Produkt: Sticks 11-12/2019
Sticks 11-12/2019
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Magischer Puls und musikalischer Zeitgeist

Interview: Jakob Hegner

Jakob Hegner(Bild: Tom Schäfer)

Groove-Design, ausgecheckte Sound-Ästhetik und bis ins Detail arrangierte Tracks formen das Klangbild einer Band, deren Kosmos aus Neo-Soul, LoFi, HipHop und Future-Jazz gerade die Szene erobert. Getragen vom magischen Puls des Schlagzeugers Jakob Hegner, der Elektronik-Beats und Akustik-Drums zu einer sinnlichen Groove-Welt verknüpft, verkörpert die junge Band LUT den aktuellen Zeitgeist einer kreativen Strömung: Visionen werden in Klang transformiert.

Das ganze Interview gibt’s in STICKS 01-02/2020!

Der sowohl spieltechnisch als auch musikalisch kreativ hervorragend spielende Schlagzeuger Jakob Hegner erzählte uns beim Dresdner Drum & Bass Festival seine Geschichte, und von hybriden Drum-Sounds und dem außergewöhnlichen Klangkonzept der Band LUT.

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Interview

Jakob, warst du immer schon auf dem Trip des Sound- und Groove-designten Schlagzeugspiels?

Das ist das Ergebnis einer langen Reise. Anfangs habe ich mich für Rock-Drumming und Metal interessiert. Da konnte man schnell und laut spielen! (lacht) Für mich war das geil, in solchen Bands zu trommeln. Ich habe mich irgendwann dazu entschlossen, professioneller Schlagzeuger zu werden. Allerdings ist das Angebot an Studiengängen in Deutschland überwiegend in Richtung Jazz ausgerichtet. So habe ich mich intensiv mit dieser Musikrichtung befasst. Diese Materie war für mich komplett neu. Ich habe mir eine Liste der wichtigsten 100 Jazz-Alben zusammengestellt und diese intensiv angehört, um den Wortschatz des Jazz-Drummers zu verstehen.

Von Metal zu Jazz ist musikalisch ein recht großer Sprung.

Ja, aber ich habe direkt die Aufnahmeprüfung bestanden und einen Platz in Dresden an der HFM bekommen. Generell gehört Jazz in Deutschland nicht unbedingt zur Gesellschaftsmusik. Jazz ist erstmal weit weg und exotisch. Und es war auch nie meine Natur, weil ich damit nicht groß geworden bin. Mit der Zeit habe ich mich vom Jazz wieder etwas entfernt und bin auf die Suche gegangen, um das zu entdecken, was meiner eigenen musikalischen Wahrheit entspricht. Nach zwei intensiven Jazz-Jahren bin ich ziemlich im HipHop, R&B und Soul hängengeblieben. Prinzipiell erkenne ich darin die Symbiose aus allem, was mich musikalisch vorher begleitet hat, nämlich heavy Musik mit Beat und Lautstärke sowie der Jazz-Touch in Chords und Spielweise.

Dieser Style-Cocktail ist so etwas wie ein Trademark eurer Band LUT. Vielmehr noch habt ihr ein homogenes Klangbild daraus erschaffen …

Die Liebe zu diesen Styles ist das, was uns verbindet. Wir sind untereinander sehr kommunikativ, was den Austausch von Tracks und Platten-Tipps angeht. So entstehen vielartige Inspirationsquellen und wir lassen musikalisch alles zu.

LUT klingt soundmäßig sehr detailliert, vielschichtig, transparent und dynamisch ausgearbeitet. Das geht von Beat-Miniaturen über atmosphärische Sound-Flächen bis hin zu ungewöhnlichen Chords. Ist Klangästhetik ein großes Thema?

