Produkt: Sticks 11-12/2019
Sticks 11-12/2019
MARK SCHULMAN – Stadion-Rock mit Pink! +++ Nicholas Collins +++ Richie Gajate-Garcia +++ REPORT: Dresdner Drum & Bass Festival 2019 +++ LUDWIG Heirloom Anniversary Snaredrum +++ UFIP Experience Balst Cymbals +++ MAPEX Design Lab Cherry Bomb Drums 2470
Nach 15 Jahre Die Happy

Ex-Die Happy Schlagzeuger Jürgen Stiehle im Interview

stiehle4
(Bild: Tom Schäfer)

Jürgen Stiehle ist jemand, der mit musikalischem Weitblick seine ganze Emotion in seine Power-Grooves legt – immer und zu hundert Prozent. Der Die Happy Drummer ist auf der Bühne groß geworden, weil er mit Konsequenz seiner Vision folgte.

Mit der Band Die Happy hat die Sache so richtig gut funktioniert. Solche Big Gigs wie „Rock am Ring“ zu spielen ist nun mal eine echte Hausnummer. Doch nach 15 Jahren kam der plötzliche Break. Der Switch in die Welt der Session- Drummer gelang allerdings äußerst geschmeidig. Denn längst schon war Andreas Bourani am Start, der seit vielen Jahren bereits im Kreativumfeld von Die Happy seine Aktivitäten vorantrieb und kürzlich mit seiner „Hey“-Tour die größten Arenen des Landes rockte.

Anzeige

Jürgen, dein Name verknüpft sich eigentlich fest mit deiner Band Die Happy. Und jetzt tourst du mit Mighty Oaks und Andreas Bourani. Was ist los?

Jürgen Stiehle: Ich hatte das große Glück, mit meiner eigenen Band Die Happy lange 15 Jahre sehr erfolgreich zu sein. Das war ein Fulltime-Job, und man musste sich um nichts Gedanken machen. Doch dann wurde unsere Sängerin Marta Jandová schwanger, und sie setzte andere Prioritäten. Ich musste mir also etwas überlegen und versuchen, irgendwie als Session-Drummer an Jobs zu kommen.

Zum Glück kam dann die Sache mit Mighty Oaks zustande, mit denen ich durch ganz Europa und sogar durch die Staaten getourt bin. Parallel dazu meldete sich Andreas Bourani nach längerer Pause mit seinem zweiten Album zurück. Doch niemand konnte ahnen, dass die Sache so dermaßen erfolgreich wird. Plötzlich hatte ich das Luxusproblem, gleichzeitig in zwei erfolgreichen Bands zu sein. Das war wirklich das andere Extrem. Aber so ist das nun mal – entweder geht gar nichts, oder alles auf einmal. (lacht)

Du bist mit Die Happy als Band-Trommler in der Rockmusik groß geworden. Mit Andreas Bourani als Pop-Act zu spielen ist wohl so ziemlich das Gegenteil?

Jürgen Stiehle: Musikalisch gesehen ist es eine völlig andere Welt, das stimmt. Ich komme zwar vom Rock, aber auch auf die Musik von Andreas kann ich mich voll einlassen. Da bin ich mit hundert Prozent dabei. Zudem fühlt es sich hier sehr nach Band an, mehr als die Außenwahrnehmung vermuten lässt. Weil wir genau in dieser Besetzung vor fünf Jahren angefangen haben, gemeinsam mit Andreas Musik zu machen, ist es für uns alle mehr als nur irgendein Job. Im Prinzip hat er mit Ralph Rieker und mir die am besten eingespielte Rhythmusgruppe Deutschlands mit mehr als 1.000 gemeinsamen Shows eingekauft. (grinst)

Fiel dir die Neuorientierung vom BandTrommler zum Session-Musiker schwer?

Gar nicht. Ich bin musikalisch flexibel und in fast allen Genres zu Hause. So war ich mit der Alternative-FolkBand Mighty Oaks unterwegs und hab eine Tour mit Lena Meyer-Landruth gespielt, und die macht jetzt Electro-Pop, also wieder eine ganz andere Nummer. Da hab ich viel mit E-Pads gearbeitet und fand es herausfordernd, Grooves live auf die Bühne zu bringen, die ursprünglich im Studio als programmierte Tracks entworfen wurden.

Wie war das bei Andreas Bourani hinsichtlich deiner Spielweise? Zwischen seiner Musik und der Musik von Die Happy besteht ja ein doch ein ziemlicher Unterschied.

Fünfzehn Jahre Die Happy hieß für mich: immer volle Kante geben, Rimshots knallen und Lautstärke möglichst auf 127! Als ich dann anfing, mit Andreas Musik zu machen, merkte ich, dass seine Musik diese Vollgas-Mentalität nicht verträgt und eine ganz andere Sound-Ästhetik braucht. Also hab ich im Proberaum erst mal Handtücher auf die Snare gelegt, aber das klang nicht. Ich bemühte mich leiser zu spielen und die Snare kontrollierter in der Mitte mit Halbgas anzuschlagen. Dies hatte zur Folge, dass ich totale Verspannungen in Armen und Schultern bekam, weil mein Körper diese Bewegung des kontrollierten Abbremsens eines Schlags nicht gewohnt war. Die Umstellung des Bewegungsapparats war echt schmerzhaft! Dann haben wir anfangs viele kleine Clubs gespielt, und es kostete mich Konzentration, nicht zu laut zu spielen, die Becken leiser anzuschlagen usw. Doch mit Andreas’ Erfolg wurden aus den Clubs dann Hallen und schließlich Arenen. Und jetzt bin ich fast schon wieder so weit, dass ich wie damals bei Die Happy spiele! (lacht)

Das vollständige Interview kannst du dir hier downloaden!

Produkt: Sticks 07-08/2019
Sticks 07-08/2019
STEWART COPELAND - Orchester-Rausch! +++ LUIS RIBEIRO (The World of Hans Zimmer) +++ YAMAHA Live Custom Hybrid Oak Drums +++ LP PRO Tambourines +++ K ZILDJIAN Cluster Crash Cymbals

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte dich auch interessieren