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Drum-History

Die Geschichte des Schlagzeugs

Die Geschichte des Schlagzeugs, so wie wir das Drumset heute kennen, ist gerade einmal 100 Jahre alt. Seine Bestandteile kommen hauptsächlich aus China, aus dem kleinasiatischen Raum, dem Nahen Osten und der Türkei.

Eines der ersten drumsets

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Mit den Türkenkriegen im 16. Jahrhundert kamen Cymbals und Basstrommel nach Europa, wohin bereits 300 Jahre früher durch die Kreuzzüge Schnarrtrommeln und Pauken gelangt waren. Um ein deutlicheres Bild zu bekommen von der Geschichte beziehungsweise der Entwicklung des Schlagzeugs, müssen wir in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in den Vereinigten Staaten von Amerika beginnen, und hier vor allem im Süden und Südwesten der USA mit der wichtigsten Stadt New Orleans.

New Orleans wurde nicht nur durch französische und spanische Einflüsse geprägt, sondern besonders auch durch die Kulturen der zahlreichen Sklaven aus Westindien und Afrika. Viele dieser Sklaven waren Anhänger des Vodun- oder Voodoo-Kultes. Ihre Voodoo-Zeremonien mit Stammestänzen und Musik hatte großen Einfluss auf neue musikalische Entwicklungen. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts fand in New Orleans eine enorme Kulturvermischung statt: Europäische Musik in all ihren Stilen und Formen vermischte sich mit den afrikanischen Kulturen, und so entstanden zum Beispiel Ragtime- oder Skiffle-Bands.

In diesen Bands wurde vor allem auf allerlei Haus-, Garten- und Küchen-Geräten gespielt, aber auch eigene hergestellte Instrumente fanden Verwendung. Als Beispiele können Kazoo, Waschbrett, Pfannen, Töpfe und Müllbehälter angeführt werden. Nach Ende des amerikanischen Bürgerkriegs im Jahre 1865 wurden durch verarmte Militärmusiker viele Instrumente für wenig Geld abgegeben, unter anderem an Pfandhäuser, und in Folge dessen konnten auch arme Schwarze diese Instrumente günstig erwerben konnten.

Das Spielen brachten sie sich selber bei, und dadurch wurden in sehr kurzer Zeit unglaublich viele Orchester gegründet, welche aufgrund der großen Popularität der Militärbands auch erst einmal deren Repertoire übernahmen. Typische Instrumente waren das Kornett, die Posaune und die Klarinette, aber auch Banjo und Gitarre. In diesen oftmals marschierenden Gruppen befanden sich auch wenigstens zwei, manchmal sogar drei Trommler. Einer spielte die Große Trommel – welche zu dieser Zeit ungefähr 26 bis 30 Zoll groß war -, einer bediente die Cymbals und der Dritte die Kleine Trommel.

Waren nur zwei Trommler zugegen, bediente ein Trommler die Große Trommel und die Cymbals gleichzeitig, indem ein Cymbal auf der Großen Trommel montiert wurde. In einer Hand hielt der Trommler dann den Schlägel für die Trommel und in der anderen das zweite Cymbal. Auch der so genannte „Traditional Grip“ entstammt dieser Marschformation, da dies die bequemste Art war (und ist), die Kleine Trommel beim Marschieren zu spielen.

Im späten 19. Jahrhundert fingen die Bands an, ihre Musik vermehrt auch auf Tanzabenden, bei Auftritten auf Flussdampfern sowie natürlich in den Kneipen und Bordellen im berüchtigten „Storyville“- Distrikt von New Orleans, und da einige Bands ausschließlich von diesen Veranstaltungen lebten, beschränkte man sich aus Gründen der Kostenersparnis auf einen Trommler. Die Große Trommel, mindestens 28“ groß, wurde nun rechts vom Schlagzeuger aufgestellt (die Cymbals wurden darauf befestigt), so dass man mit den Sticks den ersten und den dritten Beat darauf schlagen konnte, anschließend den „Afterbeat“, oft mit einem kleinen Wirbel, auf der Kleinen Trommel, welche auf einen Stuhl oder eine Art Ständer schräg aufgestellt wurde.

Zudem wurden die tiefen Marschtrommeln durch kleinere Orchester-Snaredrums ersetzt. Diese Art des Spielens nannte man „Double Drumming“. Dazu bedurfte es einer guten Koordination der Hände. Mit Hilfe verschiedener „Doublesticking Patterns“, die von großer Bedeutung für das Jazz-Drumming der folgenden Generationen sein sollten, konnte der Schlagzeuger so seine Arbeit bewältigen.

Viele Schlagzeuger fühlten sich jedoch eingeengt und versuchten Methoden zu entwickeln, um auf der Kleinen Trommel mit zwei Händen spielen zu können. Dazu mussten die Füße für den Part der Bassdrum eingesetzt werden. Es wird angenommen, dass einige Drummer bereits 1894 ein selbstgemachtes hölzernes Fußpedal benutzten, welches wahrscheinlich von Dee Chandler erfunden wurde.

