CLASSIC DRUMMERS

Lionel Hampton Drum Grooves

Herzlich Willkommen zur zweiten Workshop-Folge und somit der Stilanalyse des Schlagzeugspiels von Lionel Hampton. Ich hoffe, dass euch die hier transkribierten acht Beispiele das tolle Drumming von Lionel Hampton etwas näher bringen können. Wie immer kann ich euch nur wärmstens ans Herz legen, euch Aufnahmen mit ihm anzuhören. In jedem Schlag von Lionel Hampton hört man noch die Freude, die er beim Spielen hatte und die er mit seinem Publikum nur allzu gerne teilte.

Der erste Notenauszug ist ein Beispiel für ein typisches Intro-Fill-in. Die zweite und fünfte Transkription stellen Begleit-Pattern von Lionel Hampton dar. Immer wieder unterbricht er beim „comping“ den rhythmischen Fluss und verziert sein Spiel mit kleinen Fill-ins und rhythmischen Ausschmückungen.

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Das dritte Notenbeispiel zeigt ein Übergangs-Fill-in in einen neuen Part. Bei der „stick on stick“ Spieltechnik wird der linke Stock auf der Trommel liegen gelassen und die rechte Hand schlägt auf den Stockschaft des linken Sticks. Eine sehr beliebte Art der Klangvariation im Jazz, die auch Lionel Hampton oft einsetzte.

Notenbeispiel Vier ist eine Solotranskription aus dem Song „Hampton Stomp“, aufgenommen im Februar 1937 mit Lionel Hamptons eigenem Orchester. Notiert habe ich hier die ersten 16 Takte. Die Akzente sind Rimshots dicht am Rand der Snaredrum gespielt. Bei den Wirbeln handelt es sich durchweg um Press-Rolls. In der zweiten Reihe habe ich „straight 8s“ notiert, soll bedeuten, dass hier die Achtelnoten „gerade“ gespielt werden sollen, wobei man dazu sagen muss, dass Lionel Hampton hier beinahe eine Mischung aus geraden und ungeraden Achteln spielt.

Was leider auch unmöglich ins Schriftbild zu fassen war, ist die unglaubliche Klangvielfalt, die Lionel Hampton allein mit einer Snaredrum erreicht. Um das authentisch zu spielen, muss man Lionel Hamptons Spiel einfach gehört haben. Das sechste und siebte Notenbeispiel sind Varianten für „pick-ups“. Ein Melodieinstrument spielt hier ein viertaktiges Fill-in, in welchem die Band pausiert. Um die Band auf den Einstieg vorzubereiten, spielt der Drummer in der Regel ein Fill-in vor dem Wiedereinstieg, einen sogenannten „pick-up“.

Das abschließende achte Notenbeispiel ist ein 32taktiges Solo aus dem Song „Gin For Christmas“ aus dem Jahre 1939. Hier gilt das Gleiche wie im vierten Beispiel: Die Klangvielfalt ist unbeschreiblich! In diesem Solo kommt aber auch noch ein neuer Aspekt hinzu: die Dynamik. Wie viel interessanter man ein Drumsolo gestalten kann, wenn man unterschiedliche Lautstärken verwendet, kann man hier sehr schön erleben. Das Tempo ist, wie bei vielen Lionel-Hampton-Stücken, äußerst rasant. Viel Spaß damit!bsp-1-3bsp-4bsp-5-6bsp-7-8bsp-8

 

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