Produkt: Soul Man – The Blues Brothers
Soul Man – The Blues Brothers
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Groove Workshop

Jost Nickel: Rave Against The Machine

Jost Nickel am Drumset(Bild: Matthias Mineur)

Dieser grandios gespielte und wahrlich tricky „designte“ Groove stammt aus der Feder des Drummers Jost Nickel. Auf dem Live-Album „Wir Kinder vom Bahnhof Soul – Live“ von Jan Delay & Disko No. 1 zu entdecken, beeindruckt diese Nummer durch einen mitreißenden und vor Energie sprühenden Flow, der in seiner ganzen Frische durch die so urtypische Power der Live-Band von Jan Delay lebt.

Vom ersten Moment an gerät man hier in den unwiderstehlichen Sog der Live-Atmosphäre, ganz so, als wäre man selbst dabei, um mit den zigtausend Fans in der Hamburger Color Line Arena (hier wurde der Live-Mitschnitt gemacht) die Party hochkochen zulassen. Natürlich richtet sich unser Fokus auf jenen speziellen Drum-Groove, der hier mit typischer funky HipHop-Attitüde den Dancefloor aus den Angeln hebt und mit seinem intelligenten Arrangement die volle Punktzahl für unseren „Groove des Monats“ kassiert.

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Darüber hinaus verblüfft Jost Nickels Schlagzeug mit einer offensiven und messerscharf on top gespielten Wendigkeit, die das Adrenalin so richtig sprudeln lässt. Die Besonderheit des Live-Drumtracks besteht in einem ausgefuchsten Gefüge aus Snare Drum Ghost Notes, punktierter Bass Drum, impulsiv-zickigen Sechzehntel-Kick/Snare-Abfolgen und einer ausgecheckten Cowbell-Figur, die dem Ganzen eine besondere Signatur verleiht.

Jost Nickel: „Diese spezielle Figur habe ich in New York bei einem Bucket-Player aufgeschnappt. Das sind die Typen, die auf leeren Eimern rumhauen. Da tauchte plötzlich dieser eigenartige Rhythmus auf, den ich mir merkte und später auf die Cowbell übertrug. Irgendwann probierte ich das Ding mal beim Soundcheck vor einem Jan-Delay-Konzert. Und als Jan den Groove hörte, sprang er sofort darauf an und meinte, wir sollten daraus unbedingt ein Stück machen. Dieser Drumtrack, der in gewisser Weise auch an den GoGo-Style erinnert, war also der Ausgangspunkt und Grundbaustein für „Rave Against The Machine“.

Notation

Notiert ist der Groove in zwei leicht differierenden Fassungen. Im Intro und in den Strophen findet man die mit Cowbell gespielte Version. Hierin liegt auch ganz klar das Markenzeichen dieses Grooves. Während das Hi-Hat in Achtelnoten getreten wird, übernimmt die rechte Hand die unkonventionell platzierten Cowbell Beats, die den Groove so richtig anfeuern. Auch findet man keinen üblichen „Two and Four“-Backbeat, sondern eine trickreiche Vernetzung aus Snaredrum-Akzenten, Snare Drum Ghost Notes und Bass Drum Kicks. Insgesamt verlangt die Umsetzung dieser Rhythmus-Architektur natürlich eine ordentliche Koordinationsgabe.

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Jost Nickel: „Man muss diesen Groove häufig und viel spielen, damit er sich entwickelt und sich dann auch natürlich anfühlt. Denn die rechte Hand spielt keine durchgehende Figur, an der man sich normalerweise orientieren könnte. Diese eigenständige Cowbell-Figur muss man schon in sich aufnehmen. Je länger man den Groove also spielt, desto besser. Das Ganze soll tight sein. Vom Feel her ist es gar nicht on top of the beat gedacht. Dieses schön zackig gespielte Feel und dieser Drive entsteht aus der Spielhaltung, die sich als Reflexion ganz automatisch aus der sehr euphorischen Stimmung bei den Jan-Delay-Live-Shows entwickelt.“

Die zweite Notation zeigt den Groove im Refrain. Hier wechselt Jost von der Cowbell auf eine Trash-Hat. Während die Bass Drum zur „Four on the Floor“-Form findet, ist auch die Snaredrum etwas straighter organisiert, da vorherige subtile Ghostings nun durch akzentuierte Beats deutlich ausgespielt werden.

Jost Nickel: „Gerade Gitarre und Bass spielen in diesen Teilen sehr rhythmisch. Daher klang es vom Schlagzeug besser, hier etwas straighter zu arbeiten. Aus diesem Grund wechsele ich dann zur Four on the floor Bass Drum. Ansonsten sind die Snaredrum-Beats annähernd gleich, wobei die Cowbell-Beats 1:1 aufs Trash-Hat übertragen werden. Nur die Snaredrum-Akzente auf den letzten Sechzehntel-Noten von der ‚2‘ und der ‚4‘ kommen noch hinzu, die vorher als Ghost-Notes gespielt waren. Das liegt daran, dass diese Beats auch in der Figur von Gitarre und Bass liegen.“

„Rave Against The Machine“: ein grandioser Groove, teuflisch gut getrommelt und für jeden Schlagzeuger eine tolle Herausforderung! Viel Vergnügen!

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Produkt: Sticks Digital 05-06/2019
Sticks Digital 05-06/2019
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