Produkt: Sticks 05-06/2019
Sticks 05-06/2019
Interviews: BEN GORDON – Breakdowns & Double-Kicks des Parkway Drivers +++ MIGUEL LAMAS – Acoustic Electronic Jazz Fusion +++ Test: MAPEX BLACK PANTHER Design Lab Versatus Drums

Jakob Kiersch: Forever Drums

(Bild: Stefan Woldach)

Wer sucht nicht eine gewisse Balance im Leben? Alphaville-Schlagzeuger Jakob Kiersch hat sie für sich gefunden, im Zusammenspiel aus Geist und Körper, Beruf und Spaß. Man merkt es, wenn man den sympathischen Schlagzeuger trifft. Und hört es, wenn er an seinem Kit sitzt.

Jakob Kiersch: In seiner Vita stehen Stationen wie Gods Of Blitz, Julia Marcell, IchZwerg, Freakmotor und die Ohrbooten, um nur einige zu nennen. Seit einiger Zeit spielt er große Gigs mit Alphaville und bringt dort die Massen zum Tanzen. Privat mag er es lieber ruhig. Da merkt man dem Pfarrerssohn aus Hannover an, dass er abseits des Scheinwerferlichts Wert auf die wirklich wichtigen Dinge des Lebens legt, weshalb er sich nebenbei auch mit Meditation beschäftigt, was sich letztlich auch positiv auf sein Spiel auswirkt. Ausgeglichen, aufmerksam, sehr wach und freundlich ist Kierschs Ausstrahlung, die ebenso viel Charisma besitzt wie sein Spiel.

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Jakob, Alphaville haben Grund zum Feiern: Gerade ist „so8os pres. Alphaville – curated by Blank & Jones“ erschienen, mit Remixen aller Hits sowie allen B-Sides. Vor allem aber tourt ihr aktuell.

Jakob Kiersch: Stimmt, wir haben gerade vor 6.000 Fans in der Arena von Posen gespielt.

Reißt dich das Adrenalin da nach vorne?

Jakob Kiersch: Generell gibt einem jede Show einen Schub nach vorne, aber aufgrund der langjährigen Erfahrung eigentlich nicht mehr. Die Zeit bei Alphaville hat mich gelehrt „das Set“ abzuliefern, und zwar in jeder Situation. Egal wie groß die Bühne ist, egal wie viele Fans da sind. Aber ich erinnere mich noch gut an die Zeit, als ich noch nicht so große Produktionen gespielt habe und total aufgeregt war.

Dann lass uns zurück zu deinen Anfängen gehen.

Jakob Kiersch: Ich habe meine ersten Schlagzeugversuche mit zwölf gestartet und war bei unserer Kantorin Katharina Lindenberg in der Perkussion-Gruppe. Sie hat uns ein Schlagzeug und einen Proberaum besorgt. Da habe ich gleich mal eine Band gegründet und vor 10.000 Leuten gespielt, völlig klar! (lacht) Aber ernsthaft: Da entdeckte ich die Schlagzeugschulen von Siegfried Fink, Dante Agostini und G. L. Stone. Parallel habe ich in Bands gespielt, bis hin zu den God Of Blitz. Mit denen lief es vier, fünf Jahre wirklich gut. Auf dem Weg zu Alphaville habe ich vieles entdeckt. Aber im Grunde mache ich noch immer das, was ich von Anfang an getan habe: mit großer Energie Schlagzeug spielen. Nur heute technisch besser und auch notenfest.

Du warst zwischenzeitlich in den USA, sozusagen zur Fortbildung.

Jakob Kiersch: Genau. Ich war in Pittsburgh bei Poogie Bell, einem super Schlagzeuger, der unzählige Sessions gespielt hat, unter anderem für Erykah Badu. Er hat mir gesagt, es sei leicht Musiker zu werden, aber ein langwieriger Weg, für den ein langer Atem gefragt ist, um als Musiker zu arbeiten! Da ist was dran. Er hat mir coole Sachen gezeigt, besonders zum Thema Backbeat. Mit ihm zu spielen war eine nachhaltige Erfahrung. Durch ihn habe ich wiederum Roger Humphries kennen gelernt, einen Schlagzeuger der alten Jazz-Schule. Total beeindruckend.

