Drummer-Workshop

Karl Brazil Groove: Dreier-Gruppen-Akzentuierung

Er ist einer der Top-Drummer Großbritanniens: Wenn man sich anschaut, mit welchen Künstlern Karl Brazil in den letzten Jahren im Studio, live oder bei diversen TV-Shows gearbeitet hat, so liest sich diese Liste wie das „Who is Who“ der modernen Rock- und PopMusik: Robbie Williams, James Blunt, Leona Lewis, Elton John, Lionel Richie, Shania Twain, Westlife, Take That, James Morrison … and the list goes on!

Notenbeispiel 1: Im Prinzip ist dies ein eher konventioneller Rhythmus mit Snaredrum-Backbeat auf den Zählzeiten „2“ und „4“, zu Beginn synkopischen und damit rhythmisch den Beat öffnenden Bassdrum-Akzenten sowie diversen Snaredrum-Ghost-Notes. Neben der ihm eigenen Interpretation sorgt Karl allerdings mit dem von ihm in der zweiten Takthälfte verwendeten Sticking bzw. der Dynamik für Farbe und Feel des Patterns. Ab der Zählzeit „3“ kommt eine lineare Hand/Fuß-Figur zum Einsatz, dadurch entfällt der Hi-Hat-Anschlag auf der Zählzeit „4“. Markant ist speziell das Sticking ab der Zählzeit „3a“: akzentuierte Hi-Hat, SnaredrumBackbeat, normaler Hi-Hat-Anschlag, akzentuierte Hi-Hat, Snaredrum-Ghost-Note. Der Beat bekommt auf diese Weise trotz seines eher statischen Snaredrum-Backbeats auf der Zählzeit „4“ hintergründig jede Menge Bewegung, die das Feel „leicht“ werden lässt.

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Notenbeispiel 2: Dieser Groove enthält in Takt 2 des Beispiels eine coole Dreier-Gruppen-Akzentuierung, die im Zusammenspiel mit dem E-Bass eingesetzt wird. Die Gruppe beginnt auf der Zählzeit „2und“, der nächste Akzent liegt auf der „3e“, den Abschluss bildet der SnaredrumBackbeat auf der Zählzeit „4“. Durch diese den ursprünglichen Puls kurzeitig überlagernde Rhyth – mik wird Spannung erzeugt, ohne dabei das Feel des Basis-Grooves entscheidend zu verändern. Beide Beispiele sind zu finden unter:

Notenbeispiel 3: Hier spielt Karl ein einfaches, jedoch sehr effektives Fill-Pattern, das auf mit der Bassdrum gespielten 1/16-Triolen basiert, während die linke Hand auf der Hi-Hat den 1/4- Notenpuls anschlägt. Der Clou bei der Sache ist, dass der erste der drei Bassdrum-Akzente nicht mit dem rechten Fuß gespielt, sondern die Bassdrum mit dem von der rechten Hand gehaltenen Stick angeschlagen wird. Auf diese Weise lassen sich auch ohne Double-Bassdrum-Pedal interessante Patterns spielen. Der Sound ist logischerweise leicht verändert und bringt eine interessante Klangfarbe ins Spiel,  zudem sieht das Ganze auch noch abgefahren aus!

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