Erkenntnisse aus der Wissenschaft!

Drummer-Gehirne unterscheiden sich in ihrer Arbeitsweise von allen anderen

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(Bild: CC0 Public Domain )

In der Musikwelt gehen die meisten Witze wohl auf Kosten von Schlagzeugern. Und so gut wie immer ist die Pointe der Witze die folgende: Drummer sind dumm. Diese Meinung teilen wir keineswegs; dennoch hier, lediglich zur Veranschaulichung der Diffamierung dieses Musikergeschlechts, drei Besipiele:

Welcher ist der Lieblingssong jedes Schlagzeugers?
One Moment In Time
Warum sind die Pause bei einem Jazzkonzert auf max. 20 Minuten begrenzt?

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Damit man den Schlagzeuger nicht neu anlernen muss.
Drummer: “Wie, mein Timing stimmt nicht? Ich bin sogar zu schnell!”

Obwohl sie ihr Talent oft beinahe selbstlos in den Dienst der Band stellen, wird auf sie dennoch mehr geschimpft als auf den Sänger oder den Lead-Gitarristen. Ja, Schlagzeuger haben es oft nicht leicht. Doch jetzt ist es die Wissenschaft, welche ihnen den Rücken stärkt. In einer neuen Studie fanden Wissenschaftler heraus, dass Schlagzeuger allen anderen Menschen gegenüber einen bestimmten Vorteil haben: sie haben eine seltene, angeborene und besonders ausgeprägte Problem-Lösungs-Fähigkeit.

Drummer sind aufgrund ihres besonders rhythmus-fokussierten Spiels die Schlausten der Band. Wissenschaftler des Karolinska Institus in Stockholm fanden einen festen Zusammenhang zwischen Intelligence, gutem Timing und dem Funktionalität des Gehirnbereichs, welcher für Lösung von Problemen relevant ist.

Das Experiment war in verschiedene Phasen aufgeteilt. Zuerst sollte jeder Drummer diverse vorgegebenen Beats nachspielen. Danach wurde jedem einzelnen ein Intelligenz-Test mit 60 Items zur Bearbeitung vorgelegt. Das Ergebnis war überraschend: Diejenigen Schlagzeuger, die das bessere Timing hatten, schnitten besser bei dem Intelligenz-Test ab.

Hier ein kleiner Beweis dafür, dass John Bonham ein echtes Genie ist…

Darüber hinaus besteht sogar die Möglichkeit, dass die “Gabe” des Drummers auf die Bandkollegen überspringt: viele Studien belegen, dass das Regelmäßige hören eines gleichmäßigen Beats die kognitiven Fähigkeiten verbessert. Ein Psychologie-Professor der Universität Washingotn setzt seine Studenten einer rhythmischen Musik- und Licht-Therapie aus. Das Ergebnis: die Noten wurden besser.

Zugegeben, der Fokus all dieser Studien liegt auf dem Einfluss des Rhythmus auf kognitive Fähigkeiten – und nicht auf der potentiellen Brillanz desjenigen, der die Rhythmen produziert. Dennoch konnte wissenschaftlich belegt werden, dass sich die Problem-Lösungs-Kompetenz einer Gruppe von Personen erhöht, wenn ein Schlagzeuger über eine gewisse Zeit einen beliebigen Rhythmus spielt. Insofern könnte man behaupten, dass Schlagzeuger ihre positive Eigenschaften sogar auf andere übertragen. Sobald sich mehrere Drummer in einem Raum befinden und gemeinsam musizieren, steigt deren Wohlbefinden und sogar die Schmerztoleranz-Grenze.

Auf diesen Erkenntnissen beruht die Hypothese, dass das gemeinsame Spielen von Trommeln sowie das Teilen von Rhythmen ein essentieller Bestandteil der Gemeinschafts- und Gesellschaftsbildung war und somit einen wichtigen Gesichtspunkt der menschlichen Evolution darstellt.

Trommeln ist also eine Art fundementaler Bestandteil des Menschseins. Dies zeigt sich z.B. an dem angeborenen Rhythmusgefühl eines jeden Menschen. Dieses meldet sich, wenn wir einen Beat als “seltsam” empfinden. Seltsam im subjektiven Sinne ist jeder Rhythmus, welcher mit der menschlichen inneren rhythmischen Uhr unvereinbar ist.

