Erste Übungen

Schlagzeugnoten lesen lernen

Die Grundlage von Schlagzeugnoten ist das von den „normalen“ Noten bekannte 5-Liniensystem. Statt der unterschiedlichen Tonhöhen werden bei Schlagzeugnoten auf den Linien und in den Zwischenräumen die verschiedenen Instrumente eines Drumsets bzw. der Percussion notiert.

Die rhythmischen Notenwerte (Viertel-, Achtel-, Sechzehntel- und Zweiunddeißigstel-Noten, Triolen, Quintolen, Septolen etc., Pausen) entsprechen dann den „normalen“ Noten.

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Schlagzeugnoten Legende

Doch nun erst mal zu den Basics

Eine Note hat zunächst einmal zwei Grundfunktionen: Sie bestimmt die Tonhöhe und die Tondauer. Die Tonhöhe wird durch die Platzierung im Notenliniensystem bestimmt. Dieses bedeutet auf Schlagzeug und Percussion bezogen nicht eine genau definierbare Tonhöhe (wie z.B. beim Klavier), sondern eine festgelegte Platzierung jedes einzelnen Instruments des Drumsets oder der Percussion im Notations-System.

Die Tondauer bzw. der Notenwert wird durch folgende Merkmale bestimmt:

  1. Beschaffenheit des Notenkopfes (…ist dieser ausgefüllt oder nicht?)
  2. Vorhandensein eines Notenhalses
  3. Vorhandensein eines oder mehrerer „Fähnchen“ oder „Balken“ am Notenhals

Nehmen wir als Beispiele ein paar elementare Notenwerte:

Noten Legende

Beispiel 1 zeigt euch die Note mit dem größten Notenwert, die „Ganze Note“. Sie hat einen nicht ausgefüllten Notenkopf und keinen Notenhals.

Fügt man an diesen Notenkopf einen Notenhals, erhält man eine „Halbe Note“ (Beispiel 2).  Wird der Notenkopf zudem ausgefüllt, so entsteht eine Viertelnote (Beispiel 3).

Setzen wir nun die einzelnen Notenwerte in Bezug zu einer Taktart. Diese wird grundsätzlich mit einem Zahlenbruch angegeben. Die obere Zahl gibt an, bis wieviel gezählt wird, die untere Zahl bestimmt den Wert der Zähleinheiten.

Nehmen wir die gebräuchlichste aller Taktarten, den 4/4-Takt (sprich = „Vier-Viertel-Takt“). Hier gibt es also vier Zähleinheiten, die jeweils dem Wert einer Viertelnote entsprechen.  Wie kann man nun diesen Takt mit den verschiedenen Notenwerten ausfüllen?  Die Ganze Note hat den Wert von vier Viertelnoten und füllt somit den ganzen Takt aus (Beispiel 4).

Die Halbe Note hat den Wert von zwei Viertelnoten. Demzufolge passen zwei Halbe Noten in einen 4/4-Takt (Beispiel 5). Bei Viertelnoten ist die Lösung einfach: Richtig –einen 4/4-Takt kann man mit vier Viertelnoten ausfüllen (Beispiel 6).

Darüber hinaus gibt es zu jedem Notenwert eine entsprechende Pause (Beispiele 1a bis 3a).  So, das war es erst einmal. In der nächsten Ausgabe werden wir das Ganze anhand von Klatschübungen und Basic-Stickings in die (Trommel)-Praxis umsetzen.

Schlagzeugnoten spielen

Nachdem wir uns mit den elementaren Grundlagen der Notenschrift befasst haben, gilt es nun, das Schlagzeugnoten anhand der nachfolgenden Übungen in die Praxis umzusetzen.

Übungen für Schlagzeugnoten

Übung A hilft, erst einmal den Puls bzw. das Tempo zu erfassen. Zählt laut und in zeitlich gleichen Abständen „1 – 2 – 3 – 4“ und klatscht, wie angegeben, den Puls dazu. Übertragt nun den Puls auf den Körper, indem ihr abwechselnd den rechten und linken Fuß aufsetzt, so dass man sozusagen auf der Stelle geht (Übung B). Somit setzt der rechte Fuß auf den Zählzeiten „1“ und „3“, der linke Fuß auf den Zählzeiten „2“ und „4“ auf.

