Produkt: I Put A Spell On You – Christone “Kingfish” Ingram
I Put A Spell On You – Christone “Kingfish” Ingram
I Put A Spell On You: Hol Dir die Playalong-Versionen des Songs von Christone "Kingfish" Ingram!
Workshop: Schlagzeug dämpfen

Schlagzeug dämpfen – wir zeigen dir wie es geht!

 

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Schlagzeug-Dämpfen: In diesem Artikel geht es vor allem um eine wesentliche Komponente zur Klanggestaltung. Das ist sicherlich immer auch eine Frage des klanglichen Geschmacks, und natürlich auch abhängig von dem jeweils zu spielenden Style der Musik.

Schlagzeug dämpfen – Bassdrum

Fangen wir mal bei dem Instrument an, das in der Regel (fast) immer gedämpft wird: die Bassdrum! Warum macht man das? Meist deshalb, weil der Ton an sich zu lang ausklingt und der Attack zu viele Obertöne produziert. Für die meisten Musikstile sucht man einen Bassdrum-Sound, der satt und tief ist. Dabei soll der Attack Punch und Schub haben, aber auch genügend Projektion besitzen, so dass man die gespielten Beats auch gut differenziert hören kann. Und ein weiterer Aspekt: Man sollte die Bassdrum auch leicht mit einem Mikrofon aufzeichnen oder übertragen können. Als Voraussetzung dafür nimmt man in der Regal ein einlagiges Resonanzfell mit einem ca. 6“ durchmessendem Loch für den schnellen Luftausgleich und ein vorgedämpftes Schlagfell (wie z. B. Remo Powerstroke 3, Evans EMAD2, Aquarian Super Kick oder Ähnliches). Das kann in manchen Fällen sogar schon genügen, meistens wird allerdings in der Praxis noch interne oder externe Dämpfung hinzugefügt.

Die Stimmung des Schlagfells ist in diesem Fall eher tief, das Resonanzfell dabei ein wenig höher gestimmt. Mit der Dämpfungsart und Menge der Dämpfung bestimmt man den Charakter des Sounds! Warum muss man für unsere Sound-Vorstellung überhaupt noch etwas in den Bassdrum-Kessel legen? Nun, im Kessel entstehen an der glatten Wand natürlich auch viele markante Mitten-Frequenzen, die wir für den avisierten kurz-kontrollierten, satt-tiefen Sound mit Punch nicht brauchen. Die Dämpfung bricht nämlich auch die Reflexion im Kesselinneren, und so werden zu viele Mitten vermieden, was besonders für innen installierte beziehungsweise platzierte Mikrofone bei dieser Klangvorstellung auch von Vorteil ist.

Schlagzeug dämpfen – Methoden zur Dämpfung der Bassdrum

Die Beschaffenheit der Dämpfung hat einen entscheidenden Effekt: Ist sie recht starr, wird der Klang zwar tief, aber auch kurz und in gewisser Weise hart. Ist sie hingegen flexibel, können sich die Felle etwas mehr bewegen, und der Klang wird mindestens ebenso tief und bleibt doch voll klingend und wird als angenehm satt empfunden. Anhand der Bilder könnt ihr verschiedene Methoden zur Dämpfung einer Bassdrum erkennen (zur Verdeutlichung ist das Resonanzfell demontiert). Man sollte durchaus experimentierfreudig sein und ruhig einmal verschiedene Dinge ausprobieren, z. B. das berühmte, von Simon Phillips verwendete, zusammengerollte Badetuch, das mit Gaffer Tape am Schlagfell befestigt wird, eine gefaltete Wolldecke oder Mollton-Stoff, oder Kissen jeglicher Größe, Farbe, Form und Gewichts.

Methoden-Daempfung-Bassdrum
Verschiedene Methoden zur Dämpfung der Bass Drum

Kleiner Tipp, um die Bassdrum zu dämpfen: Möbelhäuser bieten im Zubehörbereich oft so einige Varianten von Kissen an, die nicht zu viel kosten! Und es gibt natürlich auch sehr gut einsetzbare Dämpfungsmittel der Fellhersteller (Remo, Evans) oder die verschiedenen Ausführungen des „Kicker“ von Sonitus Acoustics, die für die meist verwendeten Bassdrum-Durchmesser und Kesseltiefen vorgefertigt sind.

