Produkt: Sticks 05-06/2019
Sticks 05-06/2019
Interviews: BEN GORDON – Breakdowns & Double-Kicks des Parkway Drivers +++ MIGUEL LAMAS – Acoustic Electronic Jazz Fusion +++ Test: MAPEX BLACK PANTHER Design Lab Versatus Drums
Ash Soan im Interview

Ash Soan: Du kannst auch mit einem kleinen Drumset viel bewirken.

 

(Bild: Timo Diers)

Ein passender Beitrag aus dem STICKS-Archiv zum Artikel “4-piece Theorie” aus der aktuellen STICKS-Ausgabe 03/04:2019!

Ash Soan gehört zu einem der gefragtesten Sessionmusiker Großbritanniens. Mit seinen äußerst raffinierten Grooves hat er nicht nur einen wichtigen Beitrag zu mehreren UK-Hit-Singles geleistet, sondern ist auch als Live-Schlagzeuger für renommierte Künstler wie Robbie Williams, Lisa Stansfield, Faithless oder James Morrison tätig. Wir haben die Drum-Koryphäe zum Studio-Interview getroffen.

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Ash, wir sitzen hier in deinem Windmill Studio – oder in anderen Worten: Den heiligen Hallen der SchlagzeugSocial-Media-Kanäle. Wie bist du auf die Idee gekommen, eine alte Windmühle in ein Studio umzubauen und daraus obendrein einen der größten InstagramSchauplätze für Drummer zu machen?

Ash Soan: Anfangs hatte ich vor, die alten Scheunen umzubauen, die direkt neben meinem Haus stehen. Die Windmühle stand halt einfach mit auf dem Grundstück. Nach ein paar hundert Jahren waren davon allerdings nur noch die vier BacksteinFundamente übrig. Ein Haufen antik aussehender Steine, durch die man flanieren konnte. (lacht) Ich hatte also mit der Planung angefangen, die alte Scheune in mein eigenes Studio umzubauen. Doch die Kosten hätten alle Rekorde gesprengt. Das konnte ich einfach nicht bringen! Allerdings arbeitet ein Freund meiner Familie an der Entwicklung von grünen, ökologisch nachhaltigen Gebäuden. Und er fragte mich, ob ich nicht etwas mit der Windmühle machen könnte.

Ich wusste nicht, worauf er hinaus wollte – die Mühle existierte ja praktisch nicht mehr. Er aber meinte, die Wände könnte man ganz wunderbar aus Stroh und die Decke aus Papier bauen. Wir sitzen hier also unter gut einem Fuß recyceltem Papier! Die Bretter unter unseren Füßen kommen aus einem alten Haus und die Wände sind tatsächlich aus Strohballen. Der Rohbau war schnell fertig. Im Grunde braucht man dafür nur einen Rahmen, in dem man die Ballen stapelt und dann geht’s nur noch um ein bisschen Feinarbeit, gerade an den Fenstern. Das Beste an dem Material und der Form des Gebäudes ist aber die Auswirkung auf den Sound. Ich habe kaum Reflexionen und trotzdem klingt in diesem Raum alles sehr lebendig. Der Sound hier in der Windmühle trifft genau die Mitte zwischen Kontrolle und einer gewissen Portion Luft im Drum-Sound. Und das war ein absoluter Zufall! (lacht)

Auf so ein besonderes Studio können nur wenige Musiker zurückgreifen!

Ash Soan: Ich schätze mich mit meinem Windmill Studio sehr glücklich! Und ich schaffe es, mehr und mehr Schlagzeuger auf meine Windmühle neidisch zu machen! (lacht) Es ist halt extrem selten und schwierig, einen Ort zu finden, der wirklich nur den Drums gewidmet ist. Meistens ist es einfach zu teuer.

Dazu kommt, dass dieses Studio nicht nur ein besonderer Ort mit einem besonderen Sound ist, die Windmühle selbst ist bereits eine richtige Social-Media-Berühmtheit, da sich auf Instagram und Facebook immer wieder neue Snippets und Grooves aus genau diesem Aufnahmeraum finden. Woher nimmst du die Inspiration, beinahe täglich diese kurzen Videos veröffentlichen zu können?

Ash Soan: Was das Ganze angestoßen hat, war meine Zusammenarbeit mit dem Produzenten und Keyboarder Jeff Lorber aus Kalifornien. Ich habe ihm damals einfach eine Aufnahme allein von meinen Drums geschickt und ihn gefragt, was er davon halte. Er mochte es nicht! (lacht) Der Sound passte einfach nicht, es war zu viel Raum zu hören, meine Snare klang nicht knackig und trocken genug und so weiter. Das war schon ziemlich enttäuschend für mich. Aber es hat mich auch dazu gebracht, intensiver an meinem Sound zu arbeiten. Jeff hatte mir damals einige alte Tracks geschickt, die er schon Jahre vor unserer Zusammenarbeit aufgenommen hat. Allerdings ohne das Schlagzeug. Ich dachte mir also – wenn ich jetzt schon generell an meinem Sound arbeite, dann kann ich das auch gleich für genau diese Tracks machen und das Ganze aufnehmen.

Danach habe ich ein paar Videos von meinen Aufnahmen hochgeladen. Einfach nur um zu sehen, was passiert. Und schon nach kurzer Zeit schienen diese Videos wirklich bekannt und beliebt zu sein. Oft spiele ich halt einfach nur. Ohne dafür einen bestimmten Anhaltspunkt zu haben. Manchmal spiele ich unbegleitet. Ich nehme also einen Track mit Click und Tamburin auf und spiele einfach meine Drums so lange dazu, bis ich etwas finde, was ganz cool ist. Anschließend schneide ich genau den Teil raus, von dem ich glaube, die meisten „Thumbs up“ von den Leuten da draußen zu bekommen! Dann poste ich das einfach in meine Kanäle.

Das vollständige Interview findest du in STICKS 11:2016 zum Download!

Produkt: Sticks 05-06/2019
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