Produkt: Sticks 05-06/2019
Sticks 05-06/2019
Interviews: BEN GORDON – Breakdowns & Double-Kicks des Parkway Drivers +++ MIGUEL LAMAS – Acoustic Electronic Jazz Fusion +++ Test: MAPEX BLACK PANTHER Design Lab Versatus Drums
King Crimson Drummer im Interview

King Crimson – wie ein Schlagzeuger mit sechs Armen und sechs Beinen

 

(Bild: Tom Schäfer)

Die kreativen Sound-Tüftler von King Crimson hatten immer schon ein besonderes Faible für Außergewöhnliches – seien es Klangexperimente mit Hang zu queren Time-Signatures oder auch dynamische Expeditionen in interkulturelle Soundwelten.

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(Bild: Tom Schäfer)

Diese außergewöhnliche Facette schlägt sich auch im aktuellen Line-up nieder. Denn hier spielen in der Live-Band DREI Schlagzeuger. Und das natürlich nicht im dunklen Hinterbereich der Bühne, sondern center stage, vorne, direkt und mitten drin: Pat Mastelotto, Gavin Harrison und Jeremy Stacey teilen sich hier einen der kreativsten Drummerjobs der Rock-Geschichte. Der amerikanische Drummer Pat Mastelotto stieß 1994 zu King Crimson und spielte bereits mit Bands wie Mr. Mister, Cock Robin oder XTC. Gavin Harrison, seit 2008 im Crimson-Boot, ist uns allen durch seine raffinierten Grooves bei Porcupine Tree bekannt. Und Jeremy Stacey zählt zu den erfolgreichsten Session-Drummern der Londoner Szene, der bereits Artists wie Eurythmics, Joe Cocker, Sheryl Crow, Steve Hackett, Noel Gallagher, Ryan Adams uva. seine Grooves zur Verfügung stellte. Erst kürzlich wurde er von King Crimson verpflichtet, um als Center-Drummer auf der European Tour 2016 die Schlagzeugerrolle Bill Rieflins zu übernehmen, der sich gerade eine Auszeit gönnt.

(Bild: Tom Schäfer)

Drei Schlagzeuger in einer Rockband, das scheint ein schier unmögliches Unterfangen. Doch diese dreiköpfige Trommel-Hydra hat den cleveren Weg einer bemerkenswerten Groove-Balance eingeschlagen, um den Sound dreier Drumsets mit einem audiophilen Stereo-Livemix zu fahren. Wir haben uns mit den fantastischen Drei unterhalten

Eine Band mit drei Schlagzeugern ist eine bemerkenswerte Ausnahme in der Geschichte der Rockmusik. Was steckt als wahres Motiv hinter diesem Dreier-Konzept?

Pat Mastelotto: Robert Fripp war immer schon einer der kreativen Visionäre der Band, und irgendwann hatte er wohl diese bemerkenswerte Idee.  Auf der einen Seite erscheint das Three-Drummer-Concept irgendwie abwegig, aber zugleich tritt auch wieder diese unkonventionelle avantgardistische Art in den Vordergrund, die schon immer das künstlerische Potenzial von King Crimson ausgemacht hat. Jeder weiß, dass Schlagzeuger einen Blickfang darstellen. Und ich würde drauf wetten, dass Robert Fripp sich genüsslich an der Idee berauschte, nicht nur einen, sondern gleich drei Schlagzeuger vorne an den Bühnenrand zu stellen. Dann nämlich gäbe es reichlich Center-StageAction, und er selber könnte sich ganz unbemerkt hinten auf die Bühne zurückziehen … (lacht) … und in Ruhe Gitarre spielen.

Eine Three-Drummer-Section braucht ein kluges Konzept. Habt ihr Rhythmen aufgesplittet? Wahrscheinlich werdet ihr ja nicht alle drei gleichzeitig dasselbe spielen?

Gavin Harrison: Unsere Grooves sind sehr geschickt aufgeteilt, und mit geschlossenen Augen gehört klingt es so, als würde bloß ein Drummer spielen. In Wirklichkeit aber übernimmt jeder einen Bruchteil, und wir setzen die einzelnen Parts spielerisch zu einem Ganzen zusammen. Ein anderes Mal spielen wir die kompletten Sets gleichzeitig und fabrizieren ein gewaltiges Geräusch! (lacht)

Pat Mastelotto: Wir haben uns jeden Song individuell vorgenommen, ihn in seine rhythmischen Bestandteile zerlegt und versucht, möglichst effektiv die Charaktere der drei Schlagzeuger in ein Klangkonzept einzubinden. So was erfordert auch mal Wagnisse! Wir sind jeder möglichen Strategie nachgegangen und haben auch unkonventionelle Dinge ausprobiert, um uns nicht durch eine künstliche Limitierung selber zu blockieren. Letztlich ist King Crimson eine Rockband, und die Drums funktionieren im Kontext wie ein rhythmisches Orchester. Natürlich liegt bei den Live-Shows ein starker Fokus auf den Drums, und die Groove-Elemente sind sehr intensiv. Wir spielen immer als Drum-Team. Und sei es auch nur eine Note, die wir unisono nach 300 gezählten Pausentakten plötzlich reinknallen. (lacht)

Das vollständige Interview kannst du hier nachlesen!

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