Produkt: Sticks 09-10/2019
Sticks 09-10/2019
FREDERIC MICHEL – Modern Pop Drummer +++ YOUTUBE-STARS: Sina Drums; COOP3RDRUMM3R +++ Rockin‘ 1000 +++ Studium an der POPAKADEMIE +++ ZULTAN Heritage Cymbals +++ PEARL Masters Maple/Gum Drums +++ ROGERS Dyna-Sonic Wood Snaredrums
Sina Drums

Erfolgreich auf YouTube: Schlagzeugerin Sina Doering im Interview

Sina Doering(Bild: Tom Schäfer)

Der Begriff „YouTube-Drummer“ festigt sich immer mehr zu einem plakativen Format. Dahinter verbirgt sich eine junge Spielkultur, die ihre kreative Ausdrucksform in Drum-Cover-Videos findet. Hoch im Popularitätskurs steht die junge Schlagzeugerin Sina Doering, die sich mit ihren sattelfest gespielten Drum-Tracks und fast 700.000 Subscribern den Promi-Status als Deutschlands erfolgreichste YouTube-Drummerin ertrommelt hat.

Schlagzeugspielen ist für Sina Doering (20) Job und Leidenschaft zugleich. Zudem powert sie in einer 70s-Style-Hardrock-Band. Doch im Epizentrum ihres Erfolgs stehen die YouTube-Drum-Cover-Videos, die interessanterweise nicht auf Sensationslust getrimmt sind, sondern der Sinnlichkeit bewährter Rock-Klassiker folgen.

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Das ganze Interview gibt’s in STICKS 09-10/2019

Interview

Sina, irgendwann hat es bei dir mal Klick gemacht mit dem Schlagzeugspielen. Woher kommt deine Begeisterung?

Sina Doering: Das Schlagzeugspielen schien mir schon immer sehr natürlich. Mein Talent für Rhythmus habe ich recht früh entdeckt. Aber mir ging es nie um Drauflos-Spielen und Lärm machen. Ich brauchte ein Konzept und wollte etwas tun, was am Ende Musik ist. Daher habe ich immer gerne ganze Songs gespielt. Ich bin in einer musikalischen Familie aufgewachsen. Mein Vater ist Profimusiker und irgendwann hat er im Keller ein Studio gebaut. Dort stand ein Schlagzeug. Das war mein Glücksfall.

Und wie kam die YouTube-Geschichte zustande? Auch ein Glücksfall?

Sina Doering: Ich hatte mir damals den Song „Metropolis Part 1“ von Dream Theater draufgeschafft. Das war noch während meiner Unterrichtszeit bei der Krefelder Schlagzeugschule „Drummers Inspiration“. Den Song fand ich cool, und mein Vater hatte die Idee, das Video mit mir bei YouTube hochzuladen. Es war zunächst ein reines Experiment. Wir hatten auch nicht viele Viewer. Dann stellten wir fest, dass man durch häufigeres Uploaden von Videos mehr Aufmerksamkeit erhält. Die YouTube-Algorithmen finden das gut und man bekommt bessere Zahlen. Also haben wir begonnen, regelmäßig Videomaterial hochzuladen. Inzwischen veröffentlichen wir jeden Freitag ein neues Video. Diese Regelmäßigkeit und auch die verbindliche Zielsetzung einmal pro Woche ein Video zu produzieren, war entscheidend für mein Weiterkommen. Ich bin im Prinzip übefaul, aber jetzt hatte ich mir die Verpflichtung selbst auferlegt. Das hilft natürlich sehr bei der Selbst-Motivation. Letztes Jahr hatte ich außerdem die Möglichkeit, am „Drummer’s Institute“ in Krefeld für ein Jahr zu studieren, das hat mich super viel weitergebracht in allen Aspekten meines Spiels.

Kann man sagen, dass dein YouTube-Channel zu einem richtigen Business geworden ist?

Sina Doering: Der YouTube-Kanal steht im Mittelpunkt aller Musikproduktionen von mir mit meinem Vater. Die Drum-Cover generieren Aufmerksamkeit, die uns hilft, auch andere Produktionen zu vermarkten. Mein Vater hilft mir bei den Audio- und Video-Aufnahmen. Und er macht die ganze Editiererei. Ohne ihn wäre das alles nicht möglich.

Musst du vorher die Urheber fragen, ob du ein Drum-Cover hochladen darfst?

Sina Doering: Nein, das wäre logistisch kaum machbar. YouTube hat ein ganz gutes System entwickelt. Wer einen eigenen Kanal betreibt, hat über das YouTube-Creator-Studio Zugriff auf eine Medienbibliothek. Dort kann man einsehen, welche Songs für Cover freigegeben sind. Manche Songs stehen dann halt nicht zur Verfügung.

Hattest du damit schon mal Probleme?

Sina Doering: Ganz am Anfang war ich noch nicht so erfahren mit der ganzen rechtlichen Situation und hatte „School“ von Supertramp hochgeladen. Der Track wurde nicht nur geblockt, sondern bekam zugleich einen Copyright Strike. Das funktioniert so ähnlich wie mit dem Punktekonto in Flensburg. Nach drei Copyright Strikes wird sogar der komplette Kanal gelöscht. Allerdings verfällt ein Copyright Strike nach einem halben Jahr, wenn man in der Zwischenzeit keinen anderen bekommen hat.

Inzwischen hast du jede Menge Erfahrung wie man mit dem Medium YouTube umgeht. Auch, wie man wirtschaftlichen Nutzen daraus ziehen kann?

Sina Doering: Für Songs, an denen ich selber nicht die Rechte habe, bekomme ich kein Geld. Auch dann nicht, wenn Werbung vorgeschaltet ist. Das Geld geht an Plattenfirmen bzw. an die Urheber. Aber ich habe auch eigene Songs hochgeladen, und dafür bekomme ich dann Geld entsprechend der Views. Das ist nicht superviel – also etwa ein Dollar oder etwas mehr pro tausend Views. Nur sind meine eigenen Songs nicht so bekannt, sie werden also weniger gesucht und haben entsprechend weniger Views.

Um meine ganze Arbeit wirtschaftlicher zu gestalten, habe ich zusätzlich noch einen Account bei Patreon gestartet. Man kann sich auf dieser Plattform als Creator sowie als Supporter anmelden. Ich als Creator veröffentliche einmal pro Woche ein neues Drum-Video und erhalte von meinen Supportern einen festgelegten Wochen- bzw. Monatsbetrag. Zum Glück habe ich etliche Supporter, und durch Patreon wird die ganze Internet-Geschichte für mich rentabel. Außerdem können YouTube-Channel-Members für einen überschaubaren Betrag in meinen Supporter-Kreis kommen. Dadurch sind die YouTube-Channel-Members von den Kosten her ungefähr gleichgestellt mit den Patreon-Channel-Members. Zudem erhalten alle Mitglieder jeweils donnerstags, also dem Tag vor der offiziellen Veröffentlichung, einen Preview und exklusive Downloads. Dort bekomme ich auch viel Feedback und Kommentare. Da es sich um eine kleine, geschlossene Gruppe handelt, kann ich mich persönlich an der Kommunikation innerhalb der Gruppe beteiligen, Fragen beantworten und Feedback kommentieren. Das nimmt natürlich viel Zeit in Anspruch, ich glaube aber, dass viele meiner Supporter genau das zu schätzen wissen.

Wie viel Zeit braucht es, ein Drum-Cover zu erstellen?

[…]

Das ganze Interview gibt’s in STICKS 09-10/2019


(aus STICKS 09-10/2019)

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Produkt: Sticks 07-08/2019
Sticks 07-08/2019
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