Drum’n’Bass-Musik "Nerve": Prohibited Beatz

JoJo Mayer im Interview

Jeden Dienstag gegen 24 Uhr treffen sich im New Yorker Club „Shine“ hunderte tanzwütige Raver, die auf den „breakneck speed“ von „Prohibited Beatz“, der von Jojo Mayer initiierten Drum’n’Bass-Night, bis in den Morgengrauen tanzen. Das Ungewöhnliche an dieser Veranstaltung ist, dass hier die Drum’n’Bass-Musik von einer Live-Band stammt, von Jojo Mayers Formation Nerve!

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(Bild: Marcus Demuth)

Erstanden ist Nerve aus Sessions in der „Izzy Bar“, wo sich die jetzige Besetzung aus Tim Lefebvre (Bass), Jamie Saft (Gitarre, Keyboards) und Jojo Mayer gefunden hat. Das Trio lädt sich dazu dann Gastmusiker wie Karsh Kale (Tablas), Vernon Reid (Gitarre), MCs, verschiedene Sänger und Turntabler ein, mit denen sie sich zwischen Drum’n’Bass, Funk, Acid-Jazz, Ragga, HipHop und House neben bizarren Video-Projektionen von „Feedbuck Galore“ oder der „Gardner Post of Emergency Broadcast Network“ pushen.

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Der gebürtige Schweizer Schlagzeuger Jojo Mayer scheint sich mit Nerve einen Traum erfüllt zu haben: Er ist überglücklich über den wachsenden Zustrom zur dienstäglichen „Prohibited Beatz“ Club-Night im „Shine“, über das hereinbrechende Medieninteresse — und vor allem darüber, endlich seine eigene Band zu haben.

Seit über 20 Jahren lebt Jojo Mayer nun in New York. Nachdem der Schlagzeuger seit seinem Einstieg in die Monty Alexander Group im Alter von 18 Jahren als Sideman viele Tourneen in den USA, Europa und Japan absolvierte und zahlreiche CDs mit mehr als 20 verschiedenen Künstlern und Bands aufnahm, bringt er nun mit Nerve seine ureigenen Ideen ins Rampenlicht. Ungewöhnlich ist, dass bei einem vom Modern Drummer als „Drum God“ beschriebenen Schlagzeuger (nach Jojo Mayers mit Standing Ovations bedachten Auftritt beim Modern Drummer Festival 1998), dessen erstes Solo-Projekt nun keine typische Musiker- bzw. Drummer-Musik bietet, sondern eine Musik-Richtung, die es live gespielt erst einmal gar nicht gab.

Zum Interview sitzt mir ein begeisternd erzählender Jojo Mayer gegenüber, der nicht unbedingt ein Schlagzeug braucht, um seine Zuhörer in den Bann zu ziehen.jojo-mayer

Wie kommt ein Drummer dazu in einer Drum’n’Bass-Band zu spielen?

Ich habe einfach immer ein offenes Ohr gehabt. Ich habe mich schon immer mit Subkulturen beschäftigt, damals auch mit HipHop, als es noch eine Subkultur war. Ich habe — und musste — mich auch bei meiner Arbeit als Produzent immer wieder mit elektronischer Musik befassen und bin somit nicht unbedingt aus

der Schlagzeuger-Richtung zu Drum’n’Bass gestoßen. Noch vor wenigen Jahren habe ich die Leute, die Drum’n’Bass gehört haben, für absolut bescheuert gehalten — bis ich dann mehr und mehr angefangen habe, auch diese Subkulturen zu produzieren. Irgendwie kam es dann immer öfter dahin, dass wir 3 Stunden gebraucht haben um irgendeinen Loop im Sequenzer zurechtzurücken, so dass er richtig klingt und ich mir dann gedacht habe: Jetzt spielst du die Hi-Hat doch einfach selber ein! Das ging dann in 3 Minuten. Dann habe ich eben die kompletten Beats eingespielt, einfach erst einmal um Zeit zu sparen.

