Produkt: Sticks 09-10/2019
Sticks 09-10/2019
FREDERIC MICHEL – Modern Pop Drummer +++ YOUTUBE-STARS: Sina Drums; COOP3RDRUMM3R +++ Rockin‘ 1000 +++ Studium an der POPAKADEMIE +++ ZULTAN Heritage Cymbals +++ PEARL Masters Maple/Gum Drums +++ ROGERS Dyna-Sonic Wood Snaredrums
Training für die Linke Hand (10)

Patrick Metzger Drum-Workshop: Left Hand Moeller Warm-up

LEFT HAND MOELLER WARM-UP

Patrick Metzger(Bild: Christian Weber)

Willkommen zu Teil 10 der „Left Hand Training“ Workshop-Serie. Wie schon in der letzten Folge „angedroht“, kehren wir dieses Mal wieder an das Practice-Pad zurück und schauen uns ein paar Übungen für die linke Hand mal im Detail an. Genau genommen geht es um die berühmte „Moeller“-Technik, beruhend auf den Erkenntnissen des legendären amerikanischen Drummers und Schlagzeuglehrers Sanford Moeller.

Die Übungen dieser Workshop-Folge dienen sowohl dem Training unserer schwächeren Seite wie auch als Warm-up für die beiden kommenden Folgen. Dann werden wir diese bzw. ähnliche Übungen auf das Drumset übertragen, sowohl in Koordinationsübungen als auch in Grooves. In diesem Sinne wünsche ich euch wieder viel Spaß mit den Übungen und sage wie immer: „Links, 2, 3, 4!“

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Sanford Augustus “Gus” Moeller (1886 – 1960)

DIE MOELLER-TECHNIK

Bevor ich hier auf ein paar Basics und grundlegende Infos eingehe, möchte ich erwähnen, dass ich diese Informationen und Kenntnisse bei unserem deutschen „Moeller-Chef“ Claus Hessler gelernt habe.

Wer sich mehr damit beschäftigen möchte, der ist bei ihm und seinem Buch „Daily Drumset Workout“ an der richtigen Adresse. Zum Thema „Moeller-Technik“ gibt es so einiges an Literatur. Ein Buch, mit welchem ich viel gearbeitet und aus dem ich auch viel gelernt habe, ist „It’s Your Move“ von Dom Famularo.

In Dom Famularos Buch werden u. a. bestimmte Bewegungsabläufe dieser Technik genauestens erklärt und in Skizzen gezeigt.

Basic-Infos (Links) zur Moeller-Technik

Wikipedia

Video mit Jim Chapin

Video mit Dom Famularo

Aus Platzgründen kann ich hier nicht alles ausführlich erklären, aber das Grundprinzip dieser Technik und Spielweise wäre in Kurzform so zu formulieren: Durch EINE Bewegung, die so genannte „Moeller Whip“, wird der Stock so angetrieben, dass dieser durch einen kontrollierten Rebound mehrmals eigenständig springt, bis ich als Spieler wieder einen erneuten Impuls (Whip) bewusst gebe. Wiederhole ich nun permanent diesen Bewegungsablauf, nennt man dies „Pumping Motion“. Wichtig ist noch zu erwähnen, dass die Finger hier nur den Stock festhalten, diesen aber nicht bewusst antreiben – es handelt sich also nicht um „Finger Control“-Technik“!

Tipp: Haltet den Stock im American Grip, einer Variante des Matched Grip, bei dem die Sticks in etwa in einem 45-Grad-Winkel zueinander stehen.

BEWEGUNGSABLÄUFE

Wie du in den Notenbeispielen erkennen kannst, sind dort zu Anfang immer die Bewegungsrichtungen für den Arm durch Pfeile angegeben.

↓ Pfeil nach unten = Downstroke
Durch die Abwärtsbewegung deines Unterarms bringst du den Stock mit einem Akzent auf das Pad (Moeller Whip). Dieser Schlag ist somit durch die Energie, die du in den Stock gibst, auch laut.

↑ Pfeil nach oben = Upstroke
Beim jeweils letzten Schlag gehst du mit deinem Unterarm wieder nach oben, damit du danach erneut die Möglichkeit für einen Downstroke hast. Der Upstroke ist immer der Schlag vor dem nächsten Downstroke und wird auch leise gespielt.

