Produkt: Sticks 05-06/2019
Sticks 05-06/2019
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Classic Drum Tracks

Pink Floyd: Money

Ziel der STICKS Workshop-Reihe “Groove des Monats” war und ist es, spannende, auffällige, besondere – ja, einfach die besten Drum-Grooves schlechthin  – unter der Lupe zu nehmen, sei es aus den Charts oder signifikante Klassiker aus dem Back-Katalog der Musikgeschichte. Aus dem STICKS-Archiv veröffentlichen wir einige dieser Grooves als Classic Drum Tracks.

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Wer kennt das nicht: Man hört plötzlich einen Titel im Radio, der völlig fasziniert und unser Drummer-Herz auf Hochtouren jagt. Welcher Schlagzeuger oder Programmierer auch immer dahinter stecken mag, ob es eine deutsche oder internationale Produktion ist – egal, all die Tricks, Sounds, Licks, Fill-ins und Drum-Arrangements kommen hier unter die Lupe. Denn es gilt herauszufinden, was den Groove so interessant macht  und die analytischen Essenzen so aufzubereiten, dass die Praxisnähe nicht außer Acht blieb. Alle Grooves sollen ja auch nachspielbar und damit für jeden spieltechnisch zu erobern sein.

Anlässlich eines Exklusiv-Interviews mit Pink Floyd-Drummer Nick Mason warfen wir auch einen Blick auf seine wunderbaren schlagzeugerischen Fähigkeiten. Mit einer wohl geordneten Zurückhaltung ist es ihm immer wieder gelungen, eine rhythmische Poesie zu entfalten, die Intuition und das Gespür für den richtigen Augenblick vereint. „Money“ ist einer der „kommerziellsten“ Songs des Album-Klassikers „The Dark Side Of The Moon“, der vor 45 Jahren am 24. März 1973 das Licht der Welt erblickte.073002

Interessanterweise ist das Metrum in 7/4, doch anscheinend ist dieses ungerade Phänomen kaum aufgefallen, was wiederum für die Klasse jenes Songs spricht, dessen Struktur auf einem signifikanten Bass-Thema aufbaut. „The Dark Side Of The Moon“ war mit rund 50 Millionen verkauften Exemplaren das erfolgreichste Album in der Geschichte der Band und zementierte den SuperstarStatus der Briten, die in der Konstellation Pink Floyd einen maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklung der Rockmusik nahmen.

Natürlich lassen sich andere Subdivisions und Schwerpunkte setzen. Das kann jeder gerne ausprobieren. Doch wird man feststellen, dass sich das Feel jedes Mal ändert. So scheint die Nick-Mason-Version perfekt. Sie fühlt den Puls dieser grandiosen Bassfigur und schenkt dem Song die gewisse Leichtigkeit, die das (krumme) 7/4-Metrum augenblicklich ins Unbewusste rückt. Nick Mason legt hier außerdem einen leichten, swingenden Touch in sein Spiel, wobei das Tempo dynamisch an die Lebendigkeit des homogenen Spiels der Band gekoppelt ist. So sind es am Anfang etwa 120 bpm (Viertel), gegen Ende hin steigert man sich auf ca. 140 bpm. Dieser Wandel ist übrigens durchaus kompositorisch gewollt. Ein Click-Dogma hätte die künstlerische Vision womöglich zerstört. „Groove on …“!

Nick Mason über „Money“:

„Roger Waters’ Bass-Figur legte den Grundstein. Warum das ausgerechnet ein Siebener war, weiß ich bis heute nicht. Ein 7/4-Metrum war für Pink Floyd sehr ungewöhnlich.“

Wie hast du diese spezielle Leichtigkeit des Siebener-Drum-Grooves bei „Money“ entwickelt, dieses softe Swing Feel?

„Ha! Gute Frage! Ich werde nämlich oft von anderen Drummern belehrt, weil sie meinen, ich hätte diese Figur falsch gespielt!“ (lacht)

Wieso falsch? Das ist doch Auffassungssache, oder?

„So argumentiere ich auch! Denn es gibt da kein richtig oder falsch. Angeblich hätte ich andere Subdivisions wählen sollen. Ich spielte den Groove in einer „4 plus 3“-Unterteilung. Andere meinen, es hätte besser in 3- 3-1 sein sollen. Es gibt Millionen von Möglichkeiten, einen 7/4 zu spielen, und ich finde es amüsant, wie sehr sich manche über meinen Drum-Style auslassen. Das Schlagzeug hab ich völlig spontan zu Rogers Bass-Thema gespielt – es war nichts Ausgedachtes. Ich hab mich hingesetzt und mich einfach leiten lassen. Mehr nicht!“

Produkt: Sticks 07-08/2019
Sticks 07-08/2019
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Kommentar zu diesem Artikel

  1. Groove hat ja als aller erstes etwas mit Gefühl zu tun, insofern kann man Nick Mason zu seinem gefühlten Spiel nur gratulieren!

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