Produkt: Sticks 07-08/2019
Sticks 07-08/2019
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Interview aus dem STICKS-Archiv

Anup Sastry: Höre nie auf zu lernen

Anup-Sastry
(Bild: Timo Diers)

Monuments, Intervals, Skyharbor – diese angesagten Bands der Prog-Metal-Szene haben alle einen gemeinsamen Nenner: Drummer Anup Sastry.

Der junge Amerikaner steht allerdings momentan am Anfang einer bemerkenswerten Solo-Karriere. Zwar hat Anup nie ein Melodie-Instrument gelernt, doch das hält seinen entschlossenen Kopf nicht davon ab, Songs zu schreiben, einzuspielen und komplett zu produzieren. Mit einigen wenigen grundlegenden Fähigkeiten an der Gitarre und einem beneidenswertem Geschick, was das digitale Editieren angeht, hat er inzwischen seine vierte Solo-EP veröffentlicht. Zur Begeisterung der Progressive-Metal-Szene. Da das Studio gleich in doppelter Hinsicht sein Zuhause ist, haben wir Anup genau dort besucht: in seinem Heimstudio in Frederick, Maryland, USA, um uns über Solo-Pläne, seine musikalischen Wurzeln und das richtige Stick-Kaliber zu unterhalten.

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Interview

Anup, du hast jetzt mit „Bloom“ schon deine vierte EP veröffentlicht. Was treibt dich als Drummer an, ein Album zu produzieren, bei dem es nicht nur um die Drums, sondern auch um ziemlich coole und komplexe Instrumental-Arrangements geht?

Anup Sastry: Ich mag es einfach, mein persönliches Zeug zu produzieren und meine eigene Musik zu schreiben. Das ist eine sehr persönliche Sache für mich und auch eine Form des Selbstausdrucks. Ich wollte immer schon ein anderes Instrument neben den Drums lernen, dazu bin ich aber nie wirklich gekommen. Im Moment habe ich einfach nicht die Zeit, um mein Gitarre-Spiel zu verbessern und es mir richtig beizubringen. Wenn ich Zeit habe, spiele ich lieber einfach nur Schlagzeug! (lacht)

Nun wollte ich aber selber meine Musik schreiben und habe mich deshalb mit anderen kreativen Methoden auseinandergesetzt. Ich wusste, es würde alternative Möglichkeiten geben, Stücke zu schreiben und aufzunehmen, ohne die anderen Instrumente wirklich zu beherrschen. So nehme ich heute die einzelnen Noten für die Gitarre selber auf und arrangiere dann alles in Feinarbeit am Computer. Oder ich spiele die Parts sehr langsam ein und erhöhe dann im Recording-Programm die Geschwindigkeit. Stellt sich die Frage, ob man das als „programmierte Gitarre“ bezeichnen kann. Es ist ein bisschen wie mit Toontrack, wenn du Drum-Samples anhand eines Beats zusammensetzt.

Du nimmst also kurze Parts mit der Gitarre selbst auf und baust am Computer dann alles zusammen?

Anup Sastry: Ja, ganz genau! Ich nehme übrigens alle Samples für die Alben selber auf.

Es gibt sogar schon einige Diskussionen darüber, wie du deine Samples so hinbekommen hast, dass die Instrumente so natürlich klingen, obwohl du sie gar nicht auf die klassische Weise gespielt hast.

Anup Sastry: Ich möchte aber auch keinerlei Lorbeeren dafür einfahren, dass ich auf meinem Album Gitarre gespielt habe. Ich kann nämlich keine Gitarre spielen! Also jedenfalls nicht richtig. (lacht)

Aber du hast alles selbst geschrieben – auch für die Gitarre.

Anup Sastry: Stimmt!

Du bist auch schon mit verschiedenen Bands gut rumgekommen. Spielst du momentan in einer?

Anup Sastry: Nicht mehr, nein. Meine letzte Band war Monuments. Im Moment möchte ich mich vor allem gerne auf mein Solo-Material konzentrieren. Ich möchte auch unbedingt auf mehr von solchen Festivals wie dem Meinl Drum Festival spielen. Und ich würde wirklich gerne Clinics geben. Ich muss nur einfach noch ein bisschen besser werden, um meine Schlagzeug-orientierten Formate zu präsentieren. Das Meinl Drum Festival in Warschau 2016 war übrigens das erste Drum Festival für mich. Und es hat großen Spaß gemacht!

Ich habe auch das Gefühl, dass da draußen eine ganze Menge Leute sind, die diese Inspiration wirklich brauchen. Denn du kannst schnell das Gefühl bekommen, in einer Sackgasse zu landen. Wie kann ich eine bestimmte Sache lernen? Wie komme ich an einen Gig? Wie komme ich weiter? Und eine einfache Lösung gibt es oftmals ja auch nicht. Ich denke also, dass diese ganzen Workshops und Performances die Augen einiger Menschen öffnen können. Ich habe ja genau die gleichen Probleme und bin auch nur ein Mensch! (lacht)

Mal angenommen, du hättest jetzt eine ganze Reihe solcher Drum-Festivals und Workshops vor dir – wie würdest du dein Programm gestalten?

Anup Sastry: Ich würde es grundlegend erst mal flexibel halten und Sachen immer mal wieder variieren und verschiedene Elemente in mein Programm integrieren. Wenn ich zum Beispiel mehr Zeit insgesamt hätte, dann würde ich wahrscheinlich mehr mit den Leuten sprechen, verschiedene Ansätze diskutieren und so weiter.

Zurück zu deinen Solo-Plänen. Du willst dich momentan also keiner Band anschließen?

Anup Sastry: Dahingehend habe ich im Moment keine Pläne, das heißt aber nicht, dass ich in Zukunft in keiner Band mehr spielen werde. Wenn ich eine Band finden würde, deren Musik ich wirklich mag, mit denen ich gerne spiele und gerne durchs Land toure – das würde schon wirklich Spaß machen. Allerdings kann das auch eine harte Sache sein. Die Trennung von meiner alten Band ist zum Beispiel nicht so schön ausgegangen, was wirklich schade ist. Meine Bindung zu der Band war wirklich eng, ich war ein Gründungsmitglied, wir haben zusammen Musik geschrieben, und trotzdem hat es am Ende nicht mit uns funktioniert.

Das vollständige Interview findest du hier zum Download!


(aus STICKS 09/2019)

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