Und zurück in Deutschland?

Jakob Kiersch: Habe ich mich in meinen Übungsraum in Hannover gesetzt und stundenlang geübt. Ich erinnere mich an meinen Vermieter, der sagte: Du spielst ja immer das Gleiche! Und ich erwiderte: Ja, genau! (lacht) Nebenbei hatte ich Unterricht bei Gerd Wennemuth von STS und bei Michi Verhovec, der mittlerweile Theatermusik macht. Er hat damals Funk-Sachen gespielt, die ich total cool fand. Seine Skills haben mich sehr beeindruckt, aber ich habe mehr Wert darauf gelegt, energetischer zu spielen. Es gibt nur eine Hand voll Schlagzeuger, die mit so einer „All or nothing“-Energie spielen und gleichzeitig swingen.

Wen siehst du zum Beispiel so?

Jakob Kiersch: Thomas Götz von den Beatsteaks etwa. Ein ganz eigenwilliger Schlagzeuger, der richtig mit seinem Instrument arbeitet und interessante und swingende Beats erfindet. Das gefällt mir sehr. Mit wem ich mich auch immer wieder beschäftige ist Dave Grohl. Er mag technisch betrachtet vielleicht kein wirklich versierter Schlagzeuger sein. Aber es gibt niemanden, der so spielt wie er. Er legt wirklich alles rein. Und das versuche auch ich. Wenn ich performe, gebe ich alles. Ich komme von der Bühne, bin klitschnass und hab richtig gearbeitet.

Die Kunst des Hard Hitting hat ja auch mit Tonbildung zu tun.

Jakob Kiersch: Das hat vor allem damit zu tun, den Ton aus der Trommel herauszuholen und ihn nicht in die Trommel hinein zu schlagen! Denk nur an die Moeller-Techniken! Natürlich sind Studio- und Live-Arbeit zwei Paar Schuhe. Im Studio ist es mitunter besser, wenn du nicht so laut spielst, denn da hast du sehr feine Mikrofone, du kannst dir das Schlagzeug laut holen und hast klanglich mehr Möglichkeiten. Aber live geht es eher um Energie. Klar, das Schlagzeug muss gut gestimmt sein, im Gegensatz zu den abgetapeten Schlagzeugen, die immer noch in Mode zu sein scheinen und die zwar Punch, aber keinen Ton haben. Als Drummer zu lernen, sein Instrument gut zu stimmen, das ist ultimativ wichtig – eine große Empfehlung!

Wie stimmst du dein Set?

Jakob Kiersch: Hier in Berlin gibt es den Udo Masshoff, der Schlagzeuge baut und Stimm-Seminare gibt. Da ich ihn gut kenne, hat er mir viel von seinen Stimmtechniken gezeigt. Man dehnt das Fell und zieht die Spannschrauben bis zu dem Punkt an, an dem die Gewinde greifen und drückt das Fell in der Mitte. Dann stimmt man in Sterntechnik, bis eigentlich nur die Falten aus dem Fell sind. Das funktioniert wunderbar! Ich muss dazu sagen, dass ich offen gestimmte Drums mag. Das ist halt meine Liebe für die Drummer der Siebzigerjahre wie John Bonham, Keith Moon, Ian Paice und Carmine Appice, einige meiner Vorbilder. Das gilt auch für mein Set. Ich bin ein Liebhaber alter Ludwig Drums! Mein Live-Set ist zwar nicht alt, aber die Art, wie sie Kessel bauen, fühlt sich für mich einfach angenehm an – und es klingt toll.

