Produkt: Sticks 05-06/2019
Sticks 05-06/2019
Interviews: BEN GORDON – Breakdowns & Double-Kicks des Parkway Drivers +++ MIGUEL LAMAS – Acoustic Electronic Jazz Fusion +++ Test: MAPEX BLACK PANTHER Design Lab Versatus Drums
Training für die linke Hand (6)

Patrick Metzger Drum-Workshop: Left Hand Training (6)

Turnaround Rudiments

Patrick Metzger(Bild: Christian Weber)

Willkommen zu einer weiteren Folge des „Left Hand Training“- Workshops. Dies ist bereits Teil 6 dieser Reihe, und im Laufe der letzten Folgen haben wir schon einige Übekonzepte besprochen. Ich hoffe, ihr konntet diese einfach und schnell nachvollziehen. Vielleicht seid ihr ja sogar schon auf eigene Ideen gekommen, wie ihr gezielt die schwächere Hand trainieren könnt, das wäre dann der Idealfall.
In dieser Workshop-Folge geht es um ein weiteres allgemeines Übekonzept, welches ich oft in verschiedenen Zusammenhängen nutze. Dieses nun ist für Left-Hand-Training in Verbindung mit Rudiments geradezu prädestiniert.

DAS TURNAROUND-PRINZIP

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Unter diesem Prinzip verstehe ich das Umdrehen einer Übung, eines Warm-ups etc. oder eben eines Rudiments in einem zweiten Takt oder einem zweiten Teil. Hierzu ein einfaches Beispiel: Im ersten Takt spiele ich etwas (z. B. ein Rudiment) und beginne wie gewohnt mit rechts. Am Ende spiele ich einen Stopp und erhalte somit eine Pause, die es mir ermöglicht, die Übung in einem zweiten Takt/Teil mit links zu beginnen. Ich drehe also die Übung im zweiten Takt um = TURNAROUND!

Dieses Prinzip hat folgende Vorteile:

  1. Ich beginne erst mal wie gewohnt, habe also schon mal keine Anfangsschwierigkeiten.
  2. Ich höre somit nochmal, wie es klingt bzw. klingen sollte, und kann die beiden Teile besser vergleichen.
  3. Durch den Stopp/Pause am Ende des ersten Takts/Teils habe ich immer saubere Übergänge zwischen den Takten bzw. beim Wechsel von rechts und links.

TURNAROUND RUDIMENTS

In den folgenden Beispielen habe ich vier Rudiments ausgesucht, die wir wohl alle kennen und schon 1.000 Mal gespielt haben, aber ich wette, die wenigsten von euch haben diese Rudiments mal mit links begonnen. Hierzu sei auch noch erwähnt, dass ich bewusst auf Rudiments wie „Paradiddle und Co.“ verzichtet habe, da sich diese innerhalb ihres Stickings sowieso umdrehen. Zur Notation sei noch gesagt, dass ich hier die so genannte „Schlaghandschrift“ verwendet habe: Die Noten oberhalb der Line werden mit rechts gespielt und die Noten unterhalb der Line mit links.

BEISPIEL 1
6-Stroke-Roll: R L L R R L
Der bekannte 6-Stroke-Roll, der in dieser Form spätestens durch Meister Steve Gadd zum „Kult-Fill“ geworden ist. Die Akzente liegen auf dem ersten Schlag (rechts) und auf dem letzten Schlag (links). Die beiden Diddles (RR LL) in der Mitte werden leise gespielt. Der erste Takt beginnt also mit rechts. Auf Zählzeit „4“ wird nur noch einen Akzent mit rechts gespielt. So erhält man eine kleine Pause und kann den zweiten Takt nun mit links starten. Auch hier am Ende wieder der Stopp auf Zählzeit „4“.

BEISPIEL 2
Swiss Army Triplet: lR R L
Aus unzähligen Rudiment-Schulen bekannt, wird dieses Rudiment überwiegend rechts beginnend notiert. Der erste Schlag der Triole wird mit einem Akzent und einem Flam (links) gespielt. Schlag zwei und drei sind etwas leiser. Um auch hier wieder einen sauberen Übergang zwischen den Takten zu erhalten, endet jeder Takt wieder mit einem Stopp (Akzent und Flam) auf Zählzeit „4“. Achte hier besonders auf die Flams mit rechts bzw. links! Klingen diese in beiden Takten wirklich gleich, und sind diese auch leise?

BEISPIEL 3
Flamacue: lR L R L
Auch wieder so ein klassisches Rudiment, welches eher selten mal auf links beginnend notiert ist. Die Subdivision sind hier Sechzehntel- Noten. Der erste Schlag (rechts) wird zwar mit einem Flam (links) phrasiert, jedoch ohne Akzent gespielt. Dieser folgt erst auf dem zweiten Schlag (Zählzeit „e“), also auf links. Dieses Rudiment nun auf links zu kopieren, also mit links zu beginnen, den Flam und den Akzent dann mit rechts zu spielen, ist am Anfang sehr ungewohnt. Auch hier erfolgt für saubere Übergänge der Stopp wieder mit Akzent und Flam auf Zählzeit „4“. Achtung: Im Gegensatz zu den ersten drei Akzenten in jedem Takt auf „e“ fällt der letzte Akzent (Zählzeit „4“) immer auf die andere Hand.

BEISPIEL 4
PataFlaFla: lR L R rL Auch wieder basierend auf binären Sechzehnteln, jedoch mit sechs Schlägen. Durch die beiden Flams beim ersten und letzten Schlag inkl. Akzent ergibt sich beim genauen Hinschauen und Analysieren des Stickings eigentlich ein verschobener Paradiddle-Diddle. Aber in unserem Beispiel wird das Rudiment im ersten Takt wieder mit rechts gestartet und im zweiten Takt dann mit links. Das ist wohl auch erst mal ungewohnt, aber gerade der „1:1“-Vergleich macht es hier möglich, zu kontrollieren, ob beide Takte auch wirklich gleich klingen.

Ich wünsche ich euch viel Spaß beim „Kopieren von rechts auf links“. Überlegt euch auch mal eigene Übungen und versucht, diese dann mal mit dem „Turnaround“- Konzept zu spielen. Beste Grooves, euer Patrick! //

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Produkt: Sticks 07-08/2019
Sticks 07-08/2019
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