Produkt: Sticks 07-08/2019
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Aus STICKS 01/02:2019!

Dan Mayo im Interview: Komplex, minimalistisch, virtuos, authentisch

Dan Mayo(Bild: Tom Schäfer)

Die Schlagzeugwelt steckt voller Wunder. Da glaubt man alles schon gesehen zu haben, und plötzlich taucht ein Drummer wie aus dem Nichts auf und hebelt jegliche gesetzte Vorstellung des Schlagzeugerbewussteins aus dem Ruhezustand der Wahrnehmung.

Dan Mayo hat alles andere als eine typische Rock-Drummer- Vergangenheit hinter sich. Seine Wurzeln zogen den Nährstoff aus dem Punk genauso wie aus dem Jazz, der World Music und dem avantgarden Umfeld. Dabei ist er kein Vertreter eines Styles, sondern ein Drummer, der seine Vision über das Schlagzeug transportiert. Immer hundert Prozent. Immer authentisch.

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Sein Sound zeigt eine bemerkenswerte Eigenständigkeit aus komplexem Spiel, minimalistischem Ansatz und umwerfender Virtuosität. Aktuell war es kein geringerer als Linkin-Park-Gitarrist Mike Shinoda, der ihn quasi vom Fleck weg für seine „Post Traumatic“-Tour verpflichtete. Die wohl eher zufällige „post-traumatische“ Verbindung bekommt anlässlich Dan Mayos Background zudem eine andere Gewichtung. Denn der Mann aus Tel Aviv hat das autoritäre Prinzip seines früheren Schlagzeugergehorsams und manch anderes über Bord geworfen, um sich in seiner heutigen Schlagzeugwelt ausschließlich auf sich selbst und seine eigene Vision einzulassen. The Inner Voice bestimmt den Groove von Dan Mayo.

>> Das ganze Interview gibt es in der aktuellen STICKS <<

Dan, du bietest ein höchst eigenständiges Spektrum des Schlagzeugspiels. Das reicht von brachialer Backbeatpower bis hin zur perkussiven Geräuschekunst. Dabei scheint jeder einzelne Schlag voller Sinnlichkeit und Magie zu stecken. Wie hast du zu deinem Sound gefunden und deinen Style entwickelt?

Dan Mayo: Ich kann nicht sagen, dass ich mit Absicht einen bestimmten Style entwickelt, oder mir besondere Skills antrainiert habe. Meine Beweggründe, etwas zu tun, waren immer von Selbstbestimmtheit geprägt. Das ganze System des Lernen-Müssens mit einem Schlagzeuglehrer entsprach überhaupt nicht meiner Vorstellung vom Musikmachen … for me, practicing was the worst thing ever! Auch meine Zeit auf der Musikakademie in Tel Aviv hat mich eher blockiert und künstlerisch beschnitten. Also habe ich alles geschmissen und konsequent meine eigenen Visionen verfolgt. Ich spürte die absolute Freiheit, wenn ich mich alleine an mein Schlagzeug setzte und den Dingen freien Lauf ließ. Stundenlang! Ich solierte am Drumset und habe meine Gedanken über Rhythmen und perkussive Sounds zum Ausdruck gebracht. Das habe ich jahrelang so betrieben … das war alles, was ich gemacht habe.

Aber wie hast du deine feine „Stick Control“-Technik entwickelt? Spieltechnische Fertigkeiten muss man doch über Jahre üben und erlernen.

Dan Mayo: Ich habe den Fokus nie auf Spieltechnik gelegt, sondern ausschließlich auf Phrasierungen und Sound. Die Spieltechnik kam ganz von alleine hinzu – quasi als Reflex auf musikalische Ideen. Theorie und Technik waren nie mein Ding. Umso mehr aber die Bewusstseinsschärfung dafür, wie sich ein Stock in der Hand anfühlt. Denn er ist das ausführende Tool einer Idee. Auf der Bühne zu sein ist die effektivste Art zu lernen. Ich bediene mich keiner gelernten Chops, die ich abrufe. Das ist nicht meine Welt. Was mich reizt sind Spontaneität und das Entstehenlassen griffiger Ideen aus dem Moment heraus.

Du bist in Tel Aviv aufgewachsen, einem Ort, der multikulturell geprägt ist und eine Konzentration von World Music und Rock-, Punk- und Jazz-Bands aufweist. Inwieweit hat dich diese Szene beeinflusst?

Dan Mayo: Aufgewachsen bin ich natürlich mit Rock, Prog, Funk und Fusion. Zudem hatte ich eine lange Zeit, in der ich mich mit Jazz befasst habe. Danach entdeckte ich Avantgarde und Free Music. Es gibt also recht viele Styles, die ich kennengelernt habe, aber es ist nicht nur die Musik, die einen im Leben beeinflusst. Meine Inspirationen hole ich von überall her. Ich bin auch kein Dummer, den man einem Genre zuordnen kann, weil ich nie über Styles nachgedacht habe. Wenn ich eine Punk-Band höre und danach ein klassisches Konzert besuche, dann finde ich beides auf eigene Art deshalb interessant, weil mich die Intention interessiert, die dahintersteckt. Schlagzeugspiel hat kein Dogma – für mich ist es der Ausdruck eines musikalischen Empfindens. Jeder hat diese „Inner Voice“. Und meine Stimme ist das Schlagzeug.

Du hast eben Free Music und Avantgarde erwähnt. Ist es nicht so, dass gerade dieses Feld die freiheitliche Vision eines musikalischen Ausdrucks begünstigt?

>> Das ganze Interview gibt es in der aktuellen STICKS <<

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