Die Geschichte eines mobilen Schlagzeugs

Interview: Marcus Möller und das Bummklack

Marcus Möller und das Bummklack(Bild: Dieter Stork)

Alles begann vor etwa acht Jahren, als Marcus Möller einen Drummer-Kollegen in einer „mobilen Band“ vertreten sollte. Auf Nachfrage erklärte man ihm, dass die Musiker dieser Party & Cover-Band alle mit ihren Instrumenten sich frei im Publikum bewegen konnten – auch mit dem Schlagzeug!

Das ganze Interview gibt’s in STICKS 11-12/2019!

Das war natürlich kein normales Drumset, sondern ein echtes Unikat. Es bestand, so erzählt Marcus „… aus einem auf 3 bis 4 Zoll Tiefe abgesägten Floor-Tom, an den man mal selbstbewusst die Flex angesetzt hatte …“, einer Sonor Jungle Snaredrum, einem massiven und daher schweren Sonor Marching Tragegestell inklusive Beckenhalter und Cymbal. So konnte man sich nicht nur frei bewegen, sondern auch während des Laufens spielen. Die Idee war es, ,,dass der Drummer sowohl Bassdrum als auch Snaredrum dabei spielen konnte. Leider sah das Ganze nicht wirklich gut aus und klang auch nicht gerade sehr inspirierend“, so Marcus. „Ungewohnt war es auch, dass man nun die Bassdrum auf der rechten und die Snaredrum auf der linken Seite hatte. Marching Drums waren mir wohl vertraut, aber das war nun wirklich was ganz Neues. Ich dachte dann, dass man das doch eigentlich auch richtig schön machen könnte, und wenn man bestimmte Details richtig macht, dann müsste das doch auch richtig geil klingen können.“

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Interview

Und so war dann die Idee zum Bummklack geboren?

Das wurde konkreter, als ich dann fest in diese Band namens Combo-Combo eingestiegen bin. Mit der Zeit hatte ich mir einiges überlegt und auch schon einen Plan im Kopf, aber so etwas umzusetzen ist dann doch nicht so einfach. Erst mal fehlte mir dann die Zeit, weil ich so viele Gigs gespielt habe und dann kamen ja auch zwei Kinder. Man schaut sich ja auch erst mal auf dem Markt um, ob es so was vielleicht schon gibt, bevor man ein solches Projekt in Angriff nimmt. Es gab aber tatsächlich nichts, auch nicht in der nordamerikanischen College-Marching-Szene. Das einzig ähnliche, was ich gefunden hatte, war das Sonor Trilok Gurtu Set. Die Idee, n eine Platte flache Drums einzulassen war also schon mal da.

Ich hab dann die Band angesprochen, wir haben intern ein „Crowdfunding“ gemacht, Material eingekauft, und ich habe dann zusammen mit einem Tischler, dem Kai Simonsen aus Uelzen, der u. a. hochwertige Congas und High End Taikos fertigt, drei Prototypen gebaut. Kai hat mich total unterstützt, ein komplett neues Instrument zu entwickeln. Ich weiß noch, wie wir die Trommeln meines Mobilsets zur Skizzierung des Instruments auf so eine weiße Ikea-Schrank-Rückwand gelegt haben. Dann haben wir markiert, wo ich mir den Griff und die Aufnahme für den Beckenhalter vorstelle, wo die Snareteppich-Abhebung platziert sein muss und wie die Stimmschrauben versetzt sein mussten, damit das ganz kompakt wurde. Dann hatten wir also eine erste Zeichnung, auf der ich dann zwei Keller-Kessel platziert habe, damit wir die richtige Spielposition hatten, eine 10″ Snaredrum und eine 14″ Bassdrum. Kai hat mir dann den ersten Prototypen aus einer Tischlerplatte gebaut und mir zugeschickt. Der war aber zu schwer, und der nächste Prototyp hatte dann eine leichtere Basisplatte. Davon hat Kai mir dann drei richtig „handschmeichlerisch“ schöne Instrumente gebaut.

Hast du denn da schon daran gedacht, daraus eine Kleinserienfertigung zu machen?

Nein, zu der Zeit dachte ich gar nicht, dass irgendwer sonst so was spielen möchte. Diese drei sollten nur für mich und unsere Band sein. Die gibt es heute noch, und ich spiele da auch noch drauf. Die Jungs aus der Band waren auch sehr angetan, denn das sah richtig gut aus, und es klang auf einmal tierisch gut. (lacht)

Aber gab es bei den Auftritten denn keine Nachfragen nach diesem ungewöhnlichen Instrument?

Genau das passierte dann! Bei einem Auftritt vor so etwa 100 Leuten sind bestimmt auch ein, zwei Schlagzeuger dabei, und genau die kamen zu mir und fragten, was das denn sei und wo man so was kaufen kann. Als da immer mehr Anfragen kamen, habe ich mir überlegt, wie man denn so was wohl an den Start bringen könnte. Schließlich bin ich Schlagzeuger und verdiene mein Geld mit dem Schlagzeugspielen in Bands und im Studio. Ich hatte auch nicht daran gedacht, eine Firma zu gründen. Ich hab mich dann mit meiner Frau beraten, wie man so etwas professionalisiert. Dann habe ich unheimlich viel herumtelefoniert, hauptsächlich nach Lieferanten für die Materialien und Herstellern, die mir die Grundplatten machen konnten, denn so was mit den ganzen präzisen Aussparungen und Bohrlöchern macht man nicht in einer Garage. Also musste ich eine Tischlerei suchen, die bereit war, die Platte in kleiner Stückzahl zu fertigen, was dann nach langem Suchen auch gelang. Dann habe ich noch jemanden gefunden, der mir Rohlinge von Holzringen macht, die ich dann selber fertigstellen muss. Das kleinste Problem waren die Kessel, da gibt es einen sehr netten älteren Herrn aus dem schwäbischen. Und bei den Fellen hab ich mich einfach getraut mal bei Evans anzurufen und die waren auch sehr nett und haben sich sogar gefreut, dass ich ihre Felle da drauf machen will. Diese Einkaufstour hat unheimlich lange gedauert, bis ich alles zusammen hatte.

Und dann konntest du endlich loslegen?

[…]

Das ganze Interview gibt’s in STICKS 11-12/2019!


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