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Interview mit TrommelTobi: Laid Back & Groovy

TrommelTobi
(Bild: Dieter Stork)

Auf Tobias Fröhlich aka TrommelTobi wurden wir durch ein „Show Reel“ aufmerksam, das er auf Facebook veröffentlichte und in dem er Ausschnitte aus vielen seiner Live- und Studio-Jobs zu einem beeindruckenden Mix editiert hatte. Seine musikalisch vielfältigen Aktivitäten reichten von Gigs mit Rap- und Hip-Hop-Star SIDO und international angesagten Produzenten auf riesigen Bühnen bis hin zu intimen Clubgigs mit Singer/Songwriter FINN & Band. TrommelTobi ist einer der vielseitigen Working Drummer aus Deutschland, die in der Drummer-Szene hierzulande vielleicht nicht so bekannt sind, allerdings einen prallvollen Terminkalender haben.

>> Das ganze Interview gibt es in der  STICKS 11/2018<<

Tobi, dein „Showreel“ über deine Aktivitäten 2017 zeigt eine beeindruckende Bandbreite an musikalisch unterschiedlichen Künstlern. Welche musikalischen Styles bedienst du mit deinen Grooves denn am liebsten?

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Tobias Fröhlich: Definitiv Hip-Hop! Ich spiele gern „Drums over Beats“, also zu den in den Produktionen bereits vorhandenen, programmierten Beats mit meinen akustischen Drums. Das funktioniert bei elektronischen Beats sehr gut, weil dann die akustischen Drums dem Ganzen noch mal einen schönen extra Punch geben. Genau das hat viele Künstler davon überzeugt, mit mir zu arbeiten. Produzenten dieses Genres verwenden ja lieber ihre eigenen Sounds, weil das von einer Band gespielt nicht mehr so klingt, wie die sich das vorstellen. Live hingegen bekommt das eine ganz andere Energie. Vor etwa sieben Jahren habe ich in Berlin angefangen, mit den verschiedensten DJs aufzutreten, und mach das auch heute noch sehr viel. Teils spiele ich dann über die programmierten Beats, oder diese werden auch mal rausgenommen, und ich sorge dann für die Drum-Grooves. Das ist über die Jahre so was wie ein Spezialgebiet von mir geworden. Angefangen hat es mit einigen Rappern/MCs, die nur einen DJ dabei hatten und mich dann mitspielen ließen. Dann kam mal noch das eine oder andere Instrument dazu, und bei einigen ist es jetzt so, dass da eine komplette Band am Start ist, um die Live-Show aufzuwerten.

Mit einigen DJs gehst du ja auch richtiggehend auf internationale Touren.

Tobias Fröhlich: Zurzeit bin ich international meistens unterwegs mit Yarah Bravo – auch als Yarah Bravo & The Love Movement Band – und Suff Daddy & The Lunchbirds. Zudem spiele ich nebst FINN auch noch eher loka le Gigs mit Amewu, meistens in Clubs oder auf Festivals im deutschsprachigen Raum, oft vor einigen Hundert Leuten. Und hier und da springe ich für einzelne Gigs oder kleinere Touren ein. Für Drummer spielt sich das eher im Underground ab. Doch ich habe da eben meine Nische gefunden und bin gut beschäftigt. Jeder weiß mittlerweile ja wohl, wie schwer es ist, mit einer Band so erfolgreich zu werden, dass man davon leben kann. Also habe ich mich dazu entschlossen, es als Freelancer zu versuchen. Natürlich können diese Künstler auch keine Gagen zahlen, dass man da von einer Show einen Monat lang leben kann, allerdings ist es bei mir so, dass es eben die Menge macht. Und da ja alle nicht das ganze Jahr über unterwegs sind, kommt es glücklicherweise auch selten zu Doppelanfragen.

Wie hat denn diese musikalische Ausrichtung in Sachen DJs, Rap, Hip-Hop dein Schlagzeugspiel beeinflusst?

Tobias Fröhlich: In diesem Genre habe ich mich so richtig als Musiker gefunden. Musikalisch und auch rein spieltechnisch hat mich das Ganze sehr nach vorne gebracht. Durch das jahrelange spielen zu Backing-Tracks wird man selbstverständlich sehr Timing-bewusst, man verinnerlicht die Basic-Patterns von Kick, Snare, Hat so sehr, dass es schon fast wie ein Automatismus ist, und füllt das Ganze dann kreativ auf. Sehr fokussiert bin ich auf die Hi-Hat-Spieltechnik; die Hi-Hat hat sich geradezu zu meinem Lieblingsinstrument im Drumset entwickelt. Man findet in den programmierten Beats oft durchlaufende Hi-Hatund Shaker-Sachen, und da man ja nicht alles doppeln will, muss man sich schon was Kreatives einfallen lassen, um das Ganze dann interessant zu machen. Im Laufe der Jahre hab ich mich immer mehr damit beschäftigt, und da ich das Ganze dann auch irgendwann richtig herausgestellt habe, merkte ich, dass ich da wohl tatsächlich einen eigenen Style entwickelt hatte.

Gilt das auch für andere musikalische Genres?

Tobias Fröhlich: Ja, definitiv. Ich habe dadurch wirklich gelernt, dem besser zuzuhören, was meine Mitmusiker spielen, und zu verstehen, worum es eigentlich geht. Auch das Konzept „weniger ist mehr“ habe ich besser verstehen gelernt, nämlich mit weniger Ego spielen und dem Künstler Platz zu lassen für seine Ideen. Man muss sich auch immer konsequent darum bemühen, die Musik bzw. den Style, der zu spielen ist, wirklich zu verstehen und zu verinnerlichen. Du kannst nicht einfach irgendwelche Patterns nachspielen, das macht dich unglaubwürdig. Ich zum Beispiel würde ungern in einem klassischen Jazz-Trio spielen wollen, da würde ich dann doch lieber jemand anderes empfehlen. Was Hip-Hop angeht, merkt man, dass sich einige Kollegen damit nicht wirklich beschäftigen und das Ganze sowieso nicht auf ihrem musikalischen Radar haben.

Liegt das auch daran, dass es ja nur wenige Drummer-Stars in diesem Genre gibt, die hierzulande bekannt sind?

Tobias Fröhlich: Das spielt sicher zum Teil auch eine Rolle. Auch ich hab immer geglaubt, man müsste sich nur alles reinziehen, was die Drum-Stars denn so alles an Licks und Tricks so abfeuern, um selbst ein guter Drummer zu werden. Ich jedenfalls habe die größten musikalischen Fortschritte dadurch gemacht, dass ich mir Beat-Programmings reingezogen habe – oft genug von Musikern, die eben keine Drummer waren und ein ganz anderes rhythmisches Verständnis hatten. Dadurch habe ich gerade, was Timing, Phrasierung und Dynamik angeht, unglaublich viel gelernt.

Kannst du denn deinen Style auch auf andere musikalische Genres übertragen, wenn du zum Beispiel mit dem Singer/ Songwriter Finn und dessen Band unterwegs bist?

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>> Das ganze Interview gibt es in der STICKS 11/2018<<

STICKS 11/2018

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