Produkt: Sticks 01-02/2020
Sticks 01-02/2020
Marco Minnemann - Drums araound the world +++ Interview: Jakob Hegner, Holger Maik Mertin +++ Test-Special: Pearl e/Merge e/Hybtid Set
Interview mit Casey Cooper

Co­op3er­drum­m3r: YouTube-Star bei Ro­ckin’1000

Co­op3er­drum­m3r(Bild: Tom Schäfer)

Man muss nicht Millionen von Platten verkaufen und Stadien füllen, um Rockstar zu sein. Das geht auch anders. Heute ist YouTube die angesagte Plattform, mit der man Superstar werden kann, ohne jemals das Haus zu verlassen.

Was vor zehn Jahren noch als Utopie galt, ist heute eine Form der Selbstverständlichkeit. Der „Internet-Drummer“ hat sich selber erfunden. Besonders Drum-Cover erzielen hohe Einschaltquoten und machen Scharen von Fans zu Followern, Subscribern und Channel-Nerds. Einer der weltweit angesagten Drummer-Superstars des Internet ist der junge Texaner Casey Cooper aka COOP3RDRUMM3R. Mit mittlerweile annähernd eintausend Drum-Cover-Clips hat er seinen YouTube-Channel gefüttert und damit anderthalb Millionen Abonnenten generiert. Monatlich besuchen sieben Millionen Fans seinen Kanal, und insgesamt hatte Casey Cooper schon 340.000.000 virtuelle Besucher in seinem Homestudio. Beachtlich!

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Als junge Prominenz ist man auch bereit, bei spektakuläre Aktionen mitzumachen. So flog COOP3ERDRUMM3R mal eben aus Atlanta ein, um bei „Rockin’1000“ am 7. Juli 2019 in der Frankfurter Commerzbank-Arena mit aufzutreten. Wir haben ihn dort von den Autogramm suchenden Fans befreit und zum spontanen Interview gebeten.

Interview

Casey, ich habe den Eindruck, dass du ein enorm relaxter und technisch sicherer Drummer zugleich bist. Schlagzeugspielen scheint für dich die natürlichste Sache der Welt zu sein. Stimmt’s?

Das Schlagzeug ist im Prinzip mein ganzes Leben. Sobald ich hinterm Set sitze, bin ich zuhause. Ich habe im Alter von sechs Jahren angefangen. Und dieses Relaxte kommt daher, dass ich mich nie verstellt oder mir etwas aufgezwungen habe. Der Spaß an der Trommelei steht bei mir immer im Vordergrund.

Wie kam es eigentlich zur Idee deines YouTube-Drum-Channels?

Hätte man mir vor zehn Jahren vom Beruf „Internet-Drummer“ erzählt, ich glaube, ich hätte ziemlich blöd aus der Wäsche geguckt. Diese Form der Unterhaltungskunst war ja noch gar nicht erfunden. Damals spielte ich in ein paar lokalen Bands. Wir hatten zwar Gigs, aber es war nie so das Riesending von dem man glaubt, dass man damit um die Welt kommt. Bemerkenswert war nur, dass mich nach den Shows immer wieder Leute ansprachen und mir bestätigten, dass ich auf der Bühne ein äußerst unterhaltsamer Typ sei. Ich habe wohl eine visuelle Ader. Und bei dem ganzen YouTube-Ding geht es ja auch um den visuellen Aspekt. So bin ich also auf die YouTube-Idee gekommen und hab‘s einfach ausprobiert.

Du bist nicht der einzige, der Drum-Cover und Drum-Videos auf YouTube hochlädt, aber erfolgreicher als andere. Was macht den Unterschied?

Es gibt etliche Weltklasse-Drummer, die YouTube-Videos mit qualitativen Inhalten uploaden und faszinierende Spieltechniken demonstrieren, aber bei weitem nicht meine Click-Zahlen erreichen. Nicht etwa, dass ich besser bin als die, um Gottes Willen – niemals! Der Grund liegt darin, dass das Medium YouTube einen anderen Approach erfordert. Ein Video muss vom ersten Moment an kurzweilig sein. Andernfalls wird man weggeklickt und das war’s dann. Also versuche ich meine Videos möglichst locker zu gestalten und die Schlagzeugthematik so aufzubereiten, dass auch ein Nicht-Fachpublikum Zugang findet. Wer heute bei YouTube nach Drum-Videos sucht, der wird wahrscheinlich auf meiner Seite landen. Meine Videos scheinen eine magnetische Anziehungskraft zu haben.

