Produkt: Sticks 09-10/2019
Sticks 09-10/2019
FREDERIC MICHEL – Modern Pop Drummer +++ YOUTUBE-STARS: Sina Drums; COOP3RDRUMM3R +++ Rockin‘ 1000 +++ Studium an der POPAKADEMIE +++ ZULTAN Heritage Cymbals +++ PEARL Masters Maple/Gum Drums +++ ROGERS Dyna-Sonic Wood Snaredrums
Training für die linke Hand (3)

Patrick Metzger Drum-Workshop: Left Hand Training (3)

LEFT HAND LEAD (Teil A)

(Bild: Christian Weber)Willkommen zur dritten Folge der Wiederholung der „Left Hand Training“ Workshop-Serie aus dem STICKS-Archiv! Nachdem wir in der letzten Folge erst einmal unserem Kopf klar gemacht haben, dass gegen die „Rechtshänder-Gewohnheit“ auch mal die linke Hand führen kann, werden wir in diesem Workshop direkt „mit links“ beginnen. Und nicht nur das: Die rechte Hand muss auch noch als „Lückenfüller“ her halten. Dieses Prinzip nennt man (unter anderem) auch „Left Hand Lead“.

Also, nicht vergessen: Auf links geht’s los!

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DAS „LEFT HAND LEAD“-PRINZIP

Grundlegend bedeutet dieser Begriff, dass die linke Hand führt und im Vordergrund steht. Es gibt jedoch ein paar weitere Möglichkeiten. Um zukünftige Missverständnisse zu beseitigen, nutze ich daher folgende Definitionen im Detail:
• Left Hand Lead
Die linke Hand führt mit einem bestimmten Rhythmus oder einem Pattern (das ist die klassische Definition).
• Left Hand Accents
Die linke Hand führt mit einem Akzentmuster oder einem akzentuierten Pattern.
• Left Hand Starts
Die linke Hand beginnt, muss aber nicht zwangsläufig auch führen.

LÜCKENFÜLLER

Als Einführung in diese Thematik des „Lückenfüllers“ möchte ich euch ein kleines Beispiel erläutern, welches ihr vielleicht aus eurem eigenen Spiel kennt. Stellt euch Folgendes vor: Ihr spielt einen Groove und führt mit rechts auf der Hi-Hat. Jetzt kommt ein Fill-in über die Toms. Was passiert? Logischerweise führt auch hier eure stärkere rechte Hand, und die linke Hand folgt der rechten über die Toms. Also ist die linke Hand hier eine Art „Lückenfüller“. Drehen wir doch dieses Prinzip aus Übungszwecken einfach mal um.

NOTEN

BEISPIEL 1
Left Hand Lead Achtel (100 bpm)
Hier führt die linke Hand in beiden Takten mit Achtelnoten. In Takt 1 spielt nur die linke Hand, und in Takt 2 kommt die rechte Hand im Sechzehntel-Offbeat dazwischen. Somit ergeben sich dann durchlaufende Sechzehntel. Interessant hierbei ist der Ansatz, dass auch die rechte Hand acht Schläge, somit auch Achtelnoten spielt, jedoch rhythmisch versetzt. Achtet besonders darauf, dass die (bei den meisten wohl stärkere) rechte Hand nicht lauter spielt als die linke Hand. Diese Übung kann mit oder ohne Akzente gespielt werden, daher sind diese hier auch in Klammern ( ) notiert.

BEISPIEL 2
Left Hand Lead Triolen (80 bpm)
Das gleiche Prinzip wie in Beispiel 1 gezeigt lässt sich auch ternär umsetzen. Hier spielt die linke Hand Achteltriolen. Diese werden durch das Einfügen der rechten Hand im zweiten Takt zu Sechzehntel-Triolen. Die rechte Hand folgt also der linken Hand. Achtet auch hier wieder auf die Dynamikstufen beider Hände, und spielt auch diese Übung mit und ohne Akzente. Bei dieser Übung dürften besonders die Fans der „Moeller Technik“ auf ihre Kosten kommen.

BEISPIEL 3
Left Hand Lead Sechzehntel (92 bpm)
In diesem Beispiel spielt die linke Hand eine rhythmische Figur (Achtelnote plus zwei Sechzehntel-Noten), mit Akzent auf der Achtelnote. In beiden Takten führt also die linke Hand bei diesem Pattern. Die rechte Hand füllt im zweiten Takt nur die fehlende Note (zweite Sechzehntel) aus. Achtet hierbei besonders auf die Dynamik der rechten Hand. Diese muss genau so laut spielen, wie die beiden Sechzehntelnoten mit links gespielt werden. Es dürfen also insgesamt nur zwei Dynamikstufen zu hören sein. Dieses Prinzip ist natürlich auch auf andere Sechzehntel-Figuren sehr gut übertragbar.

BEISPIEL 4
Left Hand Lead Shuffle (120 bpm)
Zu guter Letzt noch der berühmte Shuffle. Spielt bei diesem Beispiel den Shuffle in der linken Hand, natürlich mit einem Akzent auf den ersten Schlag, sonst groovt es ja nicht! Fügt im zweiten Takt das mittlere Triolen- Achtel mit rechts ein, und achtet auch hier wieder auf die Dynamik der rechten Hand. Den Freunden der „Moeller Technik“ sei hier sei als Stichwort die „Moeller Whip“ genannt.

ACHTUNG FALLE!

Achtet bei allen Übungen immer auf den Übergang von Takt 1 in Takt 2. Bitte nicht aus reiner Gewohnheit – oder gar aus Panik, weil es jetzt plötzlich mehrere Noten sind – mit rechts auf Zählzeit „1“ anfangen. Spätestens bei der Wiederholung, wenn die Übung wieder von vorne beginnt, werdet ihr in solch einem Fall schnell feststellen, dass ihr da ein Problem habt.

ÜBETIPPS

Zum Schluss noch ein paar allgemeine Übetipps für alle Beispiele:

  1. Übt bitte erst einmal langsam ohne Metronom. Achtet dabei auf die Bewegungsabläufe und die Übergänge von Takt zu Takt. Führt die linke Hand auch wirklich permanent, und ist die rechte Hand tatsächlich nur der „Lückenfüller“?
  2. Checkt euer jeweiliges „Wohlfühltempo“ bei jeder Übung neu und spielt diese Übung in diesem Tempo dann zum Metronom jeweils etwa eine Minute im Loop.
  3. Erhöht dann das Tempo in kleinen Schritten, und spielt die jeweilige Übung bei jedem Tempo etwa eine Minute lang als Loop zum Metronom. Somit arbeitet ihr nicht nur an der Routine für die linke Hand, sondern auch ganz allgemein an Timing, Präzision und Ausdauer!

In der nächsten Workshop-Folge von „Left Hand Training“ packen wir mal ein paar Rudiment-Phrasierungen aus, bleiben aber beim „Left Hand Lead“- Prinzip. Wie immer freue ich mich auf eure Rückmeldungen, eure Fragen oder auch Wünsche. Viel Spaß beim Üben und denkt dran: Auf links geht’s los! Euer Patrick // [13247]

 

Produkt: Sticks 11-12/2019
Sticks 11-12/2019
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