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Training für die linke Hand

Left Hand Hi-Hat: Left Hand starts

Patrick Metzger(Bild: Christian Weber)

Willkommen zu einer weiteren Folge der „Left Hand Training“- Workshop-Reihe und dem Spielen der Hi-Hat „mit links“. Nachdem wir in den letzten beiden Folgen (Part 1 und Part 2) unsere Koordination zwischen Händen und Füßen etwas aufpoliert haben, sollte sich auch mittlerweile das exakte Zusammenspiel der linken Hand auf der Hi-Hat und dem rechten Fuß in der Bassdrum verbessert haben.

In dieser Workshop-Folge möchte ich nun ein paar Groove-Beispiele zeigen, bei denen es durchaus sinnvoll ist mit der linken Hand auf der Hi-Hat zu beginnen, damit man sich nicht im Laufe des weiteren Taktes in die Quere kommt. Ich wünsche viel Spaß mit diesem Workshop … und wie immer: Auf die Plätze – fertig – LINKS!

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Lefthand Starts On Hi-Hit

Gehen wir doch mal von der üblichen Spielweise aus, wenn ihr einen Groove mit beiden Händen (Singles) auf der Hi-Hat spielt. Aus Gewohnheit und als Rechtshänder beginnt man automatisch mit rechts (Stichwort: Right Hand Lead).

Bei Hi-Hat-Patterns mit vielen durchlaufenden Noten wie Triolen oder Sechzehnteln kann es dann immer etwas „tricky“ werden, wenn die linke Hand zur Snare wechseln muss. Zum Beispiel in einem Sechzehntel- Offbeat oder bei Achtel-Triolen sogar beim Backbeat auf „2“ und „4“. Um dies sauber spielen zu können, muss die rechte Hand der linken Hand immer etwas Platz machen. Ich denke mal, ihr wisst genau, wovon ich rede.

Variationen mit Toms sind dann nur sehr schwer zu spielen, da der rechte Arm bzw. der rechte Stock permanent im Weg sind. Oftmals leidet sogar der Groove und vor allem die Subdivison darunter, wenn die rechte Hand immer in der Luft herumwedeln und ausweichen muss. Dieses Hin und Her macht es nicht nur optisch unrund, sondern auch im Feeling. Mir persönlich war dies immer etwas zu stressig, daher habe ich angefangen, solche Grooves mit der linken Hand auf der Hi-Hat zu beginnen.

Übetipp: Vielleicht habt ihr ja selbst einen Groove mit genau diesem Problem und es macht euch beim Spielen immer „kirre“. Schreibt den Groove mal auf und notiert euch ein Sticking darüber, bei dem die linke Hand beginnt und die rechte Hand nicht mehr ausweichen muss. Seid kreativ und checkt es für euch selbst aus! Ihr werdet merken, dass dies sehr viel Spaß macht und ihr auf völlig neue Ideen kommt.

Open-Handed Variationen

Egal, ob ihr normalerweise Open-Handed spielt oder nicht, durch das Beginnen mit der linken Hand auf der Hi-Hat ist die rechte Hand viel freier im Spielfluss – der berühmte und klassische Vorteil dieser Spielweise. Versucht allerdings, bei solchen speziellen Grooves euer Sticking so zu wählen, dass ihr immer mit der rechten Hand auf die Snare kommt. Dann ergeben sich sogar zusätzliche Variationsmöglichkeiten, da ihr ohne Probleme die Toms noch erreichen könnt.

Video- & Noten-Beispiele

In den Videos zeige ich immer zu Anfang ein Beispiel wie es wäre, wenn die rechte Hand beginnt – da könnt ihr sehen, wie das ganze doch sehr stressig wirkt. Danach zeige ich euch die notierte Variante, bei der die linke Hand auf der Hi-Hat beginnt. Das Spielen von Snare und Toms ist somit für die rechte Hand viel einfacher. Ihr seht jedes Groove- Beispiel jeweils im angegebenen Tempo für 8 Takte. Danach spiele ich noch ein paar Tom-Variationen.

>>Hier geht es zu den Videos und Soundfiles<<

Beispiel 1

Triolischer Groove (ternär)

Tempo: Viertel = 126 bpm

Triolischer Groove (ternär)

Ein klassisches Beispiel: durchlaufende Achtel- Triolen auf der Hi-Hat und die Snare auf „2“ und „4“. Im herkömmlichen Sticking würde hier die rechte Hand immer der linken Hand ausweichen. So wie im Video zu Beginn zu sehen (failed!).

Beginnt ihr jedoch wie notiert mit der linken Hand auf der Hi-Hat, so spielt die rechte Hand immer die Snare. Im zweiten Takt ist es ein etwas komplizierterer Groove, jedoch mit dem gleichen Phänomen. Achtet in beiden Takten auf das notierte Sticking, dann wird es einfacher!

Beispiel 2

Sechzehntel Groove (binär)

Tempo: Viertel = 96 bpm

Sechzehntel Groove (binär)

Im zweiten Beispiel sollen binäre Sechzehntelnoten auf der Hi-Hat durchlaufen, die nur von Snare Schlägen unterbrochen werden. Diese fallen jedoch nicht auf die geraden Zählzeiten, sondern auf den Sechzehntel- Offbeat. Im ersten Takt kommt die Snare immer auf die Sechzehntel vor der „2“ und vor der „4“. Der Groove geht somit etwas in Richtung „Ragga-Feel“.

Der zweite Takt enthält eine Bassdrum-Variation und einen zusätzlichen Snare-Schlag auf Zählzeit „4e“, also auch wieder im Sechzehntel- Offbeat. Checkt auch hier wieder das Sticking über den Noten!

Beispiel 3

6/8-Groove (ternär)

Tempo Takt 1: 186 bpm (Achtel)

Tempo Takt 2: 116 bpm (punktierte Viertel)

6/8-Groove (ternär)

Zum Schluss noch ein paar exotische Beispiele im 6/8-Feel, die ich allerdings schon gelegentlich spielen musste und mir dazu das Sticking, so wie notiert, ausgecheckt habe.

Takt 1 ist ein Groove von Drummer Carter Beauford der Dave Matthews Band. Durch die Sechzehntel-Triolen auf der Hi-Hat ist hier sehr viel Action. Würde ich hier mit rechts beginnen wäre die Tom-Variation am Ende des Taktes nicht spielbar – also links beginnen und Snare und Tom mit rechts spielen.

Takt 2 ist ein typischer 6/8-Groove wie er ganz oft in der persischen Musik zu hören ist. Diesen Groove musste ich oft bei Konzerten mit dem persischen Sänger Afshin in hohen Tempi sehr lange durchhalten. Speziell ist hier die Snare zusammen mit der leicht geöffneten Hi-Hat auf Zählzeit „5“. Durch das Beginnen mit der linken Hand kommt man sich hier beim Spielen, auch durch die Sechzehntel- Variation beim zweiten Achtel, nicht in die Quere. Checkt hier unbedingt wieder das angegebene Sticking!

Das war also Folge 23 des „Left Hand Training“- Workshops unter dem Motto: Die linke Hand beginnt mit dem Groove auf der Hi-Hat. In der nächsten Workshop-Folge checken wir mal ein paar Fills, bei denen die linke Hand auf der Hi-Hat ausfüllt. Ich freue mich wie immer auf eure Fragen, Anregungen, Wünsche und Feedbacks per E-Mail! Bis zum nächsten Mal, alles Gute für die linke Hand! Euer Patrick


(aus STICKS 03-04/2019)

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