– Striche = Taps
Diese Schläge sollen im fließenden Tempo durch den Rebound alleine passieren. Hierzu musst du natürlich durch deine Kontrolle als Spieler den Stock genau führen. Im langsamen Tempo wird dies nicht funktionieren, dann musst du die Taps bewusst aus deinem Handgelenk und aus einer kleinen Bewegung ausführen. Auch diese Schläge sind leise.

OHNE METRONOM?!

Alle Beispiele spiele ich hier ohne Metronom, was ich euch dieses Mal zumindest für den Anfang auch empfehle. Versucht selbst den Punkt zu finden, wo der Stock bei den Taps durch den Rebound alleine „in time“ springt. Lasst euch nicht durch eine BPM-Angabe ablenken und spielt nicht etwa alle Schläge bewusst nur, um dem Klick zu folgen. Das wäre hier erst mal falsch! Achtet bei diesen Übungen anfangs lieber auf eure Bewegungsabläufe, und lasst den Stock die Arbeit machen!

ÜBUNGEN

BEISPIEL 1
Left Hand Pumping Motion mit Triolen

Zu Beginn die klassische Moeller-Übung, welche wohl viele kennen: Achteltriolen mit Akzent auf dem ersten Schlag. Wir spielen also: DOWN – TAP – UP! In Takt 2 folgt eine Variation, bei der der „TAP“ entfällt und nur noch DOWN- und UP- Strokes gespielt werden.

BEISPIEL 2
Left Hand Pumping Motion mit Sechzehntelnoten

Hier wird nun im Vergleich zu Beispiel 1 ein „TAP“ hinzugefügt. Somit erhalten wir eine 4er-Subdivision, wie hier zum Beispiel in Sechzehntel. In Takt 1 beginnen wir wieder klassisch mit dem Akzent, also DOWN – TAP – TAP – UP! In Takt 2 wird dieser Bewegungsablauf nun verschobe,n und somit fällt der Akzent auf den Offbeat („und“). Wir spielen also TAP – UP – DOWN – TAP (Trainbeat Groove Charakter).

BEISPIEL 3
Left Hand Pumping Motion mit Achtelnoten

Beispiel 3 wird zwar in Achtelnoten gespielt, sollte aber vom Tempo her schon etwas schneller angegangen werden. Im ersten Takt spielst du auch hier nur noch „DOWN – UP“-Strokes, und alle Akzente fallen somit auf die Viertelnoten. In Takt 2 werden nur noch die Zählzeiten „2“ und „4“ akzentuiert, und somit ergibt sich für unsere linke Hand der gleiche Bewegungsablauf wie in Beispiel 2/ Takt 2, nur diesmal in Achtelnoten, also TAP – UP – DOWN – TAP.

BEISPIEL 4
Left Hand Pumping Motion im Shuffle

Dieses Beispiel ist die ternäre Version von Beispiel 3. Der Bewegungsablauf ist identisch, wir spielen dies nur in einer rhyth – mischen Variation, also in ternären Achteln (Shuffle). In Takt 1 sind auch hier wieder alle Viertel akzentuiert und in Takt 2 nur noch die „2“ und die „4“ (Backbeat).

In der nächsten Workshop-Folge übertragen wir diese Übungen auf die Snaredrum bzw. das ganze Drumset und checken mal, wo solche Dinge in Grooves vorkommen. Bis dahin verbleibe ich mit einem Zitat von Claus Hessler: „Möge die Macht von Sanford Augustus Moeller mit euch sein!“ Ich wünsche euch gute Grooves, euer Patrick!

Patrick Metzger

Patrick Metzger ist Live- und Studio-Drummer, Schlagzeuglehrer, Dozent, Buchautor und Networker für Percussion Creativ e. V. Seit 2013 ist er Tour-Drummer für Schlagersängerin Beatrice Egli. Seine stilistische Vielfalt stellt er außerdem mit vielen musikalischen Projekten und Bands unter Beweis. Patrick ist seit 2014 Workshop-Autor für STICKS. Kontakt: mail@drumsolo.de //

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Kommentar zu diesem Artikel

  1. Danke für die klaren Infos zu dem Thema. Methodisch didaktisch 1A!

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