Über den unerwarteten Erfolg der Broilers

Broilers Drummer Andi Brügge im Interview

Tom Schäfer
tom.percussion@t-online.de
Andi Bruegge live on Stage

Andi Brügge ist seit 25 Jahren die Power-Zentrale der Broilers. Dass die eigene Band einmal so erfolgreich sein würde, damit hatte wohl keiner gerechnet. Damals traf man sich im Proberaum auf ein Bierchen, um unter Freunden Musik zu machen. Heute füllen die Broilers Arenen, und die Fans feiern im Rausch eines refrainstarken Punkrocks.

Andi Brügge ist 100 Prozent Drummer und ein Schlagzeuger, dessen intuitive „Open Handed“-Spieltechnik für energetische Full-Power sorgt. Die Entscheidung, ins Profigeschäft einzusteigen, war die konsequente Folge seiner Leidenschaft für die Musik. ChartPlatzierungen, Nummer-Eins-Alben, Goldauszeichnungen – ein tolles Standing für einen Schlagzeuger, der damals alles auf eine Karte gesetzt und immer an sein Ding geglaubt hat. Wir trafen Andi Brügge zum STICKS-Gespräch über die Faszination des Punk, den unerwarteten Erfolg der Broilers und sein energetisches Schlagzeugspiel.

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Andi, mit den letzten drei Broilers-Alben „Santa Muerte“, „Noir“ und „(sic!)“ ging es für euch nahezu senkrecht nach oben. Das Abrocken im Proberaum war einmal die ganze Welt. Jetzt füllen die Broilers Arenen. Da brennt förmlich die Frage, inwieweit das Schlagzeug dein Leben verändert hat?

Verändert kann man nicht sagen, weil ich schon sehr früh mit dem Schlagzeugspielen angefangen habe. Und es war immer der Berufswunsch – völlig klar. Gedanken an eine normale Berufsausbildung oder an ein Studium traten immer weiter in den Hintergrund. Ich hatte die Vision, dass es mit der Band klappen würde. Keine Ahnung, wo ich heute stünde, wenn es anders gekommen wäre.

Ihr seid als Punk-Band angetreten und nun dieser immense Erfolg. Steht das nicht irgendwo im Widerspruch?

In den Anfangsjahren war es nie das Ziel, kommerziell erfolgreich zu werden. Solche Ideen sind für eine Punk-Band unerreichbar weit weg und standen überhaupt nicht zu Debatte. Dennoch war uns klar, irgendwas mit Musik sollte es beruflich schon sein. Aber dass die Band mal so groß wird, dass wir unser Butterbrot davon kaufen können, darüber hatten wir nie ernsthaft nachgedacht. Uns ging es primär darum, gemeinsam Musik zu machen. Und wenn wir alle paar Wochen mal eine kleine Show in einem Jugendclub im Osten des Landes hatten, war das für uns schon der große Erfolg. Damit waren wir happy.

Wie ist der Erfolg nun zustande gekommen? Kannst du das erklären?

Es war ein langsamer Weg in kleinen Schritten vorwärts. Wir hatten irgendwann mal das Glück, einen Booker kennenzulernen, der uns mit amerikanischen Acts wie Misfits oder Flogging Molly auf Tour schickte. So kamen wir aus dieser engen „Oi-Punk“-Schublade ein bisschen raus, erreichten ein größeres Publikum und bekamen Einladungen zu Festivals. Vielleicht begründet sich unser Erfolg auch darin, dass wir uns musikalisch keine Grenzen setzen. Wenn einer
eine Idee hat zu einem Reggae oder wir Lust haben, Ska- oder SoulElemente in unsere Songs einzubauen, dann probieren wir das konsequent.
Wir unterwerfen uns keinem Dogma, das uns einen Sound vorschreibt. Und ich glaube, das gefällt den Leuten.

Den vollständigen Testbericht findest du hier zum Download!

 

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