Produkt: Sticks 07-08/2019
Sticks 07-08/2019
STEWART COPELAND - Orchester-Rausch! +++ LUIS RIBEIRO (The World of Hans Zimmer) +++ YAMAHA Live Custom Hybrid Oak Drums +++ LP PRO Tambourines +++ K ZILDJIAN Cluster Crash Cymbals
Bongo Workshop

Bongos – kleine Trommeln … großartige Sounds!

Bongos klingen knackig, frech, durchsetzungsstark und liefern erfrischende Sounds, die sich wunderbar mit den Grooves des Schlagzeugs verbinden. „Klang“ ist eines der höchsten Gebote beim Musikmachen, denn ein toller Sound ist die Grundlage dafür, packende und spannende Grooves zu gestalten. Wie du deiner Bongo Trommel einen großartigen Sound entlockst, erfährst du in unserem Workshop!

Bognos
(Bild: Dieter Stork)

Setzt euch bequem z.B. auf einen Drum-Hocker oder auf ein Cajón. Die Bongos werden in traditioneller Spielhaltung zwischen den Beinen gehalten. Dabei liegt die Macho in der linken Kniebeuge (etwas über dem Knie), und die Hembra ruht auf dem rechten Unterschenkel (etwas unter dem Knie). Diese Position ermöglicht eine Schrägstellung der Bongos, wobei die Fellseite nach vorne geneigt ist. Auf diese Weise sind die Felle der Bongos ganz leicht von beiden Händen und Fingern anzuspielen.

Anzeige

So werden die Bongos gehalten.

So werden die Bongos gehalten.

Alternativ gibt’s die Stativmontage. Auch hier bieten alle Hersteller Systeme an, um die Bongos auf einem Single-Stand zu befestigen. Günstig sind solche montierten Positionen, wenn ihr euer Percussion-Set sowieso für das Spielen im Stehen konzipiert habt.

Erste Sounds

Spielt mit der Fingerkuppe des rechten Zeigefingers die Randbereiche der Felle an (s. Bild 5). Und stellt euch dabei vor, die Felle seien heiße Herdplatten, die man nur kurz berührt. Der Finger schnellt nach dem kräftigen Anspielen also direkt wieder zurück. Auf diese Weise entstehen die sogenannten „Open Tones“.

Der Open Tone entsteht durch Anspielen des Fellrands mit dem ersten Glied des Zeigefingers.

Der Open Tone entsteht durch Anspielen des Fellrands mit dem ersten Glied des Zeigefingers.

Nehmt euch doch mal folgende Übung vor: Auf den Zählzeiten 1, 2 und 3 spielt ihr auf der Macho. Und die 4 gehört der Hembra. So entsteht ein einfachst strukturierter erster Bongo-Groove. Der nächste Schritt wäre dann, mit dem Zeigefinger der linken Hand zusätzlich auf „2+“ einen weiteren Schlag einzufügen.

Daher nochmal der Tipp: Bongos sind knackig und hell klingende Trommeln, deren hart gespannte Felle es lieben, mit ordentlich „Pfeffer“ angespielt zu werden. Sei also nicht zu zaghaft! Das heißt jedoch nicht heißt, dass du auf Teufel komm raus deine Finger malträtieren sollst. Wenn du die Bongo Trommel zwischen den Knien platziert hast – und dort sollten sie bequem und sicher ruhen – halte deine Hände im Abstand von etwa 20 cm über den Fellen.

Aus dieser Entfernung ziehst du den Schlagimpuls in einem Schwung und ohne abzubremsen in einem durch (siehe Bild 1). Spiel mit der Fingerkuppe des rechten Zeigefingers die Randbereiche der Felle an (s. Bild 2), und stell dir dabei vor, die Felle seien heiße Herdplatten, die man nur kurz berührt. Der Finger schnellt nach dem kräftigen Anspielen also direkt wieder zurück. Auf diese Weise entwickelt man „Open Tones“ – es sind Sounds, die eine freie Klangentfaltung und das offene Ausschwingen von Fell und Kessel bezeichnen. Auch mit der linken Hand (Zeigefinger) kannst du selbstverständlich diese Sounds erzeugen.

Bild 1

Bild 1

Bild 2

Bild 2

Um die Finger aufzuwärmen und sich an das anfänglich britzelige Gefühl in den Fingerkuppen zu gewöhnen, hier ein kleiner Warm-up-Groove: Mit dem rechten Zeigefinger spielst du einen Viertel-Puls auf den Zählzeiten 1, 2, 3 und 4. Die ersten drei Schläge spielst du auf der Macho (kleine Trommel), und der vierte Schlag – also die 4 – wird auf der Hembra (größere Trommel) ausgeführt. Nun kommt noch der Zeigefinger der linken Hand ins Spiel: Versuch hier genau die Zählzeit 2+ zu erwischen. Im Notenbild sieht das dann so aus wie in Notenbeispiel 1.