Wissenschaftler fanden heraus, dass jeder Mensch eine Art innere Uhr oder besser, einen individuellen Takt besitzt. Dieser Takt existiert unser ganzes Leben lang, unbemerkt und ungehört. Doch ist er immer da. Bei Forschungsexperimenten konnte herausgefunden werden, dass dieser wellenförmige Takt ähnlich gleichmäßig verläuft wie der einer Uhr. Er konnte in Hirnwellen und der Herzschlagfrequenz während der Tiefschlafphase wiedergefunden werden. Wenn sich also ein Mensch an die Dums setzt, wird er oder sie also automatisch seinen ganz eigenen, menschlichen Rhythmus finden.

Schlagzeuger sind also bewiesener Maßen nicht dumm. Im Gegenteil: sie tragen besonders viel von dem in sich, was uns Menschen ausmacht.

Kommentare zu diesem Artikel

  1. leute leute, dann mal alle ran ans metronom und damit üben. so kann man die beschriebenen forschungsergebnisse trainieren….
    liebe stickautoren, wieso schafft ihr es immerwieder so viele fehler in die texte einzubauen ?

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    1. Meinst du inhaltliche oder orthografische Fehler?
      Und gut, dass bei Leserkommentaren Fehler erlaubt sind.;-)

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  2. Pseudowissenschaft mit vorausgeplantem Ergebnis… so wie z.B. Kühe mehr Milch bei Mozartmusik geben…

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  3. Kuck mal, da drüben stehen 4 Musiker und ein Schlagzeuger.

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  4. Wie unwichtig Schlagzeuger in einer Band sind kann man sehr gut nachempfinden, wenn man sich jedes Musikstück mit Schlagzeug mal ohne Schlagzeug anhört….. Ist dieser Hörgenuß dann genauso bescheiden, als wenn man andere Instrumente oder den Gesang weg lässt? ich weiss nicht so recht…….

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    1. Selbst wer, wie so viele, Schlagzeuger mit Drummer verwechselt, hat hier kaum Recht.

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  5. Ich finde den Bericht gut. Es ist ja seit langem bewiesen, dass durch die anspruchsvolle Koordination aller vier Gliedmaßen, ein größerer Teil des Gehirns trainiert wird und Kinder, die ein Instrument lernen eine höhere Auffassungsgabe entwickeln. Genauso ist beweisen, dass sich bei Kids, die viel an der Konsole “zocken”, der Bereich des Gehirns, der für die räumliche Wahrnehmung (3D) zuständig ist, besser trainiert wird.

    Somit ist obige Studie alleine aufgrund dieser Erkenntnisse nachvollziehbar. Dass sich jetzt einige Musiker, die kein Schlagzeug spielen, an dieser Studie stören, finde ich unsportlich.

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  6. Denkt Ihr “Rosanna” wäre ohne Jeff Porcaro ein Erfolg geworden?! Musik machen steigert bei jedem die Hirnleistung. War vor vielen Jahren mal ein Bericht in “Bild der Wissenschaft”. Also muß man sich nicht gegenseitig zerfleischen. Nur das ist dümmlich.

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  7. Ich habs immer schon gewusst das die Spezies Drummer (lat.drummerus infernalis roc!!) eine ganz spezielle ist! Denn sie unterscheiden sich gänzlich von Schlagzeugern.Der Drummer ist mit Freund Bass der Motor der Band!!während der Schlagzeuger lediglich mit den Musikern rummhängt und deren Bier wegsäuft! Bin 51 ,hatte gefühlte 12 Bands mit allen Arten von Fellbearbeitern!!und sie sind einfach liebenswürdig ,so oder so.Denn alles liegt dem Rhythmus zu Grunde.Herzschlag ,Leben ,Atmen ,Mühlen,Motoren,Musik!!!!n thats all???

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  8. dumm, dümmer, drummer

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  9. Naja, da wurden wieder mal irgendwelche Studien und Experimente in Kurzprosa zitiert, die die Meinung des Autors belegen sollen. Meine Meinung: Drummer (oder Schlagzeuger) sind auch Menschen, genauso wie andere Musiker. Sessions mit verschiedenen Trommeln machen Spass, aber dass man vom Hören gleichmässiger Rhythmen schlauer wird, halte ich angesichts von Tekkno und Artverwandtem für fragwürdig.

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  10. Die Problemlösungsfähigkeiten der Drummer sind nicht angeboren, sondern antrainiert! XD ich bin auch nicht mit einem Paar Sticks und einer Snare auf die Welt gekommen…

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  11. Was gibt es freieres als an den Drums zu sitzen und frei seinen Emotionen Ausdruck geben?

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