Vielleicht fragt ihr euch an dieser Stelle, welchen Sinn es hat, laut zu zählen und den Puls zu treten, deshalb möchte ich hier einige Gründe nennen:

  1. Lautes Zählen erleichtert die rhythmische Kontrolle über das Spiel! So können Fehler, wie z.B. unregelmäßiges Zählen, leichter erkannt und ggf. verbessert werden.
  2. Es ermöglicht eine akustische Kontrolle darüber, ob die einzelnen Notenwerte genau gleichzeitig mit den entsprechenden Zählzeiten gespielt werden. Dies wird nicht nur bei den Klatschübungen, sondern auch beim Erlernen neuer Drum- oder Percussion-Grooves helfen.

Lautes Zählen ist anfangs einfach die beste Methode, sich das Zusammenspiel von Händen und Füßen bewusst zu machen.

  1. Eine wichtige Hilfestellung ist es auch, den Puls zu treten. Hierdurch erfährt man die Taktschwerpunkte mit dem ganzen Körper und wird durch den regelmäßigen Bewegungsablauf daran gehindert, plötzlich sehr viel schneller oder langsamer zu werden.

Nun zu den Übungen D – L, die folgendermaßen ausgeführt werden sollten:

1.: Laut zählen

2.: Puls treten

3.: Notenwerte klatschen

Alle Übungen sind mit Wiederholungszeichen notiert (Beispiel C). Diese bedeuten, dass alle Noten bzw. Takte, die innerhalb dieser beiden Zeichen stehen, einmal wiederholt werden.  Damit sich ein Übungseffekt einstellen kann, sollten die Übungen allerdings mehrmals wiederholen werden.

Grundsätzlich ist über den Übungen dieser Workshop-Serie ein „Time-Index“ angegeben.  Dieser erleichtert es, Fortschritte bzgl. des Tempos (bei Anwendung eines Metronoms oder Drumcomputers) zu kontrollieren. Links steht das Anfangsübetempo, ganz rechts das Tempo, in dem man die Übungen nach einiger Zeit spielen können sollte. Also: einfach das jeweils aktuelle Tempo ankreuzen!

Bei den Klatschübungen sollte aus Gründen der Kraftersparnis etwa ab Tempo 120 der Puls halbiert werden. Hier ist also nur noch „Pulstreten“ auf den Zählzeiten „1“ (rechter Fuß) und „3“ (linker Fuß) angesagt. Dieses gilt natürlich ebenso für die zusammenfassende

Notenleseübung

Hier sind die Schlagzeugnoten so dargestellt, wie sie im Allgemeinen vorkommen, d.h. die Zählweise und der Puls sind nicht notiert. Fasst anfangs jeweils zwei Takte zusammen und wiederholt diese, also zuerst den 1. und 2. Takt ständig wiederholen, dann den 3. und 4. Takt ständig wiederholen, usw.

Diese Vorgehensweise erleichtert es, die jeweiligen rhythmischen Zusammenhänge zu erkennen bzw. zu verinnerlichen und zeigt letztendlich den kürzesten Weg zum Ziel – die Leseübung ohne Fehler durchzuspielen!

Eins noch zu verschiedenen Notations-Möglichkeiten:

Anders als bei anderen Instrumenten, wie z.B. der Trompete, ist es bei der Snaredrum (oder wie hier beim Klatschen) nicht möglich, den Ton anzuhalten. Dies bedeutet, dass es immer mehrere Möglichkeiten der Notation gibt. So ist z.B. der 4. Takt der Leseübung M rhythmisch mit der Übung K absolut identisch.

Genauso trifft dies auf die folgenden Takte 5, 6, 7 und 8 zu (entsprechende Rhythmik siehe Übungen H, G, L und F). Damit das Ganze nicht zu theoretisch wird, gibt es in jeder Workshop-Ausgabe auch entsprechende Übungen für die Snaredrum. Jeder neue Notenwert kann sofort in die (Trommel-) Praxis umgesetzt werden.