Die unterhaltsame Vermittlung von Inhalten generiert viel Aufmerksamkeit. Bei mir geht es nicht um besser und schlechter, ich mache keinen Wettbewerb, sondern Drum-Videos, die Laune machen und vom Content nachvollziehbar sind. Wenn sich ein zehnjähriger Drummer auf YouTube einen Stewart-Copeland-Clip anschaut, dann wird der Junge vom ersten Moment an Zweifel haben, jemals so gut zu werden wie Stewart Copeland. Denn Stewart Copeland ist einer der talentiertesten Typen auf diesem Planeten. Aber wenn sich derselbe Junge meine Videos ansieht, dann hat er das Gefühl, dass er mit ein bisschen Üben bald Schlagzeugspielen kann.

Das hört sich ein bisschen nach Drum-Motivator an. Ist das auch ein Teil deines Erfolgskonzepts?

Ich bin ein ganz normaler Schlagzeuger, der sich auf gleicher Augenhöhe mit seinem Publikum befindet. Meine Videos habe ich anfangs nicht an aufwändigen Locations gedreht, sondern im Wohnzimmer meiner Eltern. Ich bin ein ganz normaler Typ mit einem Talent für unterhaltsame Drum-Videos und jemand, dem man gut zusehen kann und von dem die Zuschauer sagen: „Hey, der Typ ist cool.“ Man verbringt mit meinen Videos eine gute Zeit. Ich haue auf Dinge drauf und hab Spaß dabei. Zudem reagiere ich auf Kommentare, beantworte Fragen und bin als echte Person erreichbar. Das Ganze ist nicht anonym. Auch das ist ein Teil des Erfolgs.

Du hast inzwischen das Standing eines YouTube-Drummer-Superstars mit zwei Millionen Subscriber.

Ja, das ist unglaublich!

Und du hast den YouTube-„Gold Play Button Award“ erhalten, was mit der „Goldenen Schallplatte“ des Musik-Business vergleichbar ist.

Früher habe ich davon geträumt, mit einer Rock-Band mal eine „Goldene Scheibe“ zu haben. Der YouTube-Award ist natürlich nicht exakt dasselbe. Aber zwei Millionen Abonnenten auf YouTube zu haben, das erfordert eine lange Zeit harter Arbeit. Ich wollte immer, dass mein Channel erfolgreich wird. Aber dass es so durch die Decke knallt, damit habe ich nicht gerechnet.

Drum-Cover sind in erster Linie für den Spaß gedacht. Deine Drum-Videos zeigen allerdings auch, dass du ein Talent dafür hast, kompetente Inhalte mit Unterhaltung zu verknüpfen.

Ich vermittle nicht etwas, was ich selber nicht bin. Ich will auch nicht belehrend sein, stelle keine Regeln auf und mein Ansatz ist auch nicht das Maß aller Dinge. Sicherlich bin ich nicht der beste Drummer auf diesem Planeten. Ich glaube, dass der Unterhaltungsfaktor ein wichtiger Auslöser für Motivation ist. Alles andere kommt von selber. Die meisten jungen Drummer wollen ja gar keine Berufsschlagzeuger werden. Die Vision in einer großen Band wie Foo Fighters zu spielen ist zwar enorm verlockend, aber die wenigsten werden das ernsthaft in Betracht ziehen. Drumming is about having fun and doing what you love! Man sollte nicht zu viel Zeit darauf verwenden, super kritisch zu sich selbst zu sein, um am Ende den Spaß zu verlieren.

Co­op3er­drum­m3r Casey Cooper(Bild: Tom Schäfer)

Dir geht es nicht unbedingt um das authentische 1:1 Cover, sondern auch um Tricks, Licks und ein bisschen Sensations-Drumming, oder?

Ich bin nicht der Overplayer, aber ich weiß, dass viele meiner Fans auch Spektakuläres von mir erwarten. Also gestatte ich mir hin und wieder Extra-Fills oder mal einen Double-Bass-Part in der Mitte eines Popsongs. Grundsätzlich aber bin ich ein Befürworter von less is more. Gerade den jüngeren Playern möchte ich bewusst machen, dass es nicht immer um die wilde Trommelei geht, sondern um das Spielen für den Song. Natürlich trägt es zum Unterhaltungswert bei, wenn man ein paar Licks auspackt. Ich versuche diesbezüglich eine gute Balance zu finden zwischen meiner Präferenz eines einfach gehaltenen Groove-Drumming und der Lust auf energetisches Powerplay.

