Training für die linke Hand

Patrick Metzger Drum-Workshop: Left Hand Training (1)

AUF DIE PLÄTZE – FERTIG – LINKS!

Herzlich willkommen zur Wiederholung der Workshop-Serie „Left Hand Training“ aus dem STICKS-Archiv! Zu diesem Thema zeige ich euch Übungen aus meinen persönlichen Konzepten, mit denen ihr eure linke und oft schwächere Hand, trainieren und aufpolieren könnt. Für die Linkshänder unter euch gilt das natürlich für die rechte Hand (wenn diese eure schwächere ist).

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In dieser Workshop-Reihe steht also die bei Rechtshändern oftmals schwächere linke Hand permanent im Vordergrund und wird mehr gefordert als in alltäglichen Übungen. Der Sinn besteht darin, einfache Übungen und bekanntes Material zu nutzen, das jedem Schlagzeuger vertraut ist, um so die linke Hand zu trainieren und zu fördern. Oftmals sind es nicht alleine die Geschwindigkeit oder die Ausdauer, welche die linke Hand schwächer machen, sondern auch pure Gewohnheit.

PHÄNOMEN RECHTSHÄNDER
Bekanntlich leben wir in einer „Rechtshänder-Gesellschaft“. Die rechte Hand ist meist die Stärkere, so auch bei vielen Schlagzeugern. Wir führen und beginnen fast alles in unserem Spielfluss mit rechts. Viele haben somit auch einen extremen Nachholbedarf, was das Spielen und Führen mit links betrifft. Diese meist schwächere Seite steht oft nicht im Mittelpunkt des alltäglichen Schlagzeugspiels der Rechtshänder. Weiterhin ist auch der gängige Drumset- Aufbau mit der Snaredrum als Mittelpunkt, die Toms, von links (klein) nach rechts (groß) für Rechtshänder ausgelegt und vieles somit zum Standard geworden. Hinzu kommt, dass auch die Hi-Hat und das Ride-Cymbal in ihrer wichtigen Funktion in Grooves ebenfalls mit rechts gespielt werden. Hauptspielzone für die linke Hand ist somit die Snaredrum, ab und an die Hi-Hat und bei „Fills“ folgt die linke oft der rechten Hand über die Toms.

WORKSHOP-INHALTE
Hier ein kleiner Überblick, was euch im Laufe dieser Workshop-Reihe über das Training der linken Hand erwartet.
• Left Hand Lead: Die linke Hand führt und beginnt: Rudiments, Stickings, Patterns.
• Left Hand Accents: alle Akzente mit der linken Hand gespielt
• Left Hand starts Fill: Die linke Hand beginnt das Fill-in.
• Extreme Ghostings: Grooves mit vielen Ghost-Notes in der linken Hand
• Left Hand Hi-Hat: Die linke Hand spielt und führt auf der Hi-Hat (Open Handed Playing).
• Left Hand Cowbell Grooves: Die linke Hand spielt die Cowbell zu den Grooves der rechten Hand.
• Left Hand Grooves: Grooves nur mit der linken Hand

BEISPIEL 1
Wipe Out Groove
Original-Tempo: Viertel = ca. 154 bpm
Der bekannte Song von The Surfaris aus dem Jahre 1963 wurde unzählige Male von vielen Surf- und Instrumental-Bands gecovert – ein Klassiker für alle Drummer. Das Tempo der verschiedenen Cover-Versionen schwankt zwischen 150 und 156 bpm. Eine der bekanntesten ist die aus dem Film „Dirty Dancing“ (1987), diese wurde jedoch „gepitched“ und liegt etwa bei Tempo 172 bpm/Viertel – zum Live-Spielen eigentlich viel zu schnell! Automatisch würde wohl jeder Drummer diesen Groove auf dem Tom und den Akzenten mit seiner rechten Hand führen, aber versucht es doch mal „mit links“. Gerade in Kombination mit Bassdrum und Hi-Hat kann dies schon eine Herausforderung sein. Die Akzente sind übrigens nicht immer gleich und variieren oftmals in den verschiedenen Cover-Versionen. Nehmt diese also nur als Anhaltspunkt.

BEISPIEL 2
Left Hand starts Fill-in
Tempo: Viertel = 120 bpm

Hier ein Beispiel, bei dem die linke Hand das Fill-in beginnt. Auf Grund des üblichen Drumset-Aufbaus wandert zwar die rechte Hand von links nach rechts über die Toms, aber die linke Hand beginnt auf Zählzeit „1“. Die Tom-Akzente sind nun alle im Sechzehntel- Offbeat. Achtet auf den dynamischen Unterschied zwischen den Akzenten und den Ghostings in der linken Hand. Auf Zählzeit „4“ folgt ein Stopp. Somit hat man eine kleine Pause und kann den Groove im zweiten Takt wieder mit rechts auf dem Crash beginnen. Wählt hierzu einen beliebigen, jedoch einfachen Groove und konzentriert euch auf die Übergänge.

BEISPIEL 3
Left Hand Hi-Hat Groove
Tempo: Viertel = 100 bpm

Tauscht hierbei das gewohnte Groove-Phänomen der gekreuzten Hände (rechts über links) und spiele hier „open handed“! Die Hi-Hat wird also mit der linken und die Snaredrum mit der rechten Hand gespielt. Neben einer guten Ausdauer- und Führungs-Übung für die Linke hat man jetzt die Möglichkeit, die rechte Hand mehr in den Groove mit einzubeziehen. Das zweitaktige Beispiel ist zudem mit ein paar Tom-Akzenten gestaltet; der Groove ist in beiden Takten identisch, die rechte Hand ergänzt im zweiten Takt die Toms als Variation.

So, das war also der Start zu diesem Workshop-Thema. Ich freue mich auf eure Fragen, Anregungen und Wünsche, bitte per E-Mail an mail@drumsolo.de! Viel Spaß beim Lesen und Üben. In diesem Sinne: Auf die Plätze – fertig – LINKS! Euer Patrick //

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