Schlagzeug dämpfen – Snaredrum

Natürlich gilt hier: erlaubt ist, was gefällt! Und wer aus seiner Millionen-Dollar-Snaredrum einen „Beatles-Drummer Ringo Starr on the Apple Rooftop“-Sound mit dem berühmt-berüchtigten Geschirrtuch als Abdämpfung herstellen will – bitteschön! Diese Methode ist bekannt, simpel und effektiv.

Einen kontrollierten, mehr oder weniger starken Dämpfungseffekt erzielt man mit den Dämpfungsringen, die es von verschiedenen Herstellern gibt oder die man aus alten Fellen selbst zurechtschneiden kann (Steve Gadd’s 70s/80s Snarersound gefällig? So geht’s!). Diese liegen flexibel auf dem Schlagfell auf und behindern beim Anschlag die Schwingung des Felles nicht zu stark, so dass sich zunächst ein gewisses Klangpotenzial entfalten kann. Außerdem lassen sie sich sehr gut „portionieren“ – als voller Kreis, Halbkreis, Viertelkreis, in jeder gewünschten Größe.

Wer sich für seine Klangvorstellung für ein genau passendes Traum-Snaredrum-Modell (Durchmesser, Tiefe, Kesselmaterial) und eine entsprechende Fellauswahl und Stimmung entschieden hat, der wird sicherlich (wenn überhaupt) etwas gezielter dämpfen wollen, um vielleicht einige wenige Obertöne zu eliminieren und/oder die Klangdauer zu beeinflussen, ohne den grundlegenden Klangcharakter allzu stark zu beeinflussen.

Dazu haben sich in der Nähe von Stimmschrauben auf dem Schlagfell platzierte Gel-Pads (Moongel, Obertonkiller, Sky Damper Pads etc.) oder kleine Pads aus zusammengerollten Gaffer-Tape-Streifen bewährt. Dreht man nun noch die Stimmschraube in diesem Bereich eine Nuance tiefer, so wird der Sound auch noch etwas fetter.

Schlagzeug dämpfen – Toms und Floor-Toms

Vier Snaredrums verschieden gedämpft

Alles, was sich zur Snaredrum-Dämpfung eignet, kann man natürlich auch für Toms und Floor-Toms verwenden, hier sogar bei Schlag- und Resonanzfellen. Dämpfungsringe werden mit etwas Gaffer Tape fixiert, und wer auch bei auf dem Resonanzfell aufgeklebten Gel-Pads auf Nummer sicher gehen will, dass diese nicht abfallen, sollte hier das Wunder-Tape zur Fixierung einsetzen. Allerdings kann man bei den Toms/Floor-Toms für die Dämpfung des Resonanzfells auch mal Methoden anwenden, bei denen die Dämpfungsmaterialien sogar innen im Kessel angebracht sind.
Ein Art natürliches Noise Gate – also eine mechanische Verkürzung der Klangdauer – kann man z. B. durch einige weiche Wattepads erzielen. Die machen keine Nebengeräusche, lassen zunächst einmal den vollen Sound entstehen und Dämpfen ganz langsam das Resonanzfell, ohne die Schwingung permanent und partiell zu behindern. Dämpfungsringe oder Gel-Pads kann man auch innen auf dem Resonanzfell platzieren, das ergibt in der Regel kürzere und stärker perkussive Sounds. Allerdings sind sei natürlich nur mit etwas Aufwand wieder zu entfernen.

Prinzipiell gilt es in jedem der beschriebenen Fälle, einmal das Experiment zu wagen, und sei es nur um der Erfahrung willen.

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Produkt: Burnin’ For You – Blue Öyster Cult
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Kommentar zu diesem Artikel

  1. Ich habe auf meiner snare ( Tama Starclassic walnut-/ birch, 14x 5,5″), die am Rand stark störende Obertöne aufwies, welche sich auch nicht “wegstimmen” ließen, ein selbsthaftendes Pad auf “6 Uhr” aufgelegt, welches preisgünstig für Auto- Armaturenbretter angeboten wird. Der Erfolg spricht für sich! Die Obertöne sind zu 90% eliminiert, und der Sound ist kurz, knackig und crisp. In meiner 22×16″ Bassdrum habe ich ein Stück Akustikschaumstoff zu liegen, etwa 25 cm breit, 5 cm dick, und leicht an den Fellen anliegend, außerdem ein 6″- Loch im Resofell. Die Tama- Bassdrum hat von Hause aus schon einen Top- Sound, aber so ist es für mich perfekt. Ach so, ich spiele hauptsächlich riffbetonten Hard- Rock.

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