Ich habe dann angefangen mit dem, was ich „Reverse Engineering“ nenne: Also Sachen quasi Retour zu entwickeln, rückwärts zu entwickeln, also die Elektronik zu imitieren. Das Schlüsselerlebnis war eine Schweizer Produktion mit Roli Mosimann, der u.a. die Einstürzenden Neubauten, Sugarcubes, Faith No More und auch Remixes der Smashing Pumpkins produziert hat. Es war ziemlich geil: Er hat mich einfach spielen lassen! Er hat nicht gesagt: „Kleb’ mal die Trommel ab, spiel’ die Sachen so und so…“, nein, er hat einfach die Mikros so aufgebaut, dass der Sound so rüberkommt wie ich wollte und hat mich spielen lassen wie ich wollte. Er hat mich dann nach Hause geschickt, und ein paar Wochen später bin ich dann zurückgekommen und habe dann über Pro Tools wieder drüber gespielt, also die 2. Generation. In der Zwischenzeit wurden die ersten Spuren gesampelt.

Dann bin ich nach New York gezogen und habe gemerkt, dass sich hier in New York kein Schwein für diese kontemporäre Geschichte, diese elektronische Musik interessiert. So 2, 3 Kollegen fanden die Idee irgendwie gut, der eine war Marque Gilmour und der andere war Zach Danziger. Das waren die einzigen, mit denen ich irgendwie kommunizieren, mich auf diesem Level unterhalten konnte. Ich wollte so etwas dann unbedingt selbst machen, live umsetzen, aber es gab einfach keine Musiker hier, zumindest nicht in meinem Umfeld. Entweder waren die zu blasiert, sich damit auseinanderzusetzen, oder einfach … ja, halt schlichtweg zu doof.

Ich habe mich dann mehr mit DJs getroffen und mich dann das erste Mal von meiner Sideman-Rolle als Schlagzeuger gelöst, indem ich dann angefangen habe in einem kleinen Club in der East Village jede Woche Sessions zusammenzubauen, mit Leuten mit denen ich die Woche über zusammenarbeite, wie Vernon Reid (Ex-Living Colour Gitarrist). Wir haben einfach in der „Izzy Bar“ gejamt. Am Anfang haben wir vor 15 Leuten gespielt und plötzlich, so nach 2 —3 Wochen, hat es „Krach“ gemacht und es waren 200 bis 300 Leute jede Woche da. Die Leute haben Schlange gestanden, die Beastie Boys und viele bekannte DJs sind da unten eingefahren, es hat sich unheimlich schnell rumgesprochen. Es war für mich eine experimentelle Plattform, mit dem Zeugs rumzuspielen. Wir haben uns zwischen Free-Jazz, HipHop und Drum’n’Bass so langsam der ursprünglichen Vision angenähert, die mir vorschwebte.

Ich bin dann mit DJ Spooky 2 Monate auf Tour gegangen und habe dann mit etwas Abstand realisiert, dass für so etwas ein ziemlich großes Potential da ist. DJ Spooky ist eine amerikanische Entsprechung zu den neuen TripHop-Geschichten. Auf dieser Tour habe ich dann gemerkt, dass es das ist was ich jetzt machen will. Ich habe dann einfach mehr in diese Richtung gearbeitet. So habe ich dann vor 6 Wochen diesen neuen Club gefunden, den „Shine“.

Das ist ganz gut, da kommen jede Woche 300 Leute, das ist eine Plattform, die dann weit über die Musik hinausgeht, wobei ich mich auch mit anderen Elementen auseinandersetze. Die Jungs, mit denen ich die Veranstaltung „Prohibited Beatz“ mache, haben alle unglaubliche Visionen. Es ist irgendwie diese „amerikanische Abteilung“ — irgendwie sein eigenes Ding machen, etwas machen was nicht jeder macht! Das ist dieser Pioniergeist, der Amerika groß gemacht hat. Du musst hierher kommen und irgendetwas machen, was noch nicht jeder macht — und dann wirst du auch beachtet!

Was bei dir ja eingetreten ist. Über deine Band Nerve habe ich in der New York Times und der Village Voice geradezu euphorische Berichte gelesen.

Es geht total ab. Sogar MTV, die Leute vom Vogue Magazine und vom Playboy waren am Dienstag im „Shine“ bei unserem Konzert. Das ist dann die ganz andere Abteilung! Ich habe aber auch das Gefühl, die Leute suchen nach Alternativen zu diesem SchubladenDenken. Es hängt auch mir zum Hals raus, ich habe keine Lust mehr mit Leuten zusammenarbeiten die alles in Schubladen stecken, so á la: „… ja, das ist so eine Mischung zwischen Hip und Jam, Jamiroquai und Miles Davis ist auch dabei …“

Nerve ist also aus einer Jazz-Tradition zusammengekommen: Es wurde vor Publikum gejamt und probiert und ihr habt euch schließlich auf der Bühne durch die Jams zusammengefunden und nicht im Proberaum?

