Produkt: Sticks 07-08/2019
Sticks 07-08/2019
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Drum Essentials aus dem STICKS-Archiv

Tommy Aldridge & Ian Paice: Groove-Vergleich

Tommy Aldridge & Ian PaiceFotos: Yamaha Drums, Matthias Mineur

 

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Anlässlich der Veröffentlichung des Whitesnake-Albums „The Purple Album“ im April 2015, das Neuaufnahmen von Songs der legendären Hardrock-Band Deep Purple enthält, hat STICKS-Autor Diethard Stein einige Grooves beider Drummer analysiert und transkribiert: Tommy Aldridge von Whitesnake und Ian Paice von Deep Purple mit ihren Groove-Versionen der klassischen Deep-Purple-Songs.

Ausgesucht habe ich die Titel „You Fool No One“ und „Lay Down Stay Down“ und vergleiche die von Tommy Aldridge gespielten Grooves mit den Beats der von Ian Paice gespielten Original-Versionen.

Zum besseren Verständnis und zur Nachvollziehbarkeit könnt ihr die Beispiele in verschiedenen Tempi anhören.

YOU FOOL NO ONE

Notenbeispiel 1 zeigt den markanten Basisgroove, den Ian Paice im Intro bzw. der Strophe des Songs spielt. Der Beat basiert auf einem Paradiddle-Sticking: R L R R – L R R L. Es handelt sich demnach um die erste Hälfte des Single Paradiddles, R L R R – L R L L sowie die zweite Hälfte der ersten Paradiddle-Variation, R L L R –L R R L.

Bei der Anwendung am Drumset werden die Schläge der rechten Hand auf der Cowbell und die Schläge der linken Hand auf der Snaredrum gespielt, wobei alle Schläge mit Ausnahme der Backbeats auf den Zählzeiten „2“ und „4“ als Ghost-Notes ausgeführt werden.

Da Ian Paice Linkshänder ist, spielte er dieses Pattern vom Handsatz her umgekehrt. Bei diesem Rhythmus wird die Bassdrum sozusagen synchron zu den Anschlägen der rechten Hand gespielt, mit Ausnahme der Anschläge auf den Zählzeiten „2und“ sowie „4und“, denn diese entfallen.

Ein insgesamt cooler Beat, der speziell in diesem Tempo der Viertelnoten jede Menge Drive entwickelt. Notenbeispiel 2: Im Gegensatz dazu verwendet Tommy Aldridge in den gleichen Song-Parts einen völlig anderen Rhythmus. Neben den obligatorischen Snaredrum-Backbeats auf den Zählzeiten „2“ und „4“ sowie einer in durchlaufenden Viertelnoten akzentuierten Hi-Hat wird die Charakteristik dieses Beats durch ein synkopisches Bassdrum-Pattern mit Akzenten auf den Zählzeiten „1und“, „2e“, „3“ sowie „3a“ bestimmt.

Für ein besonderes, bei aller Power des Rhythmus „schwebendes“ Feel sorgt das regelmäßige Weglassen des Bassdrum-Akzents auf der Zählzeit „1und“.

LAY DOWN STAY DOWN

Notenbeispiel 3: Während der Strophe des Songs spielt Ian Paice den hier notierten Basis-Groove, der sich an dem darüber liegenden und von den rhythmischen Akzenten her zweitaktigen, von den Changes her jedoch viertaktigen Gitarren-Riff orientiert. Die Hauptakzente der Gitarre werden dabei in den Takten 1 und 3 jeweils auf der Zählzeit „1“ sowie in den Takten 2 und 4 auf die Zählzeiten „1“ sowie „3und“ gesetzt. Ian spielt darüber ein recht „wüstes“ Pattern, das er auf der Snaredrum, den Toms, der Bassdrum bzw. dem Crash-Cymbal eher improvisatorisch orchestriert, wobei er die erwähnten Gitarren-Akzente regelmäßig mitbetont.

Notenbeispiel 4: In der Version von Tommy Aldridge kommt wiederum ein völlig anderer Groove zu Einsatz. Markant ist hier die synkopische Platzierung der Bassdrum bzw. der Snaredrum um eine Achtelnote versetzt auf die Zählzeiten „3und“ (Bassdrum) sowie „4und“ (Snaredrum). Dadurch entsteht kurzzeitig eine Art rhythmische Modulation.

Auch Tommy Aldridge betont die Akzente des Gitarren-Riffs, allerdings nur dominant auf den Zählzeiten „1“ im ersten und dritten Takt sowie der Zählzeit „3und“ im zweiten Takt. In Takt 4 bereitet er sozusagen den Gitarren-Akzent auf der Zählzeit „3und“ durch einen Snaredrum/Crash-CymbalAnschlag auf der „3“ vor, während der eigentliche Gitarren-Akzent auf der „3und“ lediglich durch einen Bassdrum-Akzent unterstützt wird.

Der zusätzliche Snaredrum-Akzent auf der Zählzeit „2a“ in Takt 3 sorgt dabei für eine fließende Rhythmik im Zusammenspiel mit den nachfolgenden Bassdrum/Snaredrum-Anschlägen.

Schlagzeugnoten

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Kommentar zu diesem Artikel

  1. Sehr geehrte Damen und Herren, wie komme ich an die MP3’s aus der Übung Tommy Aldridge & Ian Paice: Groove-Vergleich?

    Mit freundlichen Grüßen
    M.Schmitz

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