Du bist von Hannover nach Berlin gezogen. Was kann Berlin, was andere deutsche Städte nicht können?

Jakob Kiersch: Mit ausschlaggebend war mein Freund Sebastian Gaebel, mit dem ich in Hannover schon Musik gemacht habe und dann bei den Gods Of Blitz. Also zog ich nach Berlin und hab es nicht bereut. Berlin ist ein gutes Pflaster für Musiker. Berlin hat eine gute Szene. Und wenn jemand von Musik leben will, muss er halt dorthin gehen, wo die Musik spielt.

Auf deiner Website hast du einige philosophische Ansätze zum Schlagzeugspiel. Einer lautet sinngemäß: Übe dich darin, dich nicht in Gedanken zu verzetteln. Sei bewusst im Moment, und spiele leicht und unangestrengt. Wie erreicht man das?

Jakob Kiersch: Damit spiele ich natürlich darauf an, dass Meditation eine große Rolle in meinem Leben spielt. Kenny Werners Buch „Effortless Mastery“ ist in der Hinsicht ganz wichtig für mich. Werner ist ein amerikanischer Jazz-Pianist, der sich Gedanken gemacht hat, wie er an den Punkt kommt, effektiv Musik zu machen, mit dem Gefühl in jedem Moment frei zu sein. Eigentlich ist es das eher eine Anleitung zur Meditation, aber er bezieht das halt aufs Instrument. Da gibt es zum Beispiel Übungen, auf dem Klavier einen einzelnen Ton zu spielen und den als schönsten Ton überhaupt zu empfinden. Er ist schon ein Freak. Aber sein Ansatz Musik zu machen hat mich inspiriert. Dadurch hat sich mein Schlagzeugspiel definitiv verändert.

Beschreib das mal.

Jakob Kiersch: Es ist leichter geworden. Und ich schaffe es mehr und mehr, im Moment präsent zu sein, wenn ich spiele – und nicht mit meinen Gedanken irgendwo anders zu sein. Versuch, dich mal hinzusetzen und eine halbe Stunde lang den Fluss deiner Gedanken kennenzulernen. All das, was immerzu auf dich einzuprasseln zu scheint. Das ist eins der wichtigsten Erkenntnisse, die ich in meinem Leben gelernt habe. Ich merke, wie mir das Ruhe gibt und eine Klarheit, mich selber zu sehen.

Wie verbindest du das mit deinem Schlagzeugspiel?

Jakob Kiersch: Ich meditiere jeden Tag, das ist ein Teil meines Weges geworden. Das Wort „effortless“ – also mit einer Leichtigkeit an dein Instrument zu gehen, bemerke ich tatsächlich immer mehr. Das geht aber nur, wenn du versuchst, im Moment präsent zu sein. Also: Sei so ehrlich, und erwisch dich dabei, wenn du am Schlagzeug sitzt und übst, aber eigentlich darüber nachdenkst, was du nachher einkaufen musst. Erkenne, dass du quasi nicht mehr am Instrument, sondern im Kopf ganz woanders bist. Werner sagt deshalb: Übe nur fünf Minuten. Aber versuche, dabei komplett in deiner Übung zu sein.

Du empfiehlst deshalb: „Übe mit Disziplin!“ Ein Thema, das viele interessieren dürfte, ist es wohl, wie man das Zeitfenster, das man sich zum Üben einräumt, so effektiv wie möglich nutzt.

Jakob Kiersch: Deshalb: Sei konzentriert, egal woran du arbeitest. Wenn du eine halbe Stunde hast, übe fünf Minuten bewusst, dann mach eine Pause. Dann weitere fünf Minuten. Wer sich nicht mit Meditation beschäftigt, für den klingt das vermutlich ziemlich verkopft. Aber auch eine halbe Stunde mal gar nichts zu machen, ist für die meisten Menschen unglaublich schwierig!

Dein nächster Ansatz lautet: „Studiere die Meister und sei selber einer!“ Kannst du das mal erklären?

