Produkt: Sticks 05-06/2019
Sticks 05-06/2019
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Training für die linke Hand (2)

Patrick Metzger Drum-Workshop: Left Hand Training (2)

LINKS – ZWO – DREI –VIER!

Patrick Metzger(Bild: Christian Weber)

Willkommen zur zweiten Folge der Wiederholung der Workshop-Serie „Left Hand Training“ aus dem STICKS-Archiv! Nach einem Überblick und den ersten drei Beispielen in der ersten Folge, tauchen wir jetzt weiter in die Thematik ein.

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Wir beginnen hier mit ein paar Basics für eine bessere Kontrolle und Koordination. Ich verzichte übrigens bei allen Übungen diesmal auf Tempoangaben. Entscheidet dies bitte selber nach eurem persönlichen „Wohlfühltempo“. Also, los geht’s: Links, zwo, drei, vier!

DIE DREI STICKINGS
Als Beispiele möchte ich die wohl bekanntesten Stickings aus unserem Handwerk nutzen: Singles, Doubles und Paradiddle. Alle Stickings sind rechts wie links gleich, und die Schlaganzahl beider Hände ist immer identisch, egal in welchen rhythmischen Werten.
Für einen guten Überblick und eine einfache Notation habe ich mich für die Schlaghandschrift entschieden. Oberhalb der Linie wird die rechte Hand notiert, unterhalb der Linie die linke Hand.
Die folgenden Übungen eignen sich auch sehr gut als Warm-up mit einem Practice Pad, sind aber auch auf ein Drumset mit Snaredrum, Bassdrum oder Hi-Hat übertragbar.

REINE KOPFSACHE
Wie bereits im ersten Teil angesprochen, ist es reine Gewohnheit und oftmals Kopfsache, warum wir als Rechtshänder selbst Warm-ups auf dem Pad mit der rechten Hand beginnen. Wir kennen dieses Phänomen auch aus unzähligen Rudiment- Büchern, bei denen Stickings angegeben sind, die sehr oft rechts starten. Der Sinn meiner Übungen besteht nun darin, diese erst einmal auch mit rechts zu beginnen, jedoch im Kopf umzudenken und die „1“ auf links zu legen.
Die Paradedisziplin wäre wohl, direkt auf der „1“ mit links zu beginnen. Was aber, wenn es ein komisches Gefühl ist und man nicht richtig in die Übung rein kommt? Was ist, wenn die rechte Hand zuckt obwohl sie nicht beginnen darf? Was ist, wenn unser Kopf automatisch die rechte Hand als „1“ denkt oder sogar zählt?
Hierzu möchte ich euch folgende Übung empfehlen, welche in drei einfachen Schritten zum Erfolg führt:
1. Beginnt mit rechts wie gewohnt, zählt jedoch nicht mit.
2. Denkt im Kopf nun die Zählzeit „1“ auf links und zählt diese dann laut.
3. Durch das Treten der Time oder auch der „1“ mit einem Fuß wird zusätzlich das Gefühl gestärkt, dass die linke Hand nun führt.

BEISPIEL 1
Single Strokes (Achtel und Achteltriolen)
Der wohl einfachste Handsatz sind Einzelschläge, die sogenannten Single Strokes oder kurz Singles. Spielt also mit beiden Händen immer abwechselnd und überlegt eine rhythmische Einteilung, hier als Beispiel in Achtelnoten sowie in Achteltriolen. Wendet dabei das oben erklärte Schema an:
1. Beginnt mit rechts wie gewohnt.
2. Denkt „auf links“ und überlegt euch eine rhythmische Einteilung.
3. Zählt laut mit und spielt „auf links“ noch den Fuß als Timekeeper mit.

BEISPIEL 2
Single Strokes (Achtel und Achteltriolen mit Akzenten)
Als Steigerung von Beispiel 1 kommen zu den Notenwerten jetzt Akzente hinzu. Bei den Achtelnoten liegen diese nun alle links, bei den Achteltriolen wechseln sich diese aufgrund der Dreier-Einteilung zwischen rechts und links ab. Um auch hier wieder gut in die Übung reinzukommen, nutzt bitte die drei Schritte wie bei Beispiel 1.

BEISPIEL 3
Double Strokes (Sechzehntel und Zweiunddreißigstel)
Saubere, gleichmäßige, ausgespielte Doppelschläge (Double Strokes, kurz: Doubles) sind bekanntlich die Grundlage für schöne und schnelle Rolls. Oftmals hängt es auch hier an der Kontrolle für die linke Hand, wie „schön“ der schnelle Roll denn klingt. Beginnt auch diese Übung zunächst einmal mit rechts, zählt dann die „1“ links und entscheidet euch für eine Time bzw. die rhythmische Einteilung der Schläge.
Spielt dieses Beispiel erst ohne Akzente und achtet darauf, dass alle Schläge gleich laut sind. Beobachtet auch den Bewegungsablauf: Macht die linke Hand auch das Gleiche wie die Rechte? Ist eine Hand höher (oder lauter) als die Andere? Schlagen beide Stockspitzen auch in der Mitte der Trommel oder auf dem Pad an?
Achtung: Nicht schneller werden! Viele Schlagzeuger verfallen hier in die sogenannte „Mühle“. Diese „altmodische“ Übung besteht aus Doppelschlägen, welche kontinuierlich schneller werden sollen und in einem Roll/Wirbel enden. Da ich kein Fan dieser Übung bin, empfehle ich dies auch hier nicht!

BEISPIEL 4
Paradiddle (Achtel und Sechzehntel)
Der Single Paradiddle (R-L-RR L-R-LL) dreht sich nach vier Schlägen intern um, und ist somit ein Paradebeispiel für eine Übung, welche gleich mit links beginnen kann. Nutzt jedoch auch hier unser Übungsschema in drei Schritten. Beim Paradiddle sind traditionell schon Akzente im Sticking enthalten, spielt diese somit von Beginn an mit.  Das war der erste Schritt, um die linke Hand etwas zu polieren.

In der nächsten Folge geht es um das Führen und direkte Beginnen mit der linken Hand. Ich freue mich wie immer auf eure Rückmeldungen und Fragen – und wünsche euch viel Spaß beim Üben.
Also: Auf die Plätze – fertig – LINKS! Euer Patrick //

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Produkt: Sticks 07-08/2019
Sticks 07-08/2019
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