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Training für die linke Hand

Workshop Left-Hand-Hi-Hat: Call and Response

Patrick Metzger(Bild: Christian Weber)

Willkommen zu Teil 20 des „Left Hand Trainers“! Wie schon in der vorherigen Workshop-Folge beschäftigen wir uns auch dieses Mal aktuell mit dem Spiel der Hi-Hat mit der linken Hand (Open Handed bzw. Left Hand Hi-Hat). Hierzu habe ich bereits in der ersten Folge zum Thema „Left Hand Hi-Hat“ ein paar grundlegende Basics erklärt, welche natürlich auch für diesen Teil Voraussetzung sind.

Ich hoffe, dass sich das Ausdauertraining der letzten Workshop-Folge in eurer linken Hand bereits etwas bemerkbar macht, denn so werdet ihr auch mit den neuen Beispielen keine Probleme haben. Versucht auch hierbei wieder, eure eigenen Ideen umzusetzen, und orientiert euch dazu an meinem Konzept. Viel Spaß beim Üben und nun, wie immer: Links, 2, 3, 4 …

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Call & Response

Im Grunde geht es um ein ganz einfaches „Frage und Antwort“-Spiel zwischen der rechten und linken Hand. Hier mal das grundsätzliche Prinzip dieser Übung in wenigen Stichpunkten.

CALL: Wähle einen einfachen Groove, den du sehr gut spielen kannst, und spiele diesen mit deiner rechten Hand auf dem Ride.

RESPONSE: Wiederhole dann den gleichen Groove, jedoch mit der linken Hand auf der Hi-Hat.

Als ich selbst vor vielen Jahren in diesem Umstellungsprozess war, habe ich nach einfachen und sinnvollen Übe-Methoden gesucht, um bestimmte Grooves mit der linken Hand genauso sicher abrufen zu können wie mit der rechten Hand. Sicherlich funktioniert dieses Konzept nicht immer, jedoch mit den üblichen Grooves aus der Rock- und Pop-Musik kommt man hier sehr schnell voran. Vorteil: Es ist wie eine Art „self check“, und ihr merkt sofort, was funktioniert und was nicht. Ihr könnt euch somit sehr gut selbst kontrollieren.

Tipps & Variationen

Achte jeweils auf fließende Übergänge, spiele erst einmal kein Fill und auch kein Crash auf Zählzeit „1“, wie man dies vielleicht gewohnt ist. Steigere dann individuell den Schwierigkeitsgrad durch verschiedene Variationen des ursprünglichen Grooves. Diese Variationen sollten dann rechts und links übernommen werden. Achte bei den neuen Variationen auch auf die Dynamik.

Klingt vielleicht eine rhythmische Variation der rechten Hand auf dem Ride sehr vertraut und locker, versuche, diese genauso mit der linken Hand auf der Hi-Hat nachzuspielen. Später erweitere das ganze Schema, und spiele vor dem jeweiligen Wechsel zwischen rechts und links auch mal ein Fill-in.

Video & Noten-Beispiele

Alle Beispiele sind in Tempo Viertel = 100 bpm (beats per minute) aufgenommen. Wähle jedoch zunächst mal für dich selbst ein „Wohlfühltempo“ und spiele gegebenenfalls auch erst einmal ohne Metronom. Viel wichtiger ist es, den dir bekannten Groove von Right Hand Lead (Ride) auf Left Hand Lead (Hi-Hat) zu kopieren.

Beispiel 1

Call & Response

Training für die linke Hand Beispiel 1

Ich starte mit einem einfachen Achtel- Groove mit der rechten Hand auf dem Ride (Right Hand Lead). In diesem Beispiel sind dies vier Takte. Danach wiederhole ich den gleichen Groove mit einem fließenden Übergang direkt mit der linken Hand auf der Hi- Hat (Left Hand Lead).

Somit spiele ich im ersten Teil die Snaredrum mit links und im zweiten Teil die Snaredrum mit rechts. Die Achtelnoten sind jeweils sehr „straight“ und ohne Akzente in einer mittleren Lautstärke gespielt. Ebenso sollten die Lautstärke und der Sound der Snaredrum (kein Rimshot) mit rechts bzw. links gleich sein.