Jakob Kiersch: Ein Meister ist zunächst mal jeder, der etwas macht, dass du selbst gut findest. Ein junger Schlagzeuger, der Travis Barker von Blink 182 cool findet, soll dessen Spiel studieren. Für mich war das John Bonham, von dem ich mir viel abgeguckt und gelernt habe. „Sei selbst ein Meister“ geht wieder zurück auf Kenny Werner und zielt darauf ab, dass man zunächst anfängt, ein Instrument zu lernen, irgendwann mitkriegt, wie viele wahnsinnig gute Musiker es gibt, und letztlich resigniert: Ich werde es nie so weit bringen. Werners Ansatz ist, dieses Gefühl zu überwinden, denn dann entwickelt man eine innere Kraft, die einen weiterbringt und selbst zum Meister werden lässt, für das, was man in diesem Moment macht. Und was man noch nicht kann, dafür muss man üben.

Das ist eben ein langer Weg, und der begleitet einen mitunter ein Leben lang.

Jakob Kiersch: Genau. Ich bin sicherlich weit davon entfernt, alles zu können, was ich gerne spielen möchte. Aber genau das ist der Ansatz, damit es einem auch nie langweilig wird. Wenn es mir vergönnt ist, alt zu werden und körperlich fit zu sein, so dass ich Schlagzeug spielen kann – darauf freue ich mich riesig.

Wie lautet dein Rezept für einen guten Groove?

Jakob Kiersch: Einen einfachen Groove so spielen, dass er unwiderstehlich groovy ist! Ein Schlag auf der Bassdrum, ein Schlag auf der Snare, dazu Achtel auf der Hi-Hat – und dann diesen Beat so spielen, dass er eine Ansage ist. Das ist es! Das kannst du dann beliebig verfeinern. Aber so eine ganz einfache Sache erst mal zu meistern, das wäre eine Maßnahme.

Wie siehst du dein Zusammenspiel mit Alphaville-Bassistin Maja Kim?

Jakob Kiersch: Wir sind die Rhythmusgruppe und ein super Team. Maja ist sehr freundlich und offen. Sie kam über eine Audition zur Band und hat sich gegen eine Menge Männer durchgesetzt, die unfassbar gut waren. Marian Gold hat sich auf der Stelle für sie entschieden. Sie hat immer ein Lachen im Gesicht, eine Wahnsinns-Energie, und die Fans lieben sie!

Und wie bringst du dich bei Alphaville ein?

Jakob Kiersch: Marian steht auf druckvolles Spiel, er lässt sich gerne anpeitschen. Ich spiele zum Teil Fills, die es bei Alphaville früher nicht gab. Das ist heute eben eine Live-Version dessen, was er früher komponiert hat. Diese Freiheit lässt er mir. Das ist super.

Wo liegen deine Stärken, wo deine Schwächen?

Jakob Kiersch: Meine Stärken liegen sicherlich im Power Drumming, mit viel Energie, Leidenschaft und Herzblut zu spielen. Meine Schwächen? Wenn ich zum Beispiel an meine erste Stunde bei Roger Humphries denke, als er zu mir sagte: „Lass uns mit einem Pattern auf dem Ride beginnen …“ und spielt ein unfassbar lockeres, glockengleiches Ring-Ring-Ding-A-Ding-A-Ding-Ring-Ring! (lacht) Wie alt ist er? Vielleicht 75? Aber wie leicht seine Hand auf dem Ride balancierte, das war unglaublich! Da weiß ich, dass ich noch einen weiten Weg vor mir habe, bevor ich ein so komplexes Pattern derart locker spielen kann.

Du spielst aktuell eine Kombination aus akustischem Set und einem elektronischen 2Box-Set. Nach welchen Kriterien hast du es zusammengestellt?