Die Notenbeispiele

Notenbeispiele

Etwas trickreicher nun der zweite Groove (Notenbeispiel 2): Der erste Takt entspricht dem Warm-up-Pattern, allerdings ist der zweite Takt schon ausgefuchster. Achtet darauf, dass hier die 2+ (linker Zeigefinger) rhythmisch genau platziert ist. Mit diesem zweitaktigen Pattern habt ihr bereits einen Basic-Groove erarbeitet, der wunderbar zu einem 4/4-Schlagzeugrhythmus passt. Probiert es mit eurem Drummer einfach aus! Auch alleine auf den Bongos gespielt macht diese Figur, mit Tempo angegangen, ordentlich Drive.

Noch mehr Power bietet der Groove in Notenbeispiel 3: Hier liegt die 1/16tel-Zählweise zugrunde. Durch die punktierten Noten erhält dieses Pattern eine gute Portion rhythmischer Lebendigkeit. Vor allem in schnellen Tempi kannst du hiermit eine antreibende Power erzielen.

Nun kommen beim Bongo Trommel lernen zum wichtigsten Groove der Bongos überhaupt, dem „Martillo“. Es ist der Bongo-Rhythmus schlechthin, der sich multifunktional spielbar in seiner verquirlt wendigen Art nicht nur wunderbar im Pop, Jazz, Rock, HipHop, sondern eigentlich überall einsetzen lässt. Sein viertelbetonter Puls besteht aus vier hintereinander folgenden Schlägen – drei auf der Macho und einer auf der Hembra, die mit dem Zeigefinger der rechten Hand ausgeführt werden.

Die leiseren dazwischen liegenden Noten werden mit der linken Hand auf der Macho im Wechsel von Daumen (D) und Fingerspitzen des Zeige-, Mittel- und Ringfingers ausgeführt (F). Durch die stoischen Viertelpuls-Attacks der rechten Hand marschiert der Groove wie ein Hammerschlag nach vorne. Und daher rührt auch der Name – Martillo ist Spanisch und heißt übersetzt: Hammer.

Bild 3

Bild 3

Bild 4

Bild 4

Die Bewegungsabfolgen im Detail: Sehr wichtig ist die Arbeit der linken Hand, auch wenn die Sounds im ersten Moment nicht vordergründig erscheinen. Drückt den Daumen mit Kraft und festmittig aufs Machofell (s. Bild 3). Danach wird der Daumen angehoben und die Fingerspitzen von Zeige-, Mittel- und Ringfinger werden nun leicht auf den Fellrand gedrückt (s. Bild 4). Dies im Wechsel gespielt, ergibt eine Wippbewegung zwischen Daumen (D) und den Fingern (F).

Die Rhythmik der Wippbewegung sieht folgendermaßen aus: Der Daumen wird auf der 4+, also auftaktig aufs Fell gedrückt. Er verbleibt dort genau zwei Achtelzählzeiten (4+, 1) bis er von den Fingern abgelöst wird, die genau zur Zählzeit 1+ aufs Fell gedrückt werden. Wiederum vergehen zwei Achtelzählzeiten (1+, 2) bis der Daumen auf der Zählzeit 2+ wiederum die Finger ablöst.

Das ganze Spiel vollzieht sich über den Takt und alle weiteren Takte und überhaupt über den gesamten Rhythmus unverändert hinweg. Das Machofell hat also stets Fingerkontakt, und die Bewegung von Daumen und Fingern vollzieht sich immer auf den „Und-Zählzeiten“, wobei der Fellkontakt jeweils zwei Achtelzählzeiten lang dauert. Das Notenbeispiel 4a verdeutlicht die rhythmische Bewegung (Wippe D–F).

Nun zur rechten Hand – und da haben wir’s einfach, weil der Zeigefinger lediglich die Open-Tones im Viertelpuls spielt, nämlich auf 1, 2, 3 (Macho) und die 4 auf der Hembra. Siehe Notenbeispiel 4b.

Beide Bewegungen (linke Hand und rechte Hand) zusammengesetzt ergeben den Martillo (s. Notenbeispiel 5).

Tipp: Du wirst bemerken, dass auf 1 und 3 der Daumen (li) und der Zeigefinger (re) gleichzeitig das Macho-Fell berühren (s. Bild 5). Das muss so sein, um den wirklich guten und authentischen Martillo-Sound hervorzuheben. Denn die 1 und 3 müssen knackig und hell klingen, weil der Daumen (li) das Fell fest drückt und damit die Fellspannung erhöht. Auch kann man die 1 und 3 kräftiger anspielen (re) als die 2 und 4, um dem Spielfluss eine dynamische Wellenbewegung zu geben. Auf 2 und 4 berühren hingegen die Finger (li) und Daumen (re) das Machofell zur selben Zeit.

Bild 5

Bild 5: Auf 1 und 3 berühren Daumen und Zeigefinger gleichzeitig das Macho-Fell.

Mit dem Martillo bist du musikalisch überall zu Hause, weil sich dieser Klassiker bestens und Genre-übergreifend in allen Styles verwenden lässt. Viel Spaß dabei!

Produkt: Sticks 07-08/2019
Sticks 07-08/2019
STEWART COPELAND - Orchester-Rausch! +++ LUIS RIBEIRO (The World of Hans Zimmer) +++ YAMAHA Live Custom Hybrid Oak Drums +++ LP PRO Tambourines +++ K ZILDJIAN Cluster Crash Cymbals

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Sie auch interessieren