Produkt: Sticks 11-12/2019
Sticks 11-12/2019
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Workshop: Left Hand Training (14)

Patrick Metzger Drum Workshop: Extreme Ghostings (1)

LEFT HAND TRAINING (14): Extreme Ghostings (1)

Patrick Metzger(Bild: Christian Weber)

Willkommen zur zum vierzehnten Teil der „Left Hand Training“-Workshop-Reihe. Unter dem Titel bzw. Motto „Extreme Ghostings“ habe ich mir für diese Workshop-Folge auch ein paar extreme und etwas kompliziertere Ghosting-Patterns ausgedacht, damit eure linke Hand mal richtig etwas zu tun hat! 😉

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Ganz so schlimm ist das allerdings nun auch wieder nicht, denn wer die Workshop-Folge 13 der „Left Hand Training“-Serie und die dort vorgestellten Basics von Pull Out & Control Stroke gecheckt hat, der sollte auch hiermit durchaus zurechtkommen. In diesem Sinne also viel Spaß mit dieser Workshop-Folge und dem extremen Futter für die linke Hand.

PULL OUT & CONTROL STROKE

Als kleine Wiederholung und „Reminder“ nochmal ein paar Facts zu diesen beiden Begriffen: Fällt ein Ghosting vor einen Snare-Akzent, (dieser muss auch nicht immer bei „2“ oder „4“ sein), spricht man von einer „Pull Out“-Bewegung. Dein Unterarm sollte hier also eine schnelle „Up-Down“-Bewegung machen. Folgt das Ghosting jedoch direkt nach einem Snare-Akzent, so nennt man dies „Control Stroke“. Hier musst du den Stock kontrollieren, vielleicht sogar etwas bremsen, so dass er nicht durch den Rebound wieder komplett zurückspringt. Du musst also den Stock tief halten, um das Ghosting direkt und leise spielen zu können (Down-Tap).

GHOSTING TIPPS

Hier noch ein paar Tipps zum sauberen Spielen der Ghost Notes:
* Spiele Ghostings grundsätzlich leise!
* Unterscheide besonders beim Spiel auf der Snaredrum deutlich die Dynamik zwischen Ghostings und Akzenten (zum Beispiel Backbeat).
*Überlege dabei auch, ob du den Snare- Akzent mit Rimshot oder ohne Rimshot spielen willst.
* Spiele die Ghostings in der Mitte der Snare, damit der Sound immer möglichst gleich ist. Die Ghostings nicht am Rand spielen, denn dort erzielst du mehr Obertöne und der Sound wird undeutlich.
* Achte bei den Ghostings auch auf die Einteilung (Subdivision) des Grooves.
* Nicht ständig zwischen binär und ternär wechseln, außer es ist gewollt und ganz spezifisch für den Groove.
* Spiele also nicht „irgendetwas“ als Ghosting, sondern achte auf die rhythmische Präzision.
* Überprüfe die Spannung des Snareteppichs. Spricht dieser auch bei leisen Schlägen gut an? Oder ist dieser zu fest angezogen, so dass er bei Ghostings nicht reagiert?

BUCH-TIPP

In meinem Buch „Drumtraining: Tools & Skills“ stelle ich verschiedene Übe-Konzepte für Ghostings in unterschiedlichen Grooves und Styles detailliert vor!

ÜBUNGEN

BEISPIEL 1
Double Ghostings
Übetempo: Viertel = 76 bpm
Groove-Tempo: Viertel = 116 bpm

Zum Einstieg hier zwei Versionen, bei denen oft zwei Ghosting Schläge direkt hintereinander gespielt werden. In Takt 1 sind immer zwei Ghostings, jedoch nie direkt vor oder nach dem Snare-Akzent (Backbeat). In Takt 2 kommen wieder „Control Stroke“ und „Pull Out“ zum Einsatz. Nach Zählzeit „2“ folgt das Ghosting direkt auf die zweite Sechzehntel, also der klassische „Control Stroke“ Bei Zählzeit „4“ folgt das Ghosting auf dem Sechzehntel davor (3de), und du musst hier die „Pull Out“-Bewegung anwenden. Mit Hi-Hat/Ride-Cymbal kannst du erst mal nur Achtelnoten spielen oder dir auch ande – re Patterns überlegen. Spiele mit der Bassdrum für eine stabile Time erst mal nur Viertel (Four on the Floor).