Beispiel 2

Call & Response + Variation

Training für die linke Hand Beispiel 2

In Beispiel 2 habe ich ein paar Variationen in den ursprünglichen Groove eingebaut: ein Snare-Ghosting auf Zählzeit „3e“, eine Ride/ Hi-Hat-Variation mit Sechzehntel-Noten auf „4-e-und“ und ein paar zusätzliche Bassdrum- Beats in Sechzehnteln. Das Grundprinzip bleibt bestehen.

Gespielt werden vier Takte mit rechts auf dem Ride-Cymbal als „Frage“, und als „Antwort“ das gleiche mit der linken Hand vier Takte lang auf der Hi-Hat. Hier ist natürlich für jedes Instrument eine Variation vorhanden. Du kannst diese auch nach und nach hinzunehmen und nicht alle auf einmal. Bestimme die Variationen je nach Spieler-Level selbst – oder bringe deine eigenen Ideen ein!

Beispiel 3

Call & Response + Crash

Training für die linke Hand Beispiel 3

In diesem Beispiel kommt als weitere Steigerung eine neue Variation für Ride-Cymbal bzw. Hi-Hat hinzu. Wichtig ist hier, dass auch die Akzente von der rechten Hand in die linke Hand kopiert werden. Zusätzlich wird jetzt auf Zählzeit „1“ beim Übergang immer ein Crash gespielt. Als Rechtshänder bin ich es gewohnt, dieses natürlich überwiegend mit der rechten Hand zu spielen. Dies gibt mir eine gewisse Sicherheit, und dieser Bewegungsablauf bleibt somit bestehen. Ich wechsele also immer erst nach dem Crash, also nach der „1“ meinen Handsatz zwischen Right Hand Lead und Left Hand Lead. Wie im Notenbeispiel zu sehen, beginne ich erst ab Zählzeit „2“ wieder mit dem Ride/Hi-Hat Pattern und spiele auf „1“ eine Viertelnote als Crash (mit rechts).

Achtung: Die eingeklammerten Noten sind je nach Übergang und Tempo noch spielbar, können jedoch auch weggelassen werden! Im Video siehst du hier mehrere Möglichkeiten.

Beispiel 4

Call & Response + Fill-in

Training für die linke Hand Beispiel 4

Zum Abschluss dieser Trainingseinheit verkürzen wir unser Groove-Schema von 4 auf 3 Takte und spielen im jeweils vierten Takt ein Fill. Wie gewohnt endet dies mit rechts auf der neuen „1“ mit einem Crash und erst danach wird auf dem Ride-Cymbal (rechts) oder auf der Hi-hat (links) weitergespielt. Das Fill ist als einfacher Single Stroke auf Toms und Snaredrum in Sechzehntelnoten verteilt. Im Beispiel sind diese vier Takte einmal komplett ausnotiert. Die Notation der Cymbals ist neutral und somit für Ride-Cymbal und Hi-Hat gedacht. Das Fill wird auch immer gleich gespielt und sollte sich nicht ändern.

Verwende dieses hier gezeigte Konzept auch mal mit deinen eigenen Groove- und Variations-Ideen. Dieses Konzept funktioniert mit binären Achtel- und Sechzehntel-Grooves, mit Shuffles, mit 6/8-Grooves etc. Hört euch selbst beim Spielen zu, und versucht, die Lässigkeit, welche euch in der rechten Hand geläufig ist, auch in die linke Hand zu kopieren. Viel Spaß beim Ausprobieren!

Beim nächsten Mal kümmern wir uns um die Koordination zwischen der linken Hand und unserem rechten Fuß. Wie immer freue ich mich über euer Feedback, eure Fragen und Anregungen per E-Mail. Bis dahin, alles Gute für die linke Hand, eurer Patrick.


Patrick MetzgerPatrick Metzger ist Live- und Studio-Drummer, Schlagzeuglehrer, Dozent, Buchautor und Networker für Percussion Creativ e. V. Seit 2013 ist er Tour-Drummer für Schlagersängerin Beatrice Egli. Seine stilistische Vielfalt stellt er außerdem mit vielen musikalischen Projekten und Bands unter Beweis. Patrick ist seit 2014 ständiger redaktioneller Mitarbeiter und Workshop-Autor für STICKS.

mail@drumsolo.de


(aus STICKS 09-10/2018)

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