Was anfangs für dich eher ein Experiment war, ist inzwischen zu einem Business geworden, oder?

Es ist ein Fulltime-Job! Wenn andere noch schlafen bin ich meistens schon aktiv und arbeite an neuen Ideen. Ich bin auch viel unterwegs und nutze die Zeit z. B. im Flugzeug, um an Video-Edits zu arbeiten oder mich um Social-Media-Dinge zu kümmern. Es findet eine Menge Arbeit im Hintergrund statt. Ich bin mein eigener Manager und organisiere alle meine Social-Media-Kanäle selber. Dinge selber in der Hand zu halten bringt mir die Gewissheit, dass alles nach meiner Vorstellung passiert und nichts aus dem Ruder läuft.

Und letztlich verdienst du auch eine Menge Geld mit all dem.

Die meisten glauben, dass man mit YouTube Millionen Dollar verdienen kann. Das ist nicht die Realität. Denn ich arbeite ja mit Playbacks, für deren Nutzung Lizenzen an die Urheber abzuführen sind. Und YouTube nimmt das gesamte Geld, was durch Anzeigen generiert wird und transferiert dies zu den entsprechenden Labels oder Plattenfirmen. Zudem muss ich mich im Vorfeld vergewissern, ob ein Song tatsächlich genutzt werden darf, sonst läuft man Gefahr, dass der Track wegen Copyright-Verletzung von YouTube blockiert wird – und dann hätte ich Zeit und Geld in den Sand gesetzt. In Sachen Wirtschaftlichkeit muss ich nach anderen Mechanismen greifen, die inzwischen durch meinen Bekanntheitsgrad möglich geworden sind. Dazu gehört der Bereich Merchandise genauso wie das Unterrichten oder Auftritte bei besonderen Veranstaltungen und das Spielen von Drum-Shows. Wegen meiner Bekanntheit durch YouTube sind mir sicherlich ein paar Türen geöffnet worden. Aber ich wache nicht morgens auf und wälze mich in Goldtalern wie Dagobert Duck. (lacht)

Nach welchen Kriterien wählst du die Songs aus?

Ich habe ein weites Spektrum an unterschiedlichen Zuschauern. Da gibt es Leute, die stehen auf Rock, auf Metal, auf Popmusik usw. Daher ist es nicht einfach, etwas zu veröffentlichen, das immer jedem gefällt. Insofern arbeite ich mit Songs, die im Prinzip jeder kennt, Songs die im Radio auf Rotation sind oder auch Klassiker aus dem Back-Katalog der Popmusik. Mich erreichen auch viele Zuschriften mit Wunsch-Songs, und auf diese Weise entstehen Listen, aus denen ich jene Songs auswähle, die die meisten Votes auf sich vereinen. Natürlich muss sich der Song auch als Drum-Cover eignen.

Welche Voraussetzungen sind diesbezüglich notwendig?

Nun, der Drum-Track muss gut gemacht sein und einen gewissen Reiz ausüben – egal ob das jetzt was völlig simples ist oder in die anspruchsvollere Richtung geht. Zunächst spiele ich den Drum-Track nach, so wie er im Original vorliegt, mache also ein 1:1 Cover. Eine Option ist dann meine eigene Kreativität, indem ich ein paar Details addiere, um den Track ein bisschen cooler zu machen. Es gibt aber genauso auch Songs mit Drum-Parts, die so klasse gemacht sind, dass es vollkommen ausreicht, diese 1:1 zu covern. Da muss man nichts hinzufügen.

Rockin'1000(Bild: Tom Schäfer)

Wie funktioniert es rein musikalisch mit einem Drum-Cover? Denn auf dem Original-Song ist das Schlagzeug ja bereits vorhanden, und du spielst deine Live-Drums noch mal deckungsgleich on top?

Das ist ein spannender Punkt. Die meisten Leute denken, dass ich Playalong Tracks für Drummer verwende, also Playbacks ohne die jeweiligen Drum-Tracks. Cool wenn es so wäre, dann könnte ich ein eigenes Drum-Arrangement entwerfen. Aber so ist es nicht. In der Tat sind es die kompletten und originalen Songs zu denen ich das Schlagzeug nochmal draufsetze. Das setzt voraus, dass ich alle wesentlichen Beats wie Crashes, Kicks, Akzente usw. exakt reproduziere. Wenn im Original ein Crash gespielt wird und ich spiele dieses Crash nicht mit, dann wäre das ein eklatanter audiovisueller Fehler.