BEISPIEL 2
Halftime & Backbeat Grooves (binär)
Übetempo: Viertel = 76 bpm
Groove-Tempo: Viertel = 102 bpm

Aufgrund einer besseren Optik habe ich mich hier für eine andere Notationsweise entschieden. So siehst du sofort, dass die Subdivisions (Sechzehntel) permanent durchlaufen und die Hi-Hat darüber gespielt wird. Bassdrum und Snaredrum laufen „linear“ durch. Hier ist der Sound-Unterschied zwischen Ghostings und Akzenten auf der Snare extrem wichtig. In Takt 1 spielt die Bassdrum die klassische 3er-Gruppe und die Snaredrum füllt diese mit je zwei Ghostings aus. Durch den „Pull Out“ und Akzent auf Zählzeit „3“ entsteht ein cooles Haftime-Feeling. Takt 2 besteht aus dem gleichen Prinzip, jedoch hier als Backbeat-Groove mit „Control Stroke“-Bewegungen und einem zusätzlichen Akzent auf Zählzeit „4de“ gespielt.

BEISPIEL 3
Shuffle Grooves
Übetempo: Viertel = 86 bpm
Groove-Tempo: Viertel = 132 bpm

Für alle Shuffle-Fans gibt’s hier zwei ternäre Grooves, bei denen Hi-Hat/Ride das Shuffle-Pattern durchspielen und die Bassdrum erst mal nur „Four on the Floor“ spielt. Im ersten Beispiel musst du wieder die „Pull Out“-Bewegung nutzen, um die beiden Ghostings vor dem Snare-Akzent spielen zu können. Das darauf folgende Ghosting fällt dann mit der Hi-Hat zusammen auf das „Shuffle-Achtel“. Im zweiten Beispiel kommt jetzt zusätzlich zum „Pull Out“ der „Control Stroke“ dazu. Zwei Ghostings liegen direkt vor und ein Ghosting direkt nach dem Snare-Akzent. Dies ist schon eine Herausforderung, beide Bewegungen im Shuffle-Feel direkt zu kombinieren. Es handelt sich immerhin um vier Snare-Schläge am Stück, inklusive unterschiedlicher Dynamik.

BEISPIEL 4
Halftime & Backbeat Grooves (ternär)
Übetempo: Viertel = 86 bpm
Groove-Tempo: Viertel = 126 bpm

Diese beiden Grooves basieren wieder auf dem „Linear“-Prinzip zwischen Bassdrum und Snaredrum wie in Beispiel 2, jedoch in einem ternären Feeling, wobei die Hi-Hat immer das Shuffle-Pattern spielt. Bei der Snaredrum musst du hier wieder deutlich zwischen Ghosting und Akzent unterscheiden. Bei genauerem Analysieren siehst du, dass in Takt 1 die Bassdrum die „Afro Clave“ spielt und die Snare mit Ghostings und einem Akzent auf „3“ (Halftime) nur ausfüllt. In Takt 2 kommen nochmals „Control Strokes“ nach dem Backbeat zum Einsatz. Hier liegen alle Ghostings immer auf dem mittleren Triolen-Achtel, also zwischen der Shuffle Hi-Hat.

Für die nächste Workshop-Folge habe ich ein paar Ghosting-Groove-Beispiele vorbereitet, wie sie für den einen oder anderen bekannten Drummer typisch und vielleicht sogar zum Markenzeichen geworden sind. Ich freue mich wie immer auf eure Fragen und Rückmeldungen und wünsche alles Gute für die linke Hand, euer Patrick.

Patrick Metzger

Patrick Metzger ist Live- und Studio-Drummer, Schlagzeuglehrer, Dozent, Buchautor und Networker für Percussion Creativ e. V. Seit 2013 ist er Tour-Drummer für Schlagersängerin Beatrice Egli. Seine stilistische Vielfalt stellt er außerdem mit vielen musikalischen Projekten und Bands unter Beweis. Patrick ist seit 2014 ständiger redaktioneller Mitarbeiter und Workshop-Autor für STICKS. Kontakt: mail@drumsolo.de  //

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Produkt: Sticks 07-08/2019
Sticks 07-08/2019
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