Drum Cover What Do You Mean

Jus­tin Bie­ber Drum Cover by Ed­dy Thro­wer

Eddy Thrower ist ein auch international gefragter Schlagzeuger, der seine ganz eigene Herangehensweise entwickelt hat, Pop, Rock und Metal an den Drums stilistisch umzusetzen. Eddy ist u. a. Drummer bei der britischen Band Lower Than Atlantis, mit der er sehr erfolgreich im Crossover-Bereich von Metal und Pop agiert, und hat Album-Tracks für Pop-Rock-Acts wie One Direction und 5 Seconds Of Summer eingespielt.

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In Großbritannien konnte sich der junge Drummer auch durch einige vielbeachtete Drum-Clinics und Workshops bereits einen hervorragenden Ruf erarbeiten.
In der Drummer-Szene wurde Eddy Thrower zudem durch seine Drum-Covers zweier Rock/Pop-Songs („What Do You Mean“ von Justin Biber sowie „i“ von Kendrick Lamar) auf seinem YouTube-Channel bekannt. Bei der Aufnahme zum Song von Kendrick Lamar hat Eddy laut eigener Aussage hauptsächlich improvisiert, während das Drum Cover des Songs von Justin Bieber von ausgeklügelten Fill und Groove-Ideen nur so strotzt.
Für diese „drummer@work“-Workshop habe ich mir Eddy Throwers Drum-Cover zu Justin Biebers Song „What Do You Mean“ ausgesucht und einige der von Eddy gespielten Fill-ins transkribiert.

NOTENBEISPIEL 1
Wenn man sich das Notenbild ansieht, sieht das Ganze gar nicht so „schlimm“ aus. Im Prinzip spielt Eddy bei diesem eineinhalbtaktigen Fill-Pattern quasi durchlaufende Sechzehntel-Noten, von denen vier zu Zweiunddreißigstel-Noten gedoppelt sind und somit die Illusion einer Tempo-Beschleunigung hervorrufen (Takt 1 Zählzeit „1e“, Takt 2 Zählzeiten „1e“, „2und“ sowie „2a“). Die einzelnen Sechzehntel-Noten werden zumeist als Hand/Fuß-Kombinationen umgesetzt,
d. h. die einzelnen Anschläge werden zwischen beiden Händen und Füßen aufgeteilt. Hierbei kommen klassische, bereits von den Händen her bekannte Basis Stickings wie ViererGruppen (RRRL; Zählzeit „1“ Takt 1) oder Single Strokes (RLRL, Zählzeit „2“ Takt 1) zur Anwendung. Diese Basis-Stickings werden hier nun zwischen beiden Händen und der mit dem rechten Fuß gespielten Bassdrum so aufgeteilt, dass einige ursprünglich mit den Händen gespielte Anschläge durch Bassdrum-Anschläge ersetzt werden.

Bei dem oben genannten Sticking RRRL auf der Zählzeit „1“ in Takt 1 wird der erste mit der rechten Hand gespielte Schlag durch einen Bassdrum-Anschlag ersetzt. Das neue Sticking lautet demnach BD-R-R-L, wobei die zweite mit der rechten Hand gespielte Sechzehntel-Note durch den zusätzlichen Anschlag der linken Hand zu einer Zweiunddreißigstel-Note verdoppelt wird. Auf der Zählzeit „2“ in Takt 1 werden Sechzehntel-Noten als Single Strokes zwischen der Bassdrum und der rechten sowie linken Hand mit dem Sticking BD-R/L-BD-L aufgeteilt.
Entscheidend für die Wirkung des Patterns sind außerdem natürlich das Tempo der Viertelnoten von ca. 125 bpm sowie letztendlich die Orchestrierung der einzelnen Schläge. Der Einsatz von Bassdrum, Snaredrum und Toms im Wechselspiel mit der Hi-Hat, Ride-Cymbal und einem Stacked Cymbal ermöglicht trotz dichter Rhythmik eine abwechslungsreiche Klangcharakteristik mit vom Sound her dominanten und weniger dominanten Klängen, bei deren Kombination nicht das Gefühl entsteht, „zugeballert“ zu werden. Cool!

NOTENBEISPIEL 2
Neben den bereits in Notenbeispiel 1 angewendeten Stilmitteln kommen in diesem Beispiel weitere hinzu. So werden in Takt 1 ab der Zählzeit „3“ Achtel- und Sechzehntel-Triolen verwendet, in Takt 3 kommen auch Achtelnoten bzw. Achtelpausen zum Einsatz. Auf diese Weise wird das rhythmische Vokabular erweitert, und die rhythmischen Spannungsoptionen werden erhöht. In Takt 2 kommen zudem SnaredrumGhost-Notes zum Einsatz, die neben den akzentuierten Schlägen hintergründig für den Fluss des Grooves sorgen. Insgesamt handelt es sich um wirkliche coole Fill-Patterns, die (mit dem Wissen um die konzeptionellen Hintergründe) euch das Entwickeln eigener Figuren ermöglichen.

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