Jakob Kiersch: Zunächst mal ist mir ein gut klingendes akustisches Set am wichtigsten. Aber als ich bei Alphaville einstieg, war relativ schnell klar, dass akustisches Drumming nicht ausreicht. Ich hatte mich vorher nie mit elektronischem Schlagzeug beschäftigt. In den sechs Jahren, die ich jetzt in der Band bin, habe ich gelernt, was es bedeutet, mit elektronischen Sounds zu arbeiten und worin die Qualität liegt. Denn eigentlich bin ich ein Purist. Wenn ein Schlagzeuger ein rein elektronisches Set spielt, ohne dass Luft bewegt wird, fehlt mir irgendwie die Essenz. Aber in Kombination finde ich das gut. Ich triggere zum Beispiel Snare und Bassdrum; neben dem akustischen Signal kommt auch noch ein elektronisches Signal hinzu, um bestimmten Songs eine gewisse Sound-Farbe hinzu zu fügen. Für bestimmte Projekte will ich das nicht mehr missen, denn die Kombination eröffnet dir viele Möglichkeiten. Und gerade in der heutigen Zeit, wo so viel mit BackingTracks gearbeitet wird, wo Ableton oder Logic mitlaufen, ist man gut beraten, sich mit Elektronik zu beschäftigen.

Lass uns noch mal ins Detail gehen. Nach welchen Kriterien hast du dein akustisches Set zusammengestellt?

Jakob Kiersch: Ich liebe es, eine große Bassdrum zu haben – schon immer! (lacht) Ich spiele eine 24er, früher war es auch mal eine 26er, weil da schön viel Luft bewegt wird. Auch bei Toms mag ich eher die großen. Bei den Stand-Toms sind 16″ und 18″ meine Favoriten. Die Snare ist natürlich das Herzstück vom Kit. Meine ist von Udo Masshoff, ein Stahlkessel, der wahnsinnig gut klingt. Die Ansprache ist mir wichtig, dass man die kleinen Nuancen, aber auch die lauten Schläge hört, und dass ein dicker Bauch da ist.

Und Cymbals?

Jakob Kiersch: Da liebe ich Paiste, ganz besonders die 2002- Serie, die eine super Ansprache hat. Es gibt Kollegen, die finden die zu hell, denn die schneiden ziemlich durch den Sound. Aber wenn ich ein Crash spiele, soll das auch rüberkommen! Ich mag auch große Becken, mein Crash ist 20″. Und das Ride darf ein schönes Sustain haben. Die 2002-Serie spiegelt meine Vorstellung, wie Becken klingen sollen, ziemlich gut wider. Was Hi-Hats angeht, mag ich 15er. Aber das ist eher individuell, was gerade gefragt ist und sich gut anfühlt.

Und die 2Box-Elemente?

Jakob Kiersch: Für mein aktuelles Setup benutze ich nur Bassdrum und Snare. Als wir mit Alphaville anlässlich des 30-jährigen Jubiläums in Paris gespielt haben, hatte ich noch weitere Pads dabei, weil Marian ein paar alte Demos heraus gekramt hatte und ein paar Sounds so haben wollte wie damals. Also habe ich 808- und LinnDrum-Sounds gesampelt und auf die 2Box gelegt. Das klang schon ziemlich authentisch. Und ich muss sagen, dass die 2Box Drums hinsichtlich Preis/Leistung wirklich klasse sind. Wer sich überlegt, mit E-Drums zu arbeiten, erhält hier wirklich viel für einen relativ schmalen Taler.

Die MK2 2Box hat eine neue Software, die jetzt auch Loops starten kann. Nutzt du das auch?

Jakob Kiersch: Nein, bei Alphaville feuere ich keine Loops ab. Da laufen tatsächlich Backing-Tracks wie etwa Percussion-Spuren vom Rechner. Und dafür ist der Monitormischer zuständig. Das kannte ich so vorher auch noch nicht. Aber du kannst natürlich alles ins 2Box-Brain reinladen und damit alles Mögliche realisieren. Es ist extrem leicht zu bedienen. Du schließt es an den Rechner an, ziehst dir rein, was du brauchst und legst es auf deine Pads, wo du es hinhaben willst.

