Drums & Business

Patrick Metzger über Time Management

Timing ist alles! Dieser Spruch gilt für uns Drummer wohl immer, doch in dieser Ausgabe meiner Business-Kolumne, zu der ich euch herzlich begrüße, geht es um unser Timing im Kalender und auf der Uhr. Sprechen wir also mal über einen sinnvollen Tagesablauf, vergleichen dies mit ein paar alltäglichen Situationen und reden über die Koordination, welche nicht am Drumset stattfindet.Patrick Metzger

Sinnvolle Einteilung

Für uns Selbständige ist dies ein wichtiger Punkt, da wir ja nicht wie ein üblicher Arbeitnehmer einen festen Zeitraum haben, in dem wir arbeiten. Also müssen wir uns diesen Zeitraum selbst einteilen und festlegen. Automatisch sind jedoch einige Zeitfenster durch Unterrichten oder einen Gig/Konzert sowie die damit verbundene Reisezeit vorgegeben. Bei 24 Stunden täglich und den verschiedenen Arbeitsfeldern, die wir in unserm Job bewältigen müssen, ist es also wichtig, sich diese je nach Bedarf richtig einzuteilen.

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Beispielsweise in folgende Zeiten:

  • Bürozeiten
  • Unterrichtszeiten
  • Übezeiten
  • Gigs & Termine (inkl. Reisezeit)
  • Pausen & Freizeit (Ausgleich)

Hier reden wir natürlich über die Bereiche, die wir nach unserer „Checkliste“ noch nicht an andere Partner abgegeben haben und selbst erledigen müssen oder wollen (siehe Kolumne Nr. 06 „Business- Checkliste“).

Bürozeit

In dieser Zeit sollten alle Dinge passieren, die wir „am Schreibtisch“ erledigen müssen: E-Mails, Termine koordinieren, Reiseplanungen, Promotion-Aktionen, Rechnungen schreiben und sonstige Papier- oder Verwaltungsarbeiten. Hierzu zähle ich auch Notenschreiben oder Audio- und Video-Arbeiten, sollten diese nicht von einem Geschäftspartner übernommen werden. Auch Leadsheets schreiben gehört für mich zur Büroarbeit. Bis auf wenige Ausnahmen ist dieser Zeitraum sehr flexibel, da wir viele Arbeiten auch unterwegs erledigen können (mit Laptop und Telefon). Ich zum Beispiel nutze oft die Zeit in einem Bandbus, Hotelzimmer oder auch Backstage, um manchmal wichtige Arbeiten zu erledigen. Dies kommt mir zu Hause für andere Dinge zeitlich wieder zugute, zum Beispiel bei der Übezeit. Gleichzeitig ist dieser Zeitraum auch variabel, denn wann genau wir uns diese Bürozeit einplanen ist oft flexibel, und manchmal liegt etwas mehr an und manchmal etwas weniger.

Übezeit

In dieser Zeit sitzen wir am Drumset und ganz speziell im Proberaum. Hier üben wir für uns selbst, bereiten uns auf Gigs oder andere Events vor. Auch Proben mit Bands gehören zur Übezeit. Hier wird das umgesetzt, was am Schreibtisch bereits mit der Planung, Organisation oder Vorbereitung begann.

Als Beispiel: Eine Probe zu organisieren muss nicht im Proberaum stattfinden, da ich hier gegebenenfalls wertvolle Übezeit verschenke. Und mit einem fertigen Leadsheet im Proberaum direkt loszulegen und nur noch ein paar Korrekturen zu machen, erspart auch einiges an Zeit. Übrigens spielt hier auch das Logistische eine Rolle. Nicht jeder hat den Proberaum zu Hause und muss somit also extra dorthin fahren. Umso wichtiger ist es, solche Übezeiten selbst festzulegen. Entweder täglich oder je nach Bedarf. Jeder so, wie es für ihn individuell funktioniert.Time Management

Ich nutze hier oft Lücken im Stundenplan mit Schülern oder lege mir diese vor oder nach die Unterrichtszeiten. Hier schneiden wir dann auch das Thema von richtigem, strukturiertem und sinnvollem Üben in einem bestimmten Zeitfenster an. Zu diesem Thema gibt es bekanntes Material von vielen namhaften Kollegen.

Auch ich gehe in meinem Buch „Drumtraining Tools & Skills“ auf solche Themen ein. Kurzum: Habe ich nur ein bestimmtes Zeitfenster, sollte ich mir genau überlegen: Was übe ich wann? Warum? Wofür? Wie lange?

Unterrichtszeit & Gigs

Dies ist wohl der wichtigste Zeitraum, aber nicht immer der mit den meisten Stunden. Hier werden jedoch bei uns Musikern die meisten Einnahmen generiert. Durch Unterrichten oder das Spielen von Gigs, Konzerten, Steady Shows, Sessions etc. verdienen wir zum Großteil unser Geld.

Und dies ist auch die Zeit, welche wir am wenigsten beeinflussen können, durch feste Termine für Gigs oder auch feste Unterrichtszeiten mit Schülern. Hier haben wir nur bedingt Einfluss. Umso wichtiger finde ich, dass wir alle anderen Zeitfenster sinnvoll in unseren Tagesplan einbauen.

Als kleines Beispiel findet ihr hier eine Grafik aus meiner Broschüre mit einer Zeiteinteilung, wie sie bei mir oft, aber auch nicht immer stattfindet. Ich habe für mich herausgefunden, dass ich morgens am besten meine Bürozeit noch von zu Hause erledigen kann. Mittags fahre ich in meinen Proberaum zum Üben, Unterrichten, Laden, und am Nachmittag oder Abend fahr ich dann ggf. noch zu einem Gig. Ich schreibe mir für solche Tage immer eine Art Stundenplan und trage mir meine Übezeit, Unterrichtszeit, Reisezeit, Gig-Zeit etc. in meinen Kalender ein.

Ich hoffe, ihr konntet auch aus meinen Tipps und Anregungen aus dieser Kolumne wieder etwas für euch gewinnen. Wenn ihr Fragen, Anregungen oder auch Themenwünsche habt, schickt mir gerne eine E-Mail. Und wer es wirklich wissen will, kann meine Broschüre „Drums & Business“ über meinen Onlineshop auf www.patrickmetzger.de jederzeit bestellen. Viel Erfolg, alles Gute und bis zum nächsten Mal, euer Patrick.


Patrick MetzgerPatrick Metzger ist Live- und Studio-Drummer, Schlagzeuglehrer, Dozent, Buchautor und Networker für Percussion Creativ e. V. Seit 2013 ist er Tour-Drummer für Schlagersängerin Beatrice Egli. Seine stilistische Vielfalt stellt er außerdem mit vielen musikalischen Projekten und Bands unter Beweis. Patrick ist seit 2014 ständiger redaktioneller Mitarbeiter und Workshop- Autor für STICKS.

mail@drumsolo.de


>>Wer weitere Details und Infos haben möchte, kann die „Drums & Business“-Broschüre jederzeit hier bestellen.<<

 

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