Genau! Irgendwie sofort vor Leuten gespielt! Das ging dann natürlich ab und zu auch in die Hose. Es war aber wichtiger diese Form zu finden, diese Synthese zu kreieren. Es waren auch Leute dabei, die schon sehr gute Spieler waren, die es aber einfach nicht gepackt haben: Die haben dann ihre Apparate, ihre Grooves abgelassen, was dann aber kein Drum’n’- Bass war, sondern nach Fusion-Jazz klang. Ich habe denen dann gesagt: „Du kannst hier nicht Jazz spielen; improvisiere, aber spiele keinen Jazz!“ Aber bei den meisten war es dann so, dass die dann einfach keinen Bock mehr hatten.

Liegt es daran, dass es zwischen den Musikern und der Drum’n’Bass-Schiene vielleicht nur wenige Berührungspunkte gibt? Dass diese ein anderes Ideal haben, eben „natürliche“ Drummer und so auch andere Musikrichtungen?

Ja. Viele Musiker kriegen gar nicht mit, was das für eine Riesengelegenheit hier ist! Das erste Mal seit 20 Jahren kriegst du es fertig, 5000 Leute an einen Ort zu kriegen um instrumentale Musik auszuchecken, instrumentale Musik, die von der rhythmischer Dichtheit ja eigentlich nur mit Bebop zu vergleichen wäre oder von Tony Williams gespielten Geschichten. Wie die LTJ Bukem oder Squarepusher ihre Drums programmieren, das ist schon voll abgefahren. Oder Aphex Twin, das ist genauso wie Frank Zappa. Das ist Zeitgeist! Das Problem ist, dass nicht nur die Musiker am Zeitgeist vorbeileben. Das Schwierigste ist aber — auch für mich — nicht nur Neuland zu erobern, sondern sich auch loszulösen von alten Territorien, auf denen ich mich als Schlagzeuger sicher gefühlt habe, mir also selbst zu sagen: „Das spielst du jetzt nicht mehr!“. Es geht für mich darum, die Drum-Sprache zu verändern …

… es schien mir, dass du nicht nur Drum’n’- Bass gespielt hast, sondern ein Drum’n’- Bass-Schlagzeuger bist. Deine Mimik, deine Bewegungen schienen mit den Grooves, mit der Musik so integer. Man sah dir an, dass es mehr als ein Job für Dich ist. Ich hätte nie gedacht, dass man als Schlagzeuger in Drum’n’Bass so „drin“ sein kann!

Es ist doch nur Musik. Aber genau darum geht es doch immer! Vor lauter Rudiments, vor lauter Schule, vor lauter Educational-Kacke hat man wohl vergessen, dass die Musik und das Musikmachen das wesentliche ist. Ich habe wahrscheinlich seit über 10 Jahren nicht mehr so ein Feeling gehabt. Creating something new! Ich habe die komplette Freiheit, ich kann machen was ich will.

Schlagzeugspezifisch gesehen entdecke ich gerade vollkommen neu, was man mit einem Schlagzeug alles machen kann. Es ist ein Unterschied, ob du die Bassdrum so — dubb – oder so — dummhh — spielst, ob du die Snaredrum jetzt im Center — bang — oder am Rand — biinngg — anspielst! Auch im Studio: Was du allein alles mit einer Hi-Hat an Sounds machen kannst wenn du nicht einfach drauflos drischst! Mich stört, dass das Schlagzeug immer mehr zu einer statistschen Angelegenheit wird. Es zählen nur noch Koordination, links-rechtsgeradeaus. Wir hören uns selber gar nicht mehr zu! Wie klingt es eigentlich? Es geht nur noch um Paradiddle, oder links rum, rechts rum, ein bisschen schneller oder ein bisschen langsamer, hier mal eine Rechts-Links-Kombination — aber dabei geht es doch eigentlich gar nicht darum! Meiner Meinung geht es darum, einen Sound zu kreieren. Und das ist doch das Wunderbare, die große Möglichkeit bei dieser Musik: Zu versuchen, etwas, was maschinell von den Leuten hergestellt wurde, die eigentlich versucht haben ein akustisches Phänomen einzufangen, mit dem Schlagzeug wieder menschlich umzusetzen.