Stockhaltungen

Sticks richtig haltenSetzen wir auch hier bei „0“ an, und beschäftigen uns zunächst einmal mit der Stockhaltung.  Grundsätzlich unterscheidet man hier zwischen dem „Matched Grip“ (Foto 1) und dem „Traditional Grip“ (Foto 2). Beim „Matched Grip“ wird der Stock mit dem Zeigefinger (zwischen erstem und zweiten Glied) und Daumen gehalten (Foto 3).

Die restlichen Finger werden locker um den Stock gelegt (Foto 4). Beim „Traditional Grip“ stellt die linke Hand den Unterschied zum „Matched Grip“ dar. Hier wird der Stock in die Mulde zwischen Daumen und Zeigefinger und auf das 2. Glied des Ringfingers gelegt. Zur seitlichen Führung werden nun Zeige- und Mittelfinger angelegt (Foto 5).  Für welche der beiden Stockhaltungen man sich entscheidet, bleibt dem persönlichen Geschmack überlassen. Sicherlich ist der „Matched Grip“ die einfachere und natürlichere Weise, die Stöcke zu halten.

Snaredrum-Übungen 1 – 9

Grundsätzlich habe ich zu den Übungen verschiedene Handsätze notiert; so werden von Anfang an beide Hände gleichberechtigt ins Spiel mit einbezogen und eröffnen später eine Vielzahl von Verteilungsmöglichkeiten am gesamten Drumset. Auf die nachfolgenden Übungen bezogen bedeuten die verschiedenen Handsätze im Einzelnen:

„Standard-Handsatz“ (SH): Alle Schläge auf den Zählzeiten „1“ und „3“ werden mit der rechten Hand , alle Schläge auf den Zählzeiten „2“ und „4“ werden mit der linken Hand gespielt.  Eine einzige Ausnahme besteht dann, wenn ausschließlich auf den Zählzeiten „1“ und „3“ gespielt wird (wie in Übung 1). Hier ist natürlich eine abwechselnde Schlagabfolge sinnvoller.

„Umgekehrter Handsatz“ (UH): Genau umgekehrte Schlagabfolge wie beim Standard-Handsatz.

„Hand-to-hand-Handsatz“ (HH): Grundsätzlich abwechselnde Schlagfolge (rechte Hand –linke Hand). Hierbei kann es passieren, dass sich die Schlagabfolge erst nach zwei Takten wiederholt (siehe Übungen Nr.3-6). Abschließend habe ich bei den Übungen Nr. 10 – 12 ein paar Möglichkeiten notiert, wie man die verschiedenen Übungen miteinander kombinieren kann. Also, seid kreativ und probiert auch eigene Kombinationen aus!  Wenn das immer noch nicht reicht, kann man natürlich auch die Bassdrum und die Hi-Hat in’s Spiel mit einbeziehen. So bleibt nur noch, viel Spaß beim Üben der ersten Schlagzeugnoten zu wünschen.

>>> Lade dir hier die ganze Workshop-Reihe herunter! 

Übungen zum Drumlernen

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Eine prima Idee, hier noch einmal die Grundlagen der Schlagzeugnotierung zu behandeln – ich denke es gibt viele, die das mal begonnen haben, es dann wieder aus verschiedensten Gründen wieder sein gelassen haben und irgendwann feststellen, dass es doch sehr nützich ist. Wenn ich rudiments nach Noten übe, kommen mir bisweilen Übungsideen, die ich mir händisch notiere. Mich würde interessieren – sicher auch viele andere – welche software/freeware es gibt, um eigene Übungen in schöne Form zu bringen und digital zu archivieren. Vielleicht könntet ihr dem Thema mal einen Artikel widmen – fände ich super!
    Gruß, Thomas Grusemann

    Auf diesen Kommentar antworten
    1. Ein guter Vorschlag von Thomas Grusemann. Es wäre schön, darüber einmal etwas zu lesen. Bisher helfe ich mit mit Guitar Pro 6, was aber doch etwas umständlich ist und ein großes Partituren-Programm würde wohl wegen der vielen nicht genutzten Features und aufgrund der hohen Preise nicht in Frage kommen.

      Auf diesen Kommentar antworten
      1. vielleicht wäre “MuseScore” da was.
        Freeware, kann viel.
        Weiss den genauen Link grad nicht, sollte aber zu finden sein.
        LG wieselchen

        Auf diesen Kommentar antworten

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