Die komplexe Arbeit, ein Drum-Cover zu gestalten, liegt darin, etwas Eigenes zu kreieren und gleichzeitig die originalen Drums zu spielen. Ich spiele also die wesentlichen Elemente exakt nach, so dass der Wiedererkennungswert erhalten bleibt und der Grundcharakter den Groove eindeutig identifiziert. Erst dann erlaube ich mir Extras, ohne dabei die Basis des Grooves zu verändern. Da gibt es zum Beispiel AC/DC-Tracks, die sehr einfach gestrickt sind und regelrecht danach schreien, mehr zu spielen, und da lass ich mich auch mal hinreißen, weil die Fans genau das wollen. Oft ist es eine Gratwanderung und ich muss es gut einschätzen können, inwieweit sich zusätzliche Beats, Fills oder Variationen eignen, um den musikalischen Gehalt des Originals zu erhalten. Das hat auch mit Respekt vor den echten Drum-Tracks zu tun. Ich würde niemals den Part eines Neil Peart (Rush) verändern, weil man sein Spiel nicht besser machen kann.

Wie stehst du zu den Pionieren des Rock-Drummings? Wären das nicht auch wichtige Kandidaten, um jungen Schlagzeugern zu erklären, wo die ganzen Beats eigentlich herkommen?

Unbedingt! Ein ganz wichtiger Aspekt meiner Arbeit besteht darin, auch auf solche Drummer einzugehen, die für die Entwicklung des Schlagzeugspiels bedeutend waren und sind. Nur: Viele junge Trommler werden alte Heroes wie Stewart Copeland, Keith Moon oder Neil Peart wahrscheinlich gar nicht kennen. Insofern fühle ich mich als Bindeglied, um die Errungenschaften dieser Pioniere mit den heutigen Visionen der jungen Drummer-Generation zu verknüpfen. Zum Beispiel nehme ich dann Groove-Klassiker von berühmten Drummern unter die Lupe und bereite diese dann in meinen Videos so auf, dass auch jeder Schlagzeuger, der noch nicht über eine Supertechnik verfügt, trotzdem einen Zugang zu diesen ikonischen Grooves findet.

Wie sieht es mit der technischen Peripherie aus. Bist du diesbezüglich auch autark und machst alles in Personalunion, sprich Mikrofonierung, Kameras, Schnitt-Technik etc.?

Die ganze Technik habe ich mir selber draufgeschafft, auch um die Kosten niedrig zu halten. Ich kann ja nicht 500 Dollar pro Video ausgeben für Studiomiete und Kameramann und Equipment. Das würde sich nicht rechnen. Ein positiver Nebeneffekt der Selfmade-Organisation ist: Je mehr ich selber mache, desto mehr lerne ich über Video-Editing und Audio-Editing. Ich habe klein angefangen mit überschaubarer Technik, einfachen Mikrofonen, einem kleinen Interface und einer Mittelklasse-GoPro-Kamera. Auf diese Weise konnte ich jede Menge Videos produzieren ohne einen Studiotechniker bezahlen zu müssen. Mit dieser autarken Methode habe ich rund tausend Videos selber gedreht und veröffentlicht.

Tausend Drum-Cover zu produzieren hört sich nach einer unfassbaren Materialschlacht an.

Je mehr Videos man draußen hat, desto höher ist die Chance, Viewer zu bekommen. Wer einen bestimmten Drum-Track sucht, der wird wahrscheinlich bei mir landen. Und meine Clips steigen im Ranking.

Um gute Videos zu machen, musst du Erfahrung haben in Sachen Bildausschnitt und generell Bildästhetik.

Ich weiß, was die Leute sehen wollen, und das ist meistens das Gesamtbild und weniger die Details. So können sie mein Spiel am besten nachempfinden, zumal Kameraperspektiven, die nur Hand- und Fuß-Arbeit einfangen, den visuellen Eindruck sperrig machen. Ich verzichte daher weitgehend auf Zoom-Effekte und parallel laufende Close-ups. Generell arbeite ich mit GoPros, weil sie wesentlich preisgünstiger sind als z. B. DSLR-Kameras. Es müssen auch keine hochauflösenden 4K-Bilder sein. Fürs Internet reicht eigentlich der einfache 1080-Pixel-Standard. GoPros haben zudem einen weiten Aufnahmewinkel und man kann sie überall anklemmen.