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(Bild: Marcus Demuth)

Die Drum-Machine sollte ja meist so menschlich wie möglich klingen, und du möchtest nun als Drummer so maschinell wie möglich, so nahe wie möglich an den Drum’n’Bass-Grooves ranzukommen?

Ja, genau! Was die digitalen Produktionsweisen im Mainstream in der Musik bewirkt haben ist: Wenn du nicht mit dem Clicktrack im Studio „das Ei in die Pfanne hauen“ kannst, dann kriegst du keine Jobs! Du musst heute mit dem Clicktrack einfach grooven können, ohne dass du überhaupt überlegst. Ich sage nicht, dass du ein schlechter Schlagzeuger bist, wenn du das nicht kannst, aber rein vom industriellen Denken her bist du es doch. Es gibt sogar Leute, die haben das total kultiviert. Die haben auch die Schecks dafür gekriegt. Jetzt passiert wieder was Neues: Was ist überhaupt ein Echo oder ein Delay? Die wenigsten Leute wissen ja überhaupt, dass es ein Echo in der Natur gibt. Oder ein Wah-Wah-Effekt! Das alles am Set zu reproduzieren, ganz einfach zu „graben“, woher das Zeug eigentlich kommt, ganz tief an die Wurzel gehen …

Du benutzt also absichtlich keine E-Drums, obwohl das ja zur Stilistk passen würde?

Ich versuche, die Maschine selbst zu imitieren. Ich weiß, wie sich ein Sample verhält und versuche es zu imitieren. Ich hoffe natürlich, dass es auch so rüberkommt. Es geht darum sich inspirieren zu lassen, etwas neues zu kreieren, so wie Miles Davis es getan hat. Der größte Beitrag den Miles Davis geleistet hat, war den Mut aufzubringen, sich von etwas altem zu lösen, etwas Neues zu schaffen, für etwas neues Platz zu schaffen. Und das fällt vielen Musikern, die es „geschafft“ haben so schwer; es ist für viele eigentlich unmöglich, sich wirklich zu lösen.

Ist Miles Davis dein musikalischer Haupteinfluss, dein Idol?

Ich habe mich von unglaublich vielen Leuten beeinflussen lassen. Von Schlagzeugern wie Omar Hakim, Peter Erskine, Jack DeJohnette, Philly Joe Jones, aber auch von Terry Bozzio — von allen, die irgendetwas entwickelt haben. Ich habe meine „Antenne“ aber eigentlich immer mehr bei den Bands gehabt.

Also bei den Schlagzeugern, die in einer Band eine neue Richtung, eine neue Musik kreiert haben und nicht bei den Studio-Cats wie Jeff Porcaro?

Ich habe einen Heidenrespekt vor Jeff Porcaro! Porcaro hat einen Groove gehabt … der war von Gott!

Aber deine Lieblings-Drummer sind eher die der „großen Bands“?

Ja klar! Ich suche einfach diese gewisse Qualität, die mich an Musik fasziniert, das Neue, wie etwa die Drum’n’Bass-Abteilung. Das faszinierende daran ist, dass es eine absolut konservierte Musik ist, die keinen Live-Ausdruck hat. Dabei drängt es sich schon fast auf: Der Groove, die Textur, das schreit geradezu danach, adaptiert zu werden, live gespielt zu werden.

Würdest du dich selbst als Drum’n’Bass-Schlagzeuger beschreiben?

Nein. Ich bin Musiker. Ich bin Schlagzeuger. Ich möchte mir nicht selber ein Label aufsetzen. Ich kann mir das Zeug auch nicht den ganzen Tag anhören, das wäre mir ein bisschen zu blöd. Dass ich mich dem momentan mehr widme hängt mehr mit der Freiheit zusammen, die ich nun innehabe. Ich kann mir die Leute aussuchen mit denen ich spielen will, und das habe ich mir auch verdient. Ich war lange genug Sideman.

Was hast Du in der letzten Zeit als Sideman gemacht?

Das kann man alles auf der Homepage nachlesen! (www.jojomayer.com)

Was war dabei das Schönste, das Wichtigste für dich?

