä- zise er sowohl diese, als auch die 1/16-Noten im zweiten und vierten Takt spielt. Der Song „Kashmir“ (Tempo: Viertel = 80 – 85 b.p.m.) ist ein weiterer legendärer Titel von Led Zeppelin. Auf der Produktion „Physical Graffiti“ 1975 erstmals veröffentlicht, findet er sich auch auf dem Doppel-CD-Paket „Boxed Set 2“ (Atlantic 7567-82477-2). Zum sich verschiebenden 3/4-Riff von Band und Streichern spielt Bonham einen gnadenlos marschierenden, simplen 4/4-Groove, dessen wesentlicher Bestandteil die zwei 1/16-Noten in der Bassdrum sind (Notenbeispiel 7). Das Notenbeispiel 8 zeigt den 9/8-Takt, der in das zweite große Riff dieses Songs überleitet.

Die folgenden Takte zeigen, wie John Bonham seine Bassdrum hier synchron zu den Streichern einsetzt, was unheimlich kraftvoll klingt. Im Notenbeispiel 9 wird deutlich, wie gezielt, sparsam und umso wirkungsvoller „Bonzo“ seine famose Spieltechnik einzusetzen wusste. Die zweite Hälfte des Takts 2 ist quasi leer, im Streicher-Riff stehen Pausen. Genau in diese Lücke spielt Bonham wieder seine berüchtigten 1/16-Triolen mit der Bassdrum. Anders als bei vielen bisher in diesen Workshop-Folgen vorgestellten Beispielen setzt er dieses Mal seine Snaredrum auf die „4und“, was in diesem Song, der sonst ausschließlich starke Snaredrum-Backbeats auf der „2“ und der „4“ hat, für einen besonders überraschenden Effekt sorgt.

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