Du spielst natürlich zum Click. Wie entwickelt man da Sicherheit?

Jakob Kiersch: In dem man spielt, spielt und spielt! (lacht) Man muss sich mit dem Click anfreunden, der in gewisser Weise dein Master ist und dir sagt, wo’s langgeht. Das ist der einzige Weg, sich mit Time auseinander zu setzen. Das Metronom ist unverzichtbar für jeden Musiker! Die Angst davor zu verlieren, das ist Erfahrungssache. Am Anfang hat mich der Click verunsichert, besonders, wenn du Fills spielt und merkst, dass du losgerannt bist. Da weiß vermutlich jeder, was ich meine. Mittlerweile habe ich den Click weit hinten. Ich mache ihn immer leiser, bis ich ihn oft kaum noch höre. Und wenn ich ihn gar nicht mehr höre, dann weiß ich, dass ich genau drauf bin.

Und hast du ein Rezept, zum Click laid-back zu spielen?

Jakob Kiersch: Eine gute Übung ist es, den Click nicht nur auf die Viertel zu legen, sondern mal auf die Offs. Oder wenn du im Sechzehntel-Raster spielst, den Click auf die zweite oder die vierte Sechzehntel zu legen, also auf Stellen, die nicht die 1, 2, 3 oder 4 sind. Eine gute Übung ist auch, sich ein 4-Takt-Pattern vorzunehmen und nach und nach einen Takt Click wegzulassen. Eine gute Übung. Man muss da wirklich dranbleiben und sich das Metronom zum Freund machen.

Letzte Frage: Du bist gerne Handwerker, wirst du in einem Interview zitiert. Du renovierst und streichst gerne. Wirklich?

Jakob Kiersch: Klar, das ist so schön befriedigend. Bei mir zu Hause habe ich auch alles selbst gestrichen. Ich bin gerne Handwerker und sehe mich als Schlagzeuger in irgendeiner Form auch so. Ich nehme mein Werkzeug in die Hand und bearbeite mein Instrument. Und dann komme ich vom Job, bin durchgeschwitzt und weiß, was ich getan habe. Das ist ungemein befriedigend.

Vielen Dank fürs Gespräch!

EQUIPMENT

Drums: Ludwig Classic Maple:

„Ein Kit aus den Siebzigerjahren in den Größen 24″, 13″, 14″, 18″ in Natural Maple. Ein sehr schöner Vintage-Sound, auch wenn es mal ein wenig klappert hier und da und manchmal schwer zu zähmen ist. Mein Lieblings-Kit. Dazu ein aktuelles Gold Sparkle Kit in den Größen 24″, 13″, 16″, 18″. Verlässliches Kit mit altbewährtem Ludwig-Sound, sieht gut aus und macht Spaß.“

Ludwig Vistalite: „Ein Kit in Blue Vistalite in den Größen 24″, 10″, 12″, 14″, 16″. Macht immer wieder Eindruck, besonders wenn es von Scheinwerfern „durchleuchtet“ wird auf der Bühne. Es ist sehr einfach auf einen konkreten Ton zu stimmen. Nicht ganz so warm klingend wie Holzkessel, aber sehr druckvoll und ausdrucksstark. Macht auch viel Spaß! Dazu Ludwig Concert Toms in den Größen 8″, 10″ und 12″ – Phil Collins lässt grüßen!“

Rogers Holiday: „Ein Kit in Antique White Marine Pearl in den Größen 22″, 12″, 13″, 16″ mit super Vintage-Sound, schon oft im Studio erprobt und für sehr gut befunden. Ein sehr schön kompaktes Kit mit eigenem Sound.“

Produkt: Sticks 07-08/2019
Sticks 07-08/2019
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