Gewisse Sachen, die ich gemacht habe, waren in der Situation selbst manchmal unerträglich und haben sich im Nachhinein als unheimlich wichtige Lektion entpuppt. Zum Zeitpunkt als ich darin involviert war, habe ich das nicht realisiert aber 10 Jahre später … so, aha, ich verstehe jetzt, warum … da gibt es verschiedene Erfolgserlebnisse. Es gibt Erfolgserlebnisse, dass du mit jemanden spielst, aber die Musik gar nicht mal so was Besonderes ist. Du bist so beeinflusst von dem Vibe dieser Leute, von der Person mit der du unterwegs, wie diese sich das Leben einrichtet, wie diese mit dem Leben kooperiert. Dann gibt es Leute, die ich vollends bewundert habe, aber zu dem Zeitpunkt, als ich mit ihnen gearbeitet habe, unheimliche Enttäuschungen erlebt habe.

Das Schönste? Es gibt gewisse Erfolgserlebnisse die man hat, die einem gut tun, wie zum Modern Drummer Festival eingeladen zu werden. Da zu spielen, das ist dann fast so wie einen Oscar zu gewinnen! Dazu zählt dann auch Standing Ovations zu kriegen, noch während deiner Performance. Da mache ich keinen Hehl daraus: It’s a good feeling, oder?

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(Bild: Marcus Demuth)

Wie geht es weiter mit Nerve?

Jetzt sind wir gerade daran aufzunehmen, und probieren verschiedene Aufnahmetechniken, wie wir die Drums live einspielen und wie wir es editieren. Ich hoffe, dass wir dann im Sommer das fertige Produkt haben. Ich mache mir da aber keinen Stress, um die Sache zu beschleunigen oder an den Mann zu bringen. Ob es auf einem Major-Label veröffentlicht werden wird hängt auch davon ab, wie viel Freiraum wir bekommen. Es soll halt in kreativer Hinsicht kein Einfluss von „draußen“ dabei sein.

Inwieweit ist „Nerve“ für dich die Zukunft?

Da ich selbst über diese positive Kritik und Anteilnahme an Nerve überrascht bin, ist das jetzt natürlich schwierig zu sagen. Das ist mir bis jetzt halt noch nie passiert, egal mit welchen Leuten ich gespielt habe — es waren nie so viele Leute da.

Geht so etwas nur in New York?

Ja. (singt) … New York, New York, if you can make it there, you’ll make it everywhere …


 

Tech Talk

Jojos Drumset-Aufbau ändert sich täglich. Bei der Cymbal-Auswahl hält er es meist so: „Mal habe ich mehr, mal weniger am Set dranhaängen. Für den Jungle-Apparat habe ich die Unterseite eines 10″ Sabian AA Hi-Hat-Cymbals, ein 18″ AA Chinese und darin montiert ein 12″ B8 Chinese als Piggyback, daneben noch ein 15″AAX Crash“.

Jojos Sonor-Set ist zudem oft mit einigen Sabian Cymbals bestückt, die nicht abgedreht sind, verbogen sind und einen kaputten Eindruck machen. Dies sind Prototypen, die Jojo mit entwickelt hat. Ungewöhnlich ist auch die 2. (rechte) Hi-Hat, die aus einem 14″ Chinese als Bottom und einem 13″ Top besteht. Des weiteren befindet sich ein Cymbal, meist ein 8″, 10″ oder 12″ Splash auf der 2. Snaredrum (links neben der Hi-Hat), die dann am Soannreifen oder direkt auf dem aufgelegten Cymbal angespielt wird und so elektronische anmutende, grelle Klänge produziert.

„Für die Jungle-Abteilung stimme ich die Snaredrum crisp, sehr hoch, irrsinnig hoch, so dass sie schon fast choked, aber noch atmen kann. Das Rack-Tom stimme ich relativ hoch, so dass es eine ganz klare, jazzige Tonalität hat — und beide Felle gleich hoch. Das Floor-Tom stimme ich dagegen sehr tief. Das Rack-Tom stimme ich also so hoch, dass es noch gut klingt, und das Floor-Tom stimme ich so tief, dass es noch gut klingt.“

Die Bassdrum stimmt Jojo „schlaff“, jedoch so, dass sie einen noch holzigen, satten Ton produziert. Jojo verwendet für das Schlagfell ein Remo Kevlar Bassdrum-Patch, das Resonanzfell verfügt über ein ca. 6″ Resonanzloch.

Mehr über Jojo Mayer unter: http://www.jojomayer.com

Kommentar zu diesem Artikel

  1. Ein Hinweis, dass dieses Interview bereits vor mindestens 15 Jahren geführt wurde, wäre nicht schlecht……

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