Co­op3er­drum­m3r Casey Cooper(Bild: Tom Schäfer)

Welche sind eigentlich deine Lieblings-Drummer?

Ganz vorne steht bei mir Dave Grohl (Nirvana, Foo Fighters). Er spielt weniger technisch, aber er hat einen energievollen Style, der seine ganze Natürlichkeit darstellt. Ich selber bin nicht der Technik-Nerd, kann mich aber dennoch an Drummern wie Benny Greb, Jojo Mayer, Neil Peart, Carter Beauford oder Stewart Copeland begeistern.

Eigentlich bin ich mit der Musik von Rush, AC/DC, Led Zeppelin, ZZ Top und Chicago aufgewachsen. Aber den Drummer, den ich am meisten aufgrund seines Ideenreichtums und seiner kompositorischen Stärke bewundere, ist Nathan Followill von Kings of Leon. Er ist einer dieser extrem geschmackvollen Spieler, und jemand, der auch immer großartige Sounds kreiert hat. Nathan Followill ist für mich der absolute Garant für den richtigen Groove zur richtigen Zeit.

Erwähnen möchte ich auch Daniel Adair von Nickelback. Obschon Nickelback eine der meist-gehassten Bands ist, deren Texte als Sextaner-Lyrik gedisst werden und von denen man sagt, sie könnten kein Instrument richtig spielen, so ist für meinen Geschmack Daniel Adair ein phänomenaler Live-Drummer. Und er ist jemand, der etliche Signature Drum Grooves erfunden hat. Man muss einfach mal die gesamte Band stumm schalten und nur noch Daniel Adairs Schlagzeug übrig lassen. Dann wird jeder erkennen, wie gut er wirklich ist.

Ich finde es auch total schade, dass ich John Bonham von Led Zeppelin nie live erleben konnte. Ich mag seinen Ansatz wie er diese Triplet-basierten Fills gespielt hat – echt crazy, aber immer mit Seele!

Spielst du aktuell in einer Live-Band oder bist du doch eher der „lonesome drummer“, der das Tageslicht scheut und im Videokeller lebt?

Ich wollte immer in einer lauten Rock-Band spielen! Das ist es doch, wovon wir alle träumen! Diesen Traum habe ich niemals aufgegeben. Und mit Bands spiele ich nach wie vor. Ich könnte mir jetzt aber nicht vorstellen, auf Tour zu gehen. Dann müsste ich meine Videoproduktionen einschränken oder zeitweise aussetzen. Einzelne Shows wie hier bei „Rockin’ 1000“ in Frankfurt bilden die Ausnahme.

Welcher Teufel hat dich eigentlich geritten, von den USA mal eben nach Frankfurt zu fliegen, um im Kreise weiterer 350 Schlagzeuger diesem experimentellen Event beizuwohnen?

Ich bin hierhin gekommen, um gemeinsam mit tausend Musik-Enthusiasten diese Idee zu unterstützen. „Rockin’1000“ ist der wirkliche und wahre Grund, was Musik sein sollte: die Gemeinsamkeit des Musikmachens, Leidenschaft und Spaß! Anfangs dachte ich, es wäre eine Riesen-Jam-Session … Aber dann kam nach und nach heraus, dass es In-Ear-Monitore geben würde, Clicktracks, Noten und drei Probetage. Das hier ist die coolste Sache, die ich je miterleben durfte. Das Ganze reflektiert auch ein bisschen meine Einstellung zur Musik. Ich bin einer von vielen und versuche Spaß zu verbreiten.

Hier geht es nicht um die perfekte Performance. Es geht darum, tausend Musiker zusammenzubringen, die lieben was sie tun. Das hier ist etwas, von dem ich meinen Kindern noch jahrelang erzählen werde. Dieser einmalige Event kann dein Leben verändern. Die meisten der Musiker hier hätten im Leben nicht erwartet, einmal vor 20.000 Leuten im Stadion zu spielen. Und jetzt passiert es! Das ist die Inspiration die man braucht, um Musiker zu sein oder zu werden. Denn plötzlich bist du für einen Abend Rock-Star!

Casey Cooper Co­op3er­drum­m3r mit Fabio Zaffagnini
Casey Cooper mit Rockin’-1000-Gründer Fabio Zaffagnini (Bild: Tom Schäfer)

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Produkt: Sticks 01-02/2020
Sticks 01-02/2020
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