Es gibt allerdings auch Berichte, nach denen angeblich schon um ca. 1850 ein Fußpedal von Drummer Cornelius Ward verwendet wurde. In der Zeit um 1920, in der Auftritte in „Minstrel Shows“ und Vorstellungen im Stummfilmtheater gang und gebe waren, begann man allerlei kleine Schlag- und Rhythmusinstrumente zum Schlagzeug hinzuzufügen, die so genannten „Contraptions“ (oder kurz „Traps“), um die Klangpalette des Schlagzeugs zu erweitern. „Contraption“ bedeutet „ungewöhnliche Zusammenstellung von Material“ oder auch einfach „merkwürdige Apparatur“.

Die Vielfalt an Klängen stand im Gegensatz zu den monotonen Klängen von zwei Trommeln mit Cymbals. Teilweise ging es sogar soweit, dass der Umfang der „Trapdrums“ wichtiger wurde als die Qualität des Schlagzeugers (… und ist es heute nicht manchmal genauso?). Diese Modeerscheinung war jedoch schnell wieder hinfällig, vor allem auch, weil der Schlagzeuger dadurch immer mehr zu einem musikalischen Clown degradiert wurde. Ein weiterer Grund dafür war, dass Schlagzeuger es langsam leid wurden, so viele Instrumente mit sich herumzuschleppen.

Es ist während der Anfangszeit und vor allem in den 20er Jahren (nicht umsonst die „Roaring Twenties“ genannt) viel an der Aufstellung der Trommeln, den Materialien, der Transportfähigkeit, dem Klang etc. experimentiert und ausprobiert worden. In den 30er Jahren (der Swing-Periode) wurde der Beat von der Snaredrum auf die populär gewordene Hi-Hat verlagert und der Two-Beat wurde durch den 4/4-Puls verdrängt.

Auch begann man in den Big Bands wieder mehr Instrumente zu benutzen. Ein übliches Setup war zum Beispiel: Große Trommel, Kleine Trommel, ca. vier Cymbals, welche nun etwas größer waren, ein oder zwei Kesselpauken links vom Schlagzeuger, Vibraphon oder Xylophon rechts, Röhrenglocken hinterm Schlagzeuger, Gong links dahinter – manchmal ein hängendes Tom-Tom rechts dahinter –, vier bis fünf Tempelblocks mit darunter befindlichem Stockhalter, auf der großen Trommel und links davon jeweils ein Tom-Tom. Das Floor-Tom wurde oft dazu benutzt, den Schlagzeuger durch ein Solo darauf zu featuren.

Die ersten Schlagzeughersteller

In dieser Zeit waren auch bereits einige Schlagzeugfabrikanten auf dem Markt. Die ältesten waren die von Friedrich Gretsch 1883 gegründete Firma, sowie die Excelsior Drum Company, gegründet 1885.

Danach folgte die Duplex Manufactoring Company, gegründet 1887, und um 1900 begann Ulysses Grant Leedy in Indianapolis, Indiana seine Firma für Schlag- und Perkussions-Instrumente zu errichten. Die wichtigste Firma, die danach folgte, war die Ludwig & Ludwig Drum Co., gegründet 1909 in Chicago.

 

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Kommentare zu diesem Artikel

  1. Es gibt heute kein Land Palästina, oder sagen Sie mir doch mal die Hauptstadt!? Bitte korrigieren, oder meinen Sie etwa das Land Israel?

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    1. Hey Jürgen, wir haben es korrigiert! Grüße

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    2. ???
      Die offensichtlich fehlende Wikipedia-Information:
      Der Staat Palästina wird international mehrheitlich als staatliche Einheit anerkannt, jedoch ist seine Staatlichkeit völkerrechtlich umstritten. Er wurde am 15. November 1988 in Algier von der Palästinensischen Befreiungsorganisation als Staat der Palästinenser ausgerufen.
      Hauptstädte: Ramallah, Ostjerusalem
      Bevölkerung: 4,817 Millionen (2016)
      Nationalfeiertag: 15. November
      Zeitzone: UTC+2

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  2. Wiso sind alle videos auf englisch??????

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  3. Ein sehr interessanter Artikel und spannende Videos! Vielen Dank für die gut ausgearbeitete Zusammenfassung, dies habe ich immer schon mal wissen wollen!

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  4. Sehr interessant zu sehen, wie sich das Schlagzeug im Laufe dieser langen Zeit entwickelt hat. Bereits damals gab es so talentierte Drummer wie heute, die hervorragende Arbeit auf dem Schlagzeug geleistet haben.

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  5. Timo, Gratulation zu der hervorragenden Arbeit über die “Geschichte des Schlagzeugs” Eine sehr gelungene Zusammenfassung, die selbst mich “als Kenner” absolut begeistert !
    Anmerkung: für alle Interessierten des deutschen Schlagzeugbaus hier ein Hinweis mit weiteren Informationen zur Pionierarbeit und der Gründergeschichte von Sonor, Trowa, Tacton und Johannes Link unter http://www.sonor-vintage-weissenfels.net

    Viele Grüße Klaus Ruple

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