Absolut! Wir sind quasi den umgekehrten Weg gegangen und haben zunächst durch lange Recording-Prozesse unseren Sound herausgearbeitet, bevor es überhaupt zu ersten Live-Auftritten kam. Normalerweise arrangieren Bands ihre Songs im Proberaum, spielen dann Konzerte und danach geht man ins Studio. Das Problem daran ist, dass man in seinen eigenen Fähigkeiten manchmal hängenbleibt und ein Potenzial an Ideen dadurch verloren geht. Deswegen haben wir bewusst den umgekehrten Weg eingeschlagen und uns von Beginn an regelrecht eingebunkert, um uns ausschließlich auf Komposition zu konzentrieren und unsere Visionen rauszulassen. So sind im Alleingang 16 Tracks für das Album „Diving“ entstanden.

Wir haben uns sehr in Sound-Details reingearbeitet, was man bei einer Probe niemals tun würde. Und wir haben alle Mittel einfach zugelassen, zum Beispiel einen Beat am Rechner zu bauen, Tracks auch mal fragmentarisch umzudrehen oder ungewöhnliche Chords einzusetzen, die aus der Feder eines Nicht-Harmonikers stammen. Jeder in der Band war mal Komponist und auch mal Chef des Beats. Man muss es nur zulassen. Unser Bassist Karl Kindermann hat Drum-Beats geschrieben, auf die ich selber nie gekommen wäre. Das bringt diesen Twist und diese Ausgechecktheit und Tiefe in unsere Musik. Karl und ich haben die gesamten Recordings gemacht, die an verschiedensten Orten entstanden sind. Für LUT war es eine intensive einjährige Reise. Anschließend habe einen Monat lang jeden Tag acht Stunden das Album ausproduziert und gemischt.

Das Konzept und der Sound eurer Live-Konzerte schöpfen damit aus dem Fundus des vorher Produzierten?

Bei unseren Konzerten versuchen wir das ganze Klangspektrum so detailreich wie möglich zu reproduzieren. Das geht nicht immer, und manchmal muss man die Form aufbrechen, um es für die Bühne lebendig zu gestalten.

Dein Spiel erscheint wie eine Melange aus der Sinnlichkeit für Minimalismus und dem dramaturgischen Gespür für den fetten Beat im richtigen Moment. Das ist alles andere als Show-Off-Drumming, sondern einfühlsame und musikalische Kraft im Kontext der Band. Wie stehst du dazu?

Ich glaube, musikalisches Gespür ist eher meine Qualität. Ich war immer ein Band-Drummer und kann besser den Song gut klingen lassen als Solo zu spielen. Wenn ich mit einer Band spiele, versuche ich den Song wie ein Producer zu hören, um ihm das zu geben, was er braucht. Als Schlagzeuger hat man in dieser Hinsicht unglaublich viele Möglichkeiten und eine nicht zu unterschätzende Rolle.

Du bist ein abwechslungsreich spielender und ebenso technisch versierter Drummer, wobei du deine Skills eher defensiv aber doch wunderbar musikalisch einsetzt, um dem Klangkörper LUT einen Sinn zu geben. Richtig?

Oft ist es nicht das Fill, was den Song ausmacht, sondern die Konsistenz des Grooves und die Energie, die ich der Band gebe. Das Schlagzeug ist ein Teil des Gesamtkonzepts und so sehe ich auch meine Rolle in der Band. Ich muss nicht zeigen, was ich alles draufhabe.

Und es ist die große Kunst Dinge einfach mal wegzulassen?

[…]

Das ganze Interview gibt’s in STICKS 01-02/2020!


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Produkt: Sticks 09-10/2019
Sticks 09-10/2019
FREDERIC MICHEL – Modern Pop Drummer +++ YOUTUBE-STARS: Sina Drums; COOP3RDRUMM3R +++ Rockin‘ 1000 +++ Studium an der POPAKADEMIE +++ ZULTAN Heritage Cymbals +++ PEARL Masters Maple/Gum Drums +++ ROGERS Dyna-